Nach Gebäudeeinsturz

Suchhunde, Ortungstechnik, Saugbagger: Einsatz in Görlitz dauert an

Görlitz (SN) – Mehr als zwei Tage nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in Görlitz suchen Feuerwehr, THW und weitere Einsatzkräfte weiter nach Vermissten. In den Trümmern fanden die Helfer inzwischen eine tote Frau. Trotz schwieriger Bedingungen laufen die Suchmaßnahmen ohne Unterbrechung weiter.

Trümmer in Görlitz
Menschenkette im Trümmerfeld: Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW tragen Teile des eingestürzten Mehrfamilienhauses in Görlitz händisch ab, um Erschütterungen möglichst gering zu halten. (Bild: NEWS5 | Haubner)

Über die ersten Such- und Rettungsarbeiten nach dem Hauseinsturz hatte Feuerwehr-Magazin bereits berichtet. Während die Einsatzkräfte nun weiter Schutt abtragen, verändert sich die Lage an der Einsatzstelle fortlaufend. In den Abendstunden des Vortages hatten Suchhunde erneut angeschlagen. Rettungskräfte von Feuerwehr und THW konzentrierten ihre Maßnahmen daraufhin auf die markierten Bereiche. Wie Polizeisprecher Stefan Haiduck erklärte, fanden die Einsatzkräfte dabei eine 25-jährige weibliche Person. Ein Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod feststellen.

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Zwei weitere Menschen gelten weiterhin als vermisst: eine 26-jährige Frau und ein 48-jähriger Mann. Deshalb setzen Feuerwehr und THW ihre Suche unverändert fort.

Bereits am Dienstagabend hatten Spezialkräfte des THW mit Ortungstechnik nach möglichen Lebenszeichen gesucht. Dafür stellten die Helfer die Arbeiten zeitweise komplett ein. Maschinen schwiegen, an der Einsatzstelle herrschte absolute Ruhe. Mit speziellen Ortungsgeräten sowie Lautsprecherdurchsagen suchten zwei unabhängig arbeitende Teams nach Reaktionen aus den Trümmern.

Nach Angaben von Susan Schmidt, Pressesprecherin des THW, sprachen die Einsatzkräfte mehrfach per Megafon in den Trümmerkegel und forderten mögliche verschüttete Personen auf, Reaktionen zu zeigen. Nach ihren Angaben führten die Messungen jedoch zu keinem bestätigten Hinweis auf Überlebende.

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Auch Leiterin der Berufsfeuerwehr Görlitz, Anja Weigel, beschrieb den hohen Aufwand der Suche. Durch das schrittweise Abtragen der Trümmer würden immer wieder Hohlräume freigelegt. Vor weiteren Arbeiten kontrollierten THW-Kräfte diese Bereiche mit Ortungstechnik und Kameras. „Manchmal reicht schon ein Räuspern oder eine kleine Bewegung“, erläuterte Weigel. Mehr als eine halbe Stunde habe absolute Stille an der Einsatzstelle geherrscht, um mögliche Signale wahrnehmen zu können.

Ein Großteil der Arbeiten erfolgt weiterhin händisch. Über Menschenketten reichen Einsatzkräfte Trümmerteile aus dem Gefahrenbereich heraus, um zusätzliche Erschütterungen möglichst gering zu halten. Schwere Technik kommt nur eingeschränkt zum Einsatz. Das Vorgehen soll die Belastung des Trümmerfeldes reduzieren, da die Einsatzkräfte weiterhin von verschütteten Personen ausgehen, so Weigel.

Seit Mittwoch unterstützt zusätzlich ein Saugbagger die Maßnahmen. Laut Polizeisprecher Stefan Haiduck transportiert das Gerät Staub, Geröll und kleinere Trümmerteile schneller ab und erleichtert so die Suche. Große Kräne und Bagger bewegen weiterhin sperrige Mauerteile und Balken.

Die Arbeiten sollen auch in der Nacht weitergehen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Ausleuchtung der Einsatzstelle keine zusätzlichen Gefahren durch Schattenbereiche verursacht. Baufachberater überwachen die Trümmerlage fortlaufend und bewerten mögliche Risiken.

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