Überregionale Katastrophenhilfe

200 Kreisregner gegen Waldbrand auf munitionsbelastetem Gelände

Kratzeburg (MV) – Im Kreis Mecklenburgische Seenplatte unterstützt ein bayerisches Fähigkeitsmodul die Bekämpfung des Waldbrandes im Müritz-Nationalpark. 15 Fahrzeuge aus Ober- und Mittelfranken brachten rund 200 Kreisregner samt Schlauchmaterial in das Einsatzgebiet. Der munitionsbelastete Boden erschwert die Brandbekämpfung und verhindert in Teilen einen direkten Löschangriff.

Gruppenfoto vor zwei Fahrzeugen
Einsatzkräfte aus Stadt und Kreis Bayreuth kamen am Morgen vor der Abfahrt zum Müritz-Nationalpark am Sammelpunkt zusammen. (Bild: KFV Bayreuth)

Der Waldbrand beschäftigt die Einsatzkräfte seit dem 13. Juli 2026. Nach Angaben der Bundeswehr waren am 16. Juli mehr als 300 Hektar betroffen. Die nahe gelegenen Ortschaften Granzin und Granziner Mühle mussten zwischenzeitlich evakuiert werden.

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Am 15. Juli erreichte den Regierungsbezirk Oberfranken ein bundesweites Hilfeersuchen aus Mecklenburg-Vorpommern. Dabei wurde abgefragt, wie viele Kreisregner für einen überregionalen Einsatz zur Verfügung stehen. Die Regierung von Oberfranken ließ daraufhin die Bestände in ihrem Zuständigkeitsbereich erfassen.

Insgesamt meldeten die oberfränkischen Gebietskörperschaften 72 Geräte: Die Feuerwehr der Stadt Bamberg stellte 22 Kreisregner bereit, der Kreis Lichtenfels zwölf, der Kreis Kronach acht und der Kreis Bayreuth weitere 30. Die Einsatzmittel wurden an der Feuerwache Bayreuth zusammengeführt und zusammen mit dem benötigten Schlauchmaterial verladen.

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Sechs Schlauchwagen im Fähigkeitsmodul

Für den Betrieb der Kreisregner gehören sechs Schlauchwagen zu dem bayerischen Fähigkeitsmodul. Bei den eingesetzten Fahrzeugen aus Ober- und Mittelfranken handelt es sich überwiegend um Katastrophenschutzfahrzeuge des Bundes und des Freistaates Bayern. Sie sind bei verschiedenen Feuerwehren stationiert und werden von deren Einsatzkräften besetzt.

Kreisregner
Kreisregner aus Mittelfranken stehen für den Einsatz im Müritz-Nationalpark bereit. (Bild: KFV Bayreuth)

Nach einer abschließenden Einweisung setzte sich der Verband am 16. Juli um 6 Uhr von Bayreuth aus in Richtung Mecklenburg-Vorpommern in Bewegung. Am Nachmittag meldete der Kreisfeuerwehrverband Bayreuth das unfallfreie Eintreffen im Verfügungsraum. Die Feuerwehr Cadolzburg berichtete von starker Rauchentwicklung und eingeschränkter Sicht auf die Einsatzstelle.

Zum Fähigkeitsmodul gehören die Feuerwehren Ansbach, Baiersdorf, Bayreuth, Cadolzburg, Ezelsdorf, Hersbruck, Höchstadt an der Aisch, Seybothenreuth, Steinachtal und Troschenreuth. Die Führung hat Kreisbrandrat Matthias Rocca aus Mittelfranken übernommen. Kreisbrandmeister Stephan Macht aus Oberfranken unterstützt ihn.

Matthias Rocca
Kreisbrandrat Matthias Rocca weist die Einsatzkräfte kurz vor der Abfahrt in Bayreuth ein. (Bild: KFV Bayreuth)

Brandbekämpfung aus sicherer Entfernung

Die Munitionsbelastung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz schränkt die taktischen Möglichkeiten der Feuerwehr ein. Nach Angaben von Landrat Thomas Müller ist in den betroffenen Bereichen ein Sicherheitsabstand von 1.000 Metern einzuhalten. Kreisregner sollen deshalb dazu beitragen, die Brandausbreitung von außen einzudämmen.

Der Kreis Vorpommern-Greifswald meldete eine rund drei Kilometer lange Riegelstellung. Die Freiwillige Feuerwehr Kröpelin verlegte gemeinsam mit dem erweiterten Löschzug des Kreises etwa acht Kilometer Schlauchleitungen und baute 50 Kreisregner auf.

Einsatzkräfte verladen Kreisregner
Einsatzkräfte verladen die von den beteiligten Gebietskörperschaften bereitgestellten Kreisregner für den Transport nach Mecklenburg-Vorpommern. (Bild: KFV Bayreuth)

Das THW unterstützt die Löschwasserförderung mit drei Großpumpen über lange Wegstrecken. Zudem übernehmen seine Einsatzkräfte die Kraftstoffversorgung für Fahrzeuge, Pumpen, Stromerzeuger und weitere Geräte sowie Teile des Transports der angeforderten Kreisregner.

Auch die Bundeswehr beteiligt sich an der Brandbekämpfung. Zwei Hubschrauber vom Typ CH-53 sollen Waldflächen nördlich von Granzin bewässern und damit ein Übergreifen des Feuers auf den Ort sowie die Bahnstrecke Berlin–Rostock verhindern. Die eingesetzten Löschwasserbehälter fassen jeweils 5.000 Liter.

Der Einsatz des bayerischen Fähigkeitsmoduls ist zunächst für 72 Stunden bis Sonntag, 19. Juli 2026, vorgesehen. Die Kräfte führen neben ihrer persönlichen Schutzausrüstung auch Feldbetten mit. Für die Anreise stellte die Logistik- und Verpflegungskomponente des BRK Hollfeld Lunchpakete bereit. Nach Angaben des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern engagieren sich mehr als 80 Prozent der am Waldbrand eingesetzten Kräfte ehrenamtlich.

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