Internationaler Austausch

Feuerwehr nördlich des Polarkreises

Kiruna (Schweden) – Die Berufsfeuerwehr in Kiruna arbeitet unter Bedingungen, die sich deutlich von denen in Deutschland unterscheiden. Zwei deutsche Feuerwehrmänner begleiten den Dienst dort seit Jahren und berichten von extremen Temperaturen, langen Wegen und einem System, das konsequent auf Schnelligkeit und Eigenverantwortung setzt.

Fünf Funktionen für 20.500 Quadratkilometer: Die BF Kiruna in Schweden ist völlig anders organisiert als Feuerwehren in Deutschland. (Bild: Bohn)

Nördlich des Polarkreises sichert die Feuerwehr in Kiruna ein riesiges Gebiet mit vergleichsweise kleiner Mannschaft ab. Nach Angaben von Jan Reske (BF Bielefeld) und Timo Bohn (FF Uelzen) übernimmt die Berufsfeuerwehr ihren Dienst mit fünf Funktionen pro Schicht. Für eine Region mit großer Fläche, wenig Einwohnern und rauem Klima ist das ein anderer Ansatz als in Deutschland.

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Gerade im Winter prägen Schnee, Eis und tiefe Temperaturen den Feuerwehr-Alltag. Bei Verkehrsunfällen schicken die Kräfte deshalb früh ein Fahrzeug mit zwei Einsatzkräften los, um Patienten mit Heizstrahlern und Decken vor Unterkühlung zu schützen. Auch die Wasserversorgung muss auf die Bedingungen abgestimmt sein: In Kiruna nutzt die Feuerwehr unter anderem beheizbare Tanks, bei Bedarf kommt Löschwasser sogar aus zugefrorenen Gewässern.

Auffällig ist für die beiden Deutschen vor allem die andere Planungslogik. In Schweden richte sich vieles stärker nach Eintrittswahrscheinlichkeit und schneller Ausrückzeit als nach einem maximalen Worst-Case-Szenario. Unterstützt wird das durch klar geregelte Alarmierungsstufen, gemeinsame Kommunikationsstrukturen und eine enge Vernetzung von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Leitstelle.

Polarlichter sind in den Wintermonaten ein gewohnter Anblick in Kiruna. (Bild: Bohn)

Hinzu kommen technische und organisatorische Besonderheiten. Reske und Bohn nennen etwa die digitale Steuerung von Infrastruktur an der Wache, die konsequente Schwarz-Weiß-Trennung nach Brandeinsätzen sowie die starke Standardisierung im System. Auch die Zusammensetzung der Feuerwehr fiel ihnen auf: In Kiruna gehört Gleichstellung nach ihren Schilderungen selbstverständlich zum Alltag.

Aus einem privaten Besuch im Jahr 2019 ist inzwischen ein regelmäßiger fachlicher Austausch geworden. Seit 2023 begleiten die beiden Deutschen den Einsatzdienst in Schweden offiziell und besuchen die Feuerwehrleute dort jedes Jahr.

Den vollständigen Beitrag über die Berufsfeuerwehr Kiruna, ihre Taktik, Fahrzeuge und besonderen Einsatzbedingungen liest Du im aktuellen Feuerwehr-Magazin.

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