Deutschland – Am Wochenende des 11. und 12. Juli 2026 waren Feuerwehren in mehreren Bundesländern bei Vegetationsbränden auf Feldern und Stoppelflächen im Einsatz. In Friedrichstal mussten 27 Menschen zwei Wohngebäude verlassen, andernorts drohten die Flammen auf landwirtschaftliche Betriebe, weitere Felder oder ein Waldstück überzugreifen. Vielerorts unterstützten Landwirte die Löscharbeiten.
In Stelle im Kreis Harburg mussten die Feuerwehren aus Stelle und Maschen einen größeren Getreidefeldbrand löschen. (Bild: Köhlbrandt)
Die Einsatzlagen reichten von brennenden Ballenpressen und Stoppelfeldern bis zu mehreren Hektar großen Getreidebränden. Teilweise erhöhten die Feuerwehren bereits während der Anfahrt die Alarmstichworte. An größeren Einsatzstellen kamen zusätzliche Tanklöschfahrzeuge, Drohnen, geländegängige Fahrzeuge und Führungsgruppen zum Einsatz.
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Wohnanlage und landwirtschaftlicher Betrieb bedroht
Besonders nah an die Bebauung gelangten die Flammen im Stutenseer Stadtteil Friedrichstal. Nach den Beobachtungen einer Polizeistreife brannte zunächst ein Baum in einer Gebüschreihe. Von dort breitete sich das Feuer über eine Brachfläche, angrenzendes Gebüsch und ein Stoppelfeld aus. Insgesamt erfasste der Brand mehrere Hektar.
An einer Wohnanlage des Betreuten Wohnens griffen die Flammen auf die Grünanlage neben zwei äußeren Wohngebäuden über. Der Feuerwehr gelang es, das Feuer unmittelbar vor den Hauswänden zu stoppen. Die Polizei brachte 27 Bewohnerinnen und Bewohner aus zwei Gebäuden in der Magdeburger Straße in Sicherheit. Während des Einsatzes betreute Pflegepersonal die Evakuierten. Verletzt wurde niemand.
Zeitweise arbeiteten rund 100 Einsatzkräfte an der Brandstelle. Beteiligt waren Feuerwehren aus Stutensee, Eggenstein-Leopoldshafen, Linkenheim-Hochstetten, Dettenheim, Karlsdorf-Neuthard und Bruchsal sowie die Berufsfeuerwehr Karlsruhe.
Zwei Fachberater für Vegetationsbrände unterstützten die Einsatzleitung, darunter ein Experte des THW. Die Drohnengruppe der Feuerwehr Kronau kontrollierte die Brandfläche mit einer Wärmebilddrohne. Gleichzeitig bearbeiteten Landwirte das Gelände mit drei Traktoren und Grubbern.
Wegen der Löscharbeiten sperrten die Einsatzkräfte die südlich an der Brandstelle verlaufende Kreisstraße vollständig. Drei DRK-Bereitschaften sicherten den Einsatz ab und versorgten die Feuerwehrleute mit Getränken.
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Auch in Brettorf im Kreis Oldenburg drohte ein Feuer auf einen landwirtschaftlichen Betrieb überzugreifen. Als die ersten Kräfte eintrafen, stand eine Quaderballenpresse vollständig in Flammen. Gleichzeitig hatte sich der Brand bereits auf das Stoppelfeld ausgebreitet. Gefährdet waren zudem angrenzende Baumreihen.
Neben dem betroffenen Landwirt meldete die Besatzung eines Flugzeugs mit Fallschirmspringern das Feuer. Sie entdeckte den Brand aus der Luft, lokalisierte die Einsatzstelle und übermittelte Informationen an den Tower. Dadurch erhielten die anrückenden Kräfte bereits vor ihrem Eintreffen Hinweise zur Lage.
Während der Anfahrt ordnete der Einsatzleiter den Fahrzeugen feste Einsatzabschnitte und Aufgaben zu. Mit Löschfahrzeugen, Löschrucksäcken und Feuerpatschen dämmten die Feuerwehren der Gemeinde Dötlingen den Brand ein. Nach rund einer Stunde waren die Ballenpresse und das Stoppelfeld gelöscht. Das Feuer griff weder auf den landwirtschaftlichen Betrieb noch auf die Baumreihen über.
