Traunstein (BY) – Tanja ist 18 Jahre alt, kommt aus Waging am See und war viele Jahre in der Jugendfeuerