Einsatzabschnitte an Bahnstrecke

Mehrere Brände gleichzeitig: Feuerwehr evakuiert Zug mit 150 Fahrgästen

Kaarst (NW) – Mehrere Brände entlang einer Bahnstrecke haben die Feuerwehr Kaarst am Mittwochnachmittag gleichzeitig gefordert. Während Einsatzkräfte an mehreren Stellen die Flammen bekämpften, musste ein auf freier Strecke stehender Personenzug mit rund 150 Fahrgästen evakuiert werden. Einige Reisende klagten in dem nicht klimatisierten Zug über Kreislaufbeschwerden.

Wegen der Vielzahl der Brandstellen teilte die Feuerwehr das Kaarster Einsatzgebiet in mehrere Einsatzabschnitte auf. Parallel waren auch die Feuerwehren Meerbusch und Krefeld auf den jeweiligen Streckenabschnitten in ihren Stadtgebieten tätig.

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Einsatzkräfte der Feuerwehr Meerbusch bekämpfen Brandstellen entlang der Bahnstrecke Krefeld-Neuss. Im Meerbuscher Stadtgebiet brannte die Böschung auf einer Länge von rund zwei Kilometern. (Bild: Feuerwehr Meerbusch)

Besondere Aufmerksamkeit erforderte ein Personenzug, der wegen der Einsatzlage im Stadtgebiet Kaarst auf freier Strecke anhalten musste. Nach Angaben der Feuerwehr Kaarst befanden sich rund 150 Fahrgäste an Bord. Da der Zug nicht klimatisiert war, stiegen die Temperaturen während des Stillstands in den Waggons deutlich an.

Einige Reisende bekamen Kreislaufbeschwerden. Feuerwehr und Rettungsdienst betreuten sie und versorgten die Fahrgäste bis zur Evakuierung mit Getränken. In Abstimmung mit dem Notfallmanagement der Deutschen Bahn brachte die Feuerwehr die Reisenden anschließend mit Einsatzfahrzeugen aus dem Gefahrenbereich zu einem Sammelpunkt. Von dort übernahmen von der Deutschen Bahn bereitgestellte Busse den Weitertransport.

Gleichzeitig liefen an mehreren Stellen entlang der Bahnstrecke die Löscharbeiten. An einem Einsatzabschnitt drohten die Flammen auf ein angrenzendes Gebäude überzugreifen. Die Einsatzkräfte verhinderten eine weitere Ausbreitung und schützten nach Angaben der Feuerwehr einen Reitstall.

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Die Einsatzleitung richtete die Feuerwehr auf dem Verkehrsübungsplatz ein. Dort wurden auch die für den Einsatz benötigten Fahrzeuge zentral bereitgestellt. Von diesem Punkt aus koordinierte die Führung die verschiedenen Einsatzabschnitte und den Kräfteeinsatz.

Für die Erkundung der weitläufigen Lage kam außerdem die Drohne der Feuerwehr Jüchen zum Einsatz. Sie unterstützte bei der Kontrolle der Bahnstrecke auf weitere Brandstellen. In Kaarst waren insgesamt rund 55 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst beteiligt.

Auch in Meerbusch und Krefeld beschäftigten die Brände die Feuerwehren über Stunden. In Meerbusch brannte die Böschung nach Angaben der Feuerwehr auf einer Länge von rund zwei Kilometern. Alle acht Einheiten der Feuerwehr Meerbusch waren im Einsatz. Mehrere C-Rohre und Löschrucksäcke kamen bei der Vegetationsbrandbekämpfung zum Einsatz.

Zusätzliche Schwierigkeiten bereitete ein Wasserrohrbruch im Bereich Meerbusch-Bösinghoven. Um die Wasserversorgung sicherzustellen, ließ die Feuerwehr das P-TLF 8000 der Feuerwehr Dormagen nachalarmieren. Die Drohneneinheit der Feuerwehr Neuss unterstützte außerdem bei der Erkundung und Überwachung der weitläufigen Einsatzstelle. Nach rund sechs Stunden waren die Einsatzmaßnahmen in Meerbusch beendet. Anschließend fand noch eine Brandnachschau statt.

Blick aus der Luft: Die Brände entlang der Bahnstrecke hinterließen im Meerbuscher Stadtgebiet größere abgebrannte Flächen. Die Feuerwehr Meerbusch war mit allen acht Einheiten im Einsatz. (Bild: Feuerwehr Meerbusch)

Im Krefelder Stadtgebiet arbeitete die Feuerwehr insgesamt zwölf Einsatzstellen ab. Ein Güterzug hatte an mehreren Stellen entlang des Bahndamms Vegetationsflächen in Brand gesetzt, wie die Feuerwehr mitteilt. Zunächst war von insgesamt mehreren Tausend Quadratmetern betroffener Fläche die Rede. Die trockene Vegetation begünstigte die Ausbreitung und führte vereinzelt zu erneuten Entzündungen bereits abgelöschter Bereiche.

Die Einsatzkräfte verhinderten, dass die Flammen auf angrenzende Waldgebiete und Wohnbebauung übergriffen. Beteiligt waren beide Wachen der Berufsfeuerwehr, sämtliche Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Krefeld, die DB-Betriebsfeuerwehr Oppum sowie überörtliche Kräfte aus den Kreisen Viersen und Wesel. Unterstützung leisteten außerdem das Technische Hilfswerk (THW) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Krefeld. Verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr niemand.

Zur Brandursache im Kaarster Stadtgebiet machte die Feuerwehr Kaarst keine Angaben.

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