Neumünster (SH) – Rund 300 Einsatzkräfte waren bei einem Großbrand in einem Lagerhallenkomplex im Stadtteil Wittorf bis Donnerstagabend im Einsatz. Drei Hallen gerieten in Brand. Große Mengen akkubetriebener Geräte erschwerten die Löscharbeiten erheblich.
Die Rauchentwicklung war zeitweise über mehrere Kilometer sichtbar. Die Feuerwehr warnte die Bevölkerung über MoWaS. (Bild: Feuerwehr Neumünster)
Um 8:18 Uhr meldeten am Dienstag mehrere Anrufer eine starke und zunächst unklare Rauchentwicklung in der Wrangelstraße. Die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Neumünster alarmierte daraufhin den Löschzug der Berufsfeuerwehr sowie die Freiwillige Feuerwehr Neumünster-Wittorf. Bereits auf der Anfahrt bestätigte sich die Rauchentwicklung.
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Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand der rückwärtige Bereich der ersten von insgesamt drei Hallen in Vollbrand. Die Flammen hatten zudem bereits auf eine zweite Halle übergegriffen, die unter anderem als Werkstatt genutzt wurde. Wegen der weiteren Lageentwicklung erhöhte die Leitstelle das Einsatzstichwort mehrfach, um zusätzliche Kräfte an die Einsatzstelle zu führen.
Zunächst gingen Trupps im Innenangriff vor. Parallel begann die Brandbekämpfung über eine Drehleiter. Da sich das Feuer schnell auf beide Hallen ausbreitete, brach die Feuerwehr den Innenangriff nach kurzer Zeit ab. Ein sicheres Vorgehen im Inneren war nicht mehr möglich.
Anschließend konzentrierten sich die Kräfte auf umfangreiche Löschmaßnahmen von außen. Dabei setzten sie mehrere handgeführte Strahlrohre, vier Hubrettungsfahrzeuge mit Wasserwerfern sowie mehrere Großwasserwerfer ein. Weitere Freiwillige Feuerwehren aus dem Stadtgebiet unterstützten die Maßnahmen.
Im Verlauf des Einsatzes standen zwei Hallen in Vollbrand. Die als Werkstatt genutzte Halle stürzte ein. Ein Übergreifen auf die dritte Halle konnten die Einsatzkräfte aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht verhindern. Auch diese Halle brannte später vollständig.
Besonders aufwendig wurde der Einsatz durch große Mengen akkubetriebener Geräte, die in zwei der betroffenen Hallen lagerten. Nach Angaben der Feuerwehr erschwerte dies die Löscharbeiten erheblich und machte den Einsatz besonders personal- und kräfteintensiv.
Die Feuerwehr leitete die Brandbekämpfung unter anderem über eine Drehleiter ein. (Bild: Feuerwehr Neumünster)
Zur Unterstützung kamen zusätzliche Kräfte aus den Kreisen Segeberg, Plön und Rendsburg-Eckernförde sowie aus den Städten Kiel, Lübeck und Hamburg nach Neumünster. Beteiligt waren unter anderem die Berufsfeuerwehr Kiel, die Feuerwehr Lübeck, die Freiwillige Feuerwehr Kiel-Wellsee, Werkfeuerwehren aus Kiel und Heide, das Landeszentrallager Katastrophenschutz in Boostedt, die Technische Einsatzleitung mit Drohneneinheit, ein Einsatzleitwagen 2, das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser, der Löschzug Gefahrgut 2, mehrere THW-Ortsverbände, spezialisierte Unternehmen mit schwerem Gerät, das Technische Betriebszentrum Neumünster, die untere Bodenschutzbehörde, der Notdienst der Stadtwerke Neumünster sowie ein Notfallmanager der Deutschen Bahn.
In der Spitze arbeiteten rund 300 Kräfte gleichzeitig an der Einsatzstelle. Für die Versorgung der Einsatzkräfte sorgten das Deutsche Rote Kreuz und die Regieeinheit. Im weiteren Verlauf reduzierte die Einsatzleitung die Kräftezahl schrittweise.
Um die zahlreichen Glutnester bekämpfen zu können, bauten Bagger die Hallen Stück für Stück zurück. Wegen der starken Rauchentwicklung, die zeitweise über mehrere Kilometer sichtbar war, gab die Feuerwehr eine Warnmeldung über das Modulare Warnsystem heraus. Die Bevölkerung sollte Fenster und Türen geschlossen halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abschalten.
Im Verlauf des Einsatzes griff das Feuer auch auf die dritte Halle des Lagerhallenkomplexes über. (Bild: Feuerwehr Neumünster)
Auch die in unmittelbarer Nähe verlaufende Bahnstrecke war betroffen. Wegen der Rauchentwicklung und notwendiger Einsatzmaßnahmen im Gleisbereich wurde sie vorübergehend gesperrt. Die Stadtwerke schalteten das Gebäude vollständig stromlos.
Für die letzten Kräfte endete der Einsatz am Donnerstag gegen 18 Uhr. Insgesamt dauerten die Maßnahmen damit rund 58 Stunden.