Mörfelden (HE) – Mitten in der Nacht brennt es in der Langgasse in Mörfelden in einer Wohnung eines historischen Fachwerkhauses. Dichter Rauch, ein unübersichtlicher Grundriss und eine drohende Rauchgasdurchzündung machen den Einsatz für die Feuerwehr besonders anspruchsvoll.
Parkende Autos sorgen für beengte Platzverhältnisse auf der Straße vor der Wohnung. (Bild: Feuerwehr Mörfelden-Walldorf)
Als die Feuerwehr Mörfelden-Walldorf am 26. Oktober 2025 um 2:29 Uhr alarmiert wird, lautet das Einsatzstichwort „F2Y: Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr“. Zunächst ist von einem brennenden Bett im ersten Obergeschoss eines Wohn- und Geschäftsgebäudes die Rede. Noch während die ersten Kräfte unterwegs sind, verschärft sich die Lage: Das Feuer hat sich bereits deutlich ausgebreitet.
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In der Langgasse angekommen, finden die Einsatzkräfte eine Straße vor, die bereits komplett im Rauch liegt. Das eigentliche Brandobjekt ist zunächst kaum auszumachen. Die Erkundung ist deshalb nur unter Atemschutz möglich. Schnell wird deutlich, dass nicht nur das Feuer selbst, sondern auch die baulichen Gegebenheiten den Einsatz erschweren. Die Brandwohnung liegt in einem alten, langgezogenen Fachwerkgebäude mit verwinkeltem Zuschnitt, langen Fluren und mehreren Räumen. Hinzu kommt, dass der Zugang nur über eine Durchfahrt in den Hinterhof möglich ist.
Die Bewohner haben das Gebäude zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Für die Feuerwehr geht es nun ganz darum, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Mehrere Trupps gehen unter Atemschutz in das Gebäude vor. Doch im Inneren stoßen sie auf starke Hitze, offene Flammen und dichten Rauch. Ein Vorgehen bis in den eigentlichen Brandraum gelingt zunächst nicht.
Dann verändert sich die Rauchentwicklung so deutlich, dass sich eine Rauchgasdurchzündung ankündigt. Die Einsatzleitung reagiert sofort und lässt die eingesetzten Trupps zurückziehen. Wenig später bestätigt sich die Gefahr. Für die Feuerwehr ist damit klar: Der Innenangriff muss zunächst abgebrochen werden.
Im nächsten Schritt wird der Brand von außen bekämpft. Über ein Fenster im rückwärtigen Bereich und über die Drehleiter von der Straßenseite aus gehen die Kräfte gegen die Flammen vor. Dabei zeigt sich auch, dass das Feuer bereits Teile der Dachkonstruktion erreicht hat. Die Feuerwehr öffnet gezielt die Dachhaut und verhindert so, dass sich der Brand weiter in den Dachstuhl ausbreitet.
Erst als der Außenangriff Wirkung zeigt, wagen sich die Einsatzkräfte erneut ins Gebäude. Auch dieser Abschnitt bleibt mühsam. Im Inneren treffen die Trupps auf große Mengen Brandschutt, anhaltende Hitze und weiterhin schlechte Sicht. Um das alte Gebäude nicht zusätzlich zu belasten, setzt die Feuerwehr das Löschwasser bewusst zurückhaltend ein. Zur Einschätzung der Statik wird ein Baufachberater des THW hinzugezogen. Eine akute Einsturzgefahr besteht nach dessen Bewertung nicht.
Während des gesamten Einsatzes bleibt der Rauch eines der größten Probleme. Deshalb kommen auch Lüfter zum Einsatz, um die Einsatzstelle und das Gebäude besser vom Rauch zu befreien. Parallel richtet die Feuerwehr einen eigenen Hygieneabschnitt ein, um kontaminierte Kleidung und Ausrüstung der eingesetzten Atemschutzgeräteträger direkt an der Einsatzstelle zu behandeln.
Um 4:35 Uhr meldet die Einsatzleitung schließlich „Feuer aus“. Die Nachlöscharbeiten ziehen sich noch bis in die frühen Morgenstunden. Insgesamt sind 87 Einsatzkräfte mit 25 Fahrzeugen im Einsatz.
Den ausführlichen Einsatzbericht von Matthias Hendrich kannst Du im Feuerwehr-Magazin 3/2026 lesen.
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