Troisdorf (NW) – Zu einer vermeintlichen eingeklemmten Person fuhr die Freiwillige Feuerwehr Troisdorf aus dem Rhein-Sieg-Kreis am Dienstagabend, 5. Mai. Doch als sie am Einsatzort ankamen, fanden sie keinen Unfall, sondern gar nichts. Den Ehrenamtlichen wurde klar, dass es sich um einen Scherzanruf handeln musste. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Symbolbild der Feuerwehr Troisdorf: Die Aufnahme entstand an der Kreuzung Frankfurter Straße/Alfred-Delp-Straße, an der Einsatzkräfte nach einem mutmaßlichen Scherzanruf nach einem Verkehrsunfall suchten. (Bild: Fuhrmann)
Dienstagabend, 20:29 Uhr: Bei den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Troisdorf geht eine Meldung ein: „TH3-P.klemmt, 2 Pkw 1x überschlagen“, steht neben der Adresse auf den Displays. Zwei Autos sollen zusammengestoßen sein, eines liege auf dem Dach. Der Fahrer soll eingeklemmt sein. Mehrere Einheiten eilen zum vermeintlichen Einsatzort, der Kreuzung Frankfurter Straße/Alfred-Delp-Straße. Doch sie finden nichts. „Der Einsatzort war mit einem Lidl angegeben. Es wurde noch gefragt, ob vielleicht der andere Lidl in der Stadt gemeint war, doch die Leitstelle verneinte“, berichtete Pressesprecher Peter Kern.
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Also geben die ersteintreffenden Kräfte per Funk die Meldung „keine Erkenntnisse“ an ihre nachfolgenden Kameradinnen und Kameraden. 42 überwiegend freiwillige Feuerwehrleute, fünf Einheiten, zwei Rettungswagen und ein Notarztfahrzeug waren umsonst draußen. „Böswillige Notrufe binden Einsatzkräfte, die im Ernstfall an anderer Stelle dringend benötigt werden. Wer absichtlich einen Notruf missbraucht, spielt mit der Sicherheit anderer Menschen. Sollte der Täter überführt werden, so werden ihm auch die Einsatzkosten in Rechnung gestellt“, stellt Kern klar. Der Anruf sei wohl aus einem gegenüberliegenden Schnellrestaurant gekommen.
Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts des Notrufmissbrauchs eingeleitet und prüft, zu wem die Nummer des Anrufers oder der Anruferin führt. „Die Notrufe werden ja aufgezeichnet, es war auf jeden Fall eine jüngere Person“, sagt Polizeisprecher Stefan Birk. Grundsätzlich komme es im Rhein-Sieg-Kreis selten vor, dass jemand zum Scherz anrufe und eine falsche Notlage schildere. „Das ist eine Straftat und unsere Fachabteilung geht diesen Anrufen konsequent nach.“ Werde der Verursacher ermittelt, folge neben einer Anzeige häufig auch die Rechnung für den Einsatz. „Bei einem Verkehrsunfall geht das noch, aber wenn wir von Suchmaßnahmen reden, bei denen zum Beispiel ein Hubschrauber zum Einsatz kommt, kann die Summe schnell mehrere tausend Euro betragen“, warnt Birk. Niemand habe allerdings etwas zu befürchten, wenn er eine Lage falsch einschätze. „Wir fahren den Einsatz lieber wieder runter als hoch.“