Kreisfeuerwehrsprecher Jannik Stiller erklärte, dass vergleichbare Einsatzlagen wegen der trockenen und warmen Witterung regelmäßig Bestandteil der Ausbildung der Feuerwehren im Kreis Oldenburg seien.
In Brettorf standen eine Quaderballenpresse und Teile eines Stoppelfeldes in Flammen. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen auf Baumreihen und einen nahe gelegenen landwirtschaftlichen Betrieb. (Bild: Kreisfeuerwehr Oldenburg)
Mehrere Hektar Getreide in Flammen
An der B 464 zwischen Böblingen und Dagersheim brannten am Sonntagabend mehrere noch nicht abgeerntete Getreidefelder auf einer Fläche von rund vier Hektar. Wegen der massiven Rauchentwicklung erhöhte die Feuerwehr bereits während der Anfahrt das Alarmstichwort.
Neben zahlreichen Kräften und wasserführenden Fahrzeugen der Feuerwehr Böblingen unterstützten die Feuerwehr Sindelfingen und die Führungsgruppe des Kreises den Einsatz. Auch Kreisbrandmeister Martin Amler war vor Ort.
Mit mehreren Strahlrohren griffen die Einsatzkräfte das Feuer von verschiedenen Seiten an. Örtliche Landwirte zogen eine Schneise zwischen dem Brandbereich und den noch nicht betroffenen Feldern. Eine Drohne lieferte der Einsatzleitung ein Lagebild aus der Luft.
Direkt auf den betroffenen Flächen arbeitete der geländegängige Zug der Feuerwehr Böblingen. Dazu gehörten ein Utility Task Vehicle mit Kleinlöschfahrzeug-Aufbau sowie ein Gerätewagen Transport mit Löschmodul auf Unimog-Basis. Messfahrten in der näheren Umgebung ergaben keine Auffälligkeiten.
Nach rund einer Stunde meldete die Feuerwehr „Feuer aus“. Umfangreiche Nachlöscharbeiten folgten. Anschließend pflügten Landwirte die abgebrannte Fläche um. Rund 80 Feuerwehrangehörige waren mit etwa 20 Fahrzeugen im Einsatz. Verletzt wurde niemand.
Ein weiteres großes Getreidefeld brannte am Samstagnachmittag in Stelle im Kreis Harburg aufgrund der Trockenheit der letzten Wochen und der anhaltend hohen Temperaturen. 2,2 Hektar waren betroffen. Die Rettungsleitstelle in Winsen hatte die Freiwilligen Feuerwehren Stelle und Maschen zunächst zu einem vermeintlich brennenden Mähdrescher alarmiert. „Als wir eintrafen, brannte zwar kein Mähdrescher. Aber das Feld, auf dem der Drescher eingesetzt war, brannte schon zu großen Teilen. Der Wind trieb die Flammen in Richtung eines Waldstücks“, blickt Stelles Ortsbrandmeister Pascal Arndt zurück.
Mit vier wasserführenden Einsatzfahrzeugen rückten die beiden Feuerwehren an. Von zwei Seiten nahmen die Kräfte das Feuer in die Zange und löschten die beiden Flanken des Brandes ab. An der „Kopfseite“ halfen Landwirte mit und grubberten Schneisen, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern. „Dieses ist uns gelungen, und wir haben das Feuer rechtzeitig gestoppt“, sagt Arndt. 40 Feuerwehrleute der beiden Feuerwehren waren bei Temperaturen um 30 Grad Celsius gut zwei Stunden im Einsatz. Mit den beiden TLF der beiden Wehren führten die Kräfte Nachlöscharbeiten im pump&roll Betrieb durch.
Die Brandursache bei diesem Feuer war rasch geklärt: Ein technischer Defekt am Mähdrescher hatte das Schneidwerk des Dreschers in Brand gesetzt. Der Landwirt konnte dieses Feuer mit Hilfe eines Pulverlöschers ablöschen und den Mähdrescher in Richtung der Straße lenken.
Im ostholsteinischen Gronenberg brannte am Sonntagnachmittag ein Weizenfeld auf einer Fläche von etwa 20 Fußballfeldern. Im Einsatzverlauf erhöhte die Leitstelle das Alarmstichwort auf FEU 3.
Drei Löschzüge, weitere Tanklöschfahrzeuge, zwei Drohnen und die Technische Einsatzleitung des Kreises Ostholstein kamen zum Einsatz. Beteiligt waren unter anderem die Feuerwehren Ahrensbök, Haffkrug, Neustadt in Holstein, Pönitz, Scharbeutz, Schürsdorf und Süsel.
Die Feuerwehren Scharbeutz und Pönitz unterstützten mit zwei Löschfahrzeugen die Brandbekämpfung und den Aufbau der Wasserversorgung. Gemeinsam mit dem Landwirt dämmten die Einsatzkräfte das Feuer ein. Ein Übergreifen auf weitere Felder und nahe gelegene Gebäude konnte verhindert werden. Nach rund zwei Stunden war der Einsatz beendet.
In Krefeld-Gellep-Stratum begrenzte die Feuerwehr einen Stoppelfeldbrand auf eine Fläche von etwa 1.500 Quadratmetern. (Bild: Feuerwehr Krefeld)
Ballenpressen und Stoppelfelder brennen
Nahe dem Überlinger Teilort Lippertsreute-Ernatsreute meldeten am Sonntagnachmittag mehrere Anrufer einen Feldbrand. Ein Lohnunternehmer war dort mit schwerem Gerät und einer Ballenpresse beschäftigt, als er eine Rauchentwicklung bemerkte. Durch die trockene Witterung und den leichten Wind breitete sich das Feuer schnell aus.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte brannten bereits rund 2.000 Quadratmeter des Feldes. Wegen der außerörtlichen Lage erhöhte die Feuerwehr das Alarmstichwort und forderte zwei stark wasserführende Tanklöschfahrzeuge sowie weitere Einsatzkräfte an. Für die Wasserversorgung verlegten die Kräfte eine rund 300 Meter lange Leitung.
Der Lohnunternehmer zog mit einem Grubber auf allen Seiten Brandschneisen um den betroffenen Bereich. Die Feuerwehr löschte die Fläche, kühlte die rauchende Ballenpresse und kontrollierte sie mit einer Wärmebildkamera. Abschließend bewässerten die Kräfte das Feld, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
Die Freiwillige Feuerwehr Überlingen war mit den Einsatzabteilungen Lippertsreute, Bambergen und Stadt sowie 64 Einsatzkräften und 11 Fahrzeugen vor Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Salem unterstützte mit einem Tanklöschfahrzeug. Polizei und DRK waren ebenfalls eingebunden. Verletzt wurde niemand.
Nach dem Flächenbrand bei Lippertsreute-Ernatsreute kontrollierten Einsatzkräfte den betroffenen Bereich mit einer Wärmebildkamera. Rund 2.000 Quadratmeter Feld hatten gebrannt. (Bild: FF Überlingen)
In Krefeld rückte die Feuerwehr am Sonntagabend zu einer brennenden Ballenpresse im Bereich Venloer Straße und Drügstraße aus. Beim Eintreffen hatte sich das Feuer bereits auf rund 500 Quadratmeter des Stoppelfeldes ausgebreitet.
Landwirte hatten die brennende Presse zuvor von der Zugmaschine abgekuppelt. Anschließend unterstützten sie die Feuerwehr bei den Löscharbeiten. Rund 35 Kräfte der Berufsfeuerwehr Krefeld und der Freiwilligen Feuerwehr Hüls setzten drei Löschrohre ein.
Während der Brandbekämpfung blieb die Venloer Straße im betroffenen Bereich gesperrt. Nach zweieinhalb Stunden war der Einsatz beendet.
Bereits am Samstagnachmittag hatte ein Stoppelfeld im Krefelder Stadtteil Gellep-Stratum gebrannt. Gegen kurz nach 15 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Leitstelle ein. Zeitgleich meldete die Waldbrandüberwachungszentrale „Fire Watch“ einen Brand im Bereich des Großen Ossumer Wegs.
Rund 40 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehren Oppum und Gellep-Stratum begrenzten das Feuer auf etwa 1.500 Quadratmeter. Nach rund zwei Stunden war der Brand gelöscht. Verletzt wurde niemand.
Für den Niederrhein galt zum Zeitpunkt der Einsätze die zweithöchste Warnstufe für Vegetationsbrände. Die Feuerwehr Krefeld verwies auf die anhaltende Trockenheit und warnte davor, dass heiße Oberflächen, Funken oder offenes Feuer die trockene Vegetation entzünden können.