Pulsnitz (SN) – Vegetationsbrände in schwer zugänglichem Gelände, Löschwasser aus mobilen Behältern und ein Löschangriff von der Seeseite: Acht Feuerwehrleute aus Pulsnitz, Kreis Bautzen, waren im Juli 2026 für einen Austausch bei der JVP Labin in Kroatien. Während ihres Aufenthalts nahmen sie auch an sieben realen Einsätzen teil.
Mit Booten ging es zu einem Küstenabschnitt, der von der Landseite nur schwer erreichbar war. Dort bauten die Feuerwehrleute einen vollständigen Löschangriff vom Meer aus auf. (Bild: Feuerwehr Pulsnitz)
Vier Wochen dauerte der zweite Austausch zwischen den Feuerwehren aus Pulsnitz und Labin. Das Team wurde dafür in zwei Gruppen geteilt, die jeweils zwei Wochen auf der Berufsfeuerwache der JVP Labin lebten. Erstmals waren auch zwei Angehörige der Ortsfeuerwehr Oberlichtenau beteiligt. Jeweils drei deutsche Feuerwehrleute wurden von 7 bis 19 Uhr in eine Schicht der kroatischen Feuerwehr integriert.
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Zu Beginn beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Fahrzeugen, der Beladung und der Spezialtechnik der JVP Labin. Hinzu kamen theoretische Einheiten zu Vorgehensweisen und taktischen Grundsätzen. Einen Schwerpunkt bildete die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung.
Wasserbehälter per Hubschrauber ins Gelände gebracht
Besonders ging es dabei um Einsatzstellen, die mit Feuerwehrfahrzeugen nur schwer oder gar nicht erreichbar sind. Die JVP Labin setzt für solche Lagen unter anderem mobile Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von rund 1.000 Litern ein. Sie können mit einem Hubschrauber ins Gelände transportiert und dort abgesetzt werden.
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Tragbare Pumpen bringen die Einsatzkräfte auf dem Rücken zum Einsatzort. Zusammen mit Schläuchen, Handwerkzeugen und weiterer Ausrüstung können Löschmannschaften damit auch abseits befahrbarer Wege arbeiten. Für die Pulsnitzer zeigte die Ausbildung zugleich, welcher körperliche Aufwand damit verbunden ist: Pumpen, Schläuche und Werkzeuge müssen teilweise über längere Strecken durch schwieriges Gelände getragen werden.
Eine weitere praktische Einheit führte die Feuerwehrleute an die kroatische Küste. Mit Booten erreichten sie einen Abschnitt, der von der Landseite nur schwer zugänglich war. Dort bauten die Teilnehmer einen vollständigen Löschangriff vom Meer aus auf. Wie die FF Pulsnitz mitteilt, hatten ihre Einsatzkräfte eine solche Übung zuvor in Deutschland noch nicht absolviert.
Weitere Ausbildungsinhalte waren die Personenrettung aus Unfallfahrzeugen und das Vorgehen bei Fahrzeugbränden. Außerdem trainierten die Feuerwehrleute gemeinsam mit einem spezialisierten Team der JVP Labin Inhalte der Höhen- und Tiefenrettung.
Neben der Vegetationsbrandbekämpfung übten die Teilnehmer in Kroatien auch das Vorgehen bei Fahrzeugbränden. (Bild: Feuerwehr Pulsnitz)
Vom Training in den realen Einsatz
Während der vier Wochen wurde die JVP Labin zu insgesamt 15 Einsätzen alarmiert. An sieben davon nahmen Feuerwehrleute aus Pulsnitz teil. Das Spektrum reichte vom Beseitigen von Hornissennestern bis zu Brandeinsätzen, darunter ein Küchenbrand.
Bei einem Vegetationsbrand konnten die deutschen Teilnehmer Erfahrungen aus der vorherigen Ausbildung unmittelbar im Einsatz anwenden. Nach einer Übung wurde die Feuerwehr zu einem Dorf unweit von Labin alarmiert. Dort hatte ein brennender Müllhaufen an einem Gebüsch die angrenzende Vegetation entzündet. Das Feuer breitete sich über eine Wiese in Richtung eines Wohngebietes aus. Gemeinsam stoppten die kroatischen und deutschen Kräfte die weitere Ausbreitung am Gartenzaun der Wohnbebauung.
Auch die Personenrettung gehörte zum Ausbildungsprogramm. (Bild: Feuerwehr Pulsnitz)
Zum Programm gehörten außerdem Besuche bei der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr in Pula sowie bei den Freiwilligen Feuerwehren Medulin, Vodnjan, Pićan und Kršan. Dabei informierten sich die Pulsnitzer über Wachen, Fahrzeuge und Ausrüstung.
Alle acht Teilnehmer absolvierten den Austausch nach Angaben ihrer Feuerwehr freiwillig und ehrenamtlich. Sie setzten dafür eigenen Urlaub ein und trugen den überwiegenden Teil der Kosten selbst. Finanzielle Unterstützung kam vom Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Pulsnitz. Nach dem zweiten Aufenthalt wollen die Feuerwehren die Verbindung zwischen Pulsnitz und Labin weiter ausbauen.