Kleinschirma (SN) – In einer früheren Gießerei, die als Kfz-Werkstatt genutzt wurde, ist im Landkreis Mittelsachsen ein Großbrand ausgebrochen. Für die Feuerwehr entwickelte sich der Einsatz zu einer langen Lage mit schwieriger Wasserversorgung, extremer Hitze und Frostproblemen.
DLK-Besatzungen und Bodentrupps im koordinierten Löschangriff. Ein Vorgehen im Inneren war wegen des Vollbrands von Beginn an unmöglich.
Als die ersten Kräfte an der Einsatzstelle eintrafen, stand der Eigentümer vor dem Gebäude. Seine Löschversuche mit Handfeuerlöschern waren gescheitert. Hinter den Fenstern war bereits Feuerschein zu erkennen. In dem Objekt befanden sich nach seinen Angaben unter anderem Fahrzeuge, Reifen, Ersatzteile, Öle, Fette, Kraftstoffe und ein 5.000-Liter-Heizöltank.
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Kurz nach Beginn der Maßnahmen zündete das Gebäude durch. Ein Innenangriff kam nicht mehr infrage. Die Einsatzleitung ließ das Feuer von außen bekämpfen und gliederte die Lage unter anderem in Abschnitte für Riegelstellung, Gebäuderückseite, Wohngebäude und Wasserversorgung.
Mehrere direkt angrenzende Wohnhäuser ließ die Feuerwehr evakuieren. Das DRK betreute die betroffenen Bewohner. Mit 3 C-Rohren bauten Einsatzkräfte eine Riegelstellung auf. Fensterrahmen an benachbarten Gebäuden schmolzen, einzelne Scheiben brachen. Ein Übergreifen des Brandes verhinderten die Kräfte.
Eine zentrale Herausforderung blieb die Löschwasserversorgung. Hinter der Gießerei lag ein Teich, der mit Eis bedeckt war. Feuerwehrleute schlugen Löcher in die Eisschicht und förderten Wasser über Saugleitungen und Tragkraftspritzen. Zusätzlich mussten Schlauchleitungen über mehr als einen Kilometer zu einer Fernwasserleitung verlegt werden. Weil sie über Bahngleise führten, wartete die Einsatzleitung zunächst auf die Sperrung der Strecke.
Hitze und Wetter belasteten Mannschaft und Gerät. An einer Drehleiter schmolzen Spiegel und Kunststoffteile. Bei Temperaturen bis minus 6 Grad fror Wasser auf Helmen, Einsatzkleidung und Atemschutzgeräten. Zwei Atemschutzgeräte fielen dadurch aus.
Eine Drohne unterstützte die Einsatzleitung beim Lagebild. Später prüfte das THW die Standfestigkeit des Gebäudes und besonders des Schornsteins. Das Umweltamt begutachtete unter anderem Ölsperren auf dem Gießereiteich und dem Schirmbach.
Insgesamt waren 157 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, THW und Rettungsorganisationen im Einsatz. Die Feuerwehr setzte rund 1,8 Millionen Liter Löschwasser ein, davon etwa 410.000 Liter aus dem öffentlichen Netz. Offizielles Einsatzende für die Feuerwehr war um 12.35 Uhr. Im Tagesverlauf mussten Kräfte der FF Kleinschirma noch einzelne Glutnester ablöschen.
Den gesamten Einsatzbericht von Katharina Grootens liest du im aktuellen Feuerwehr-Magazin:
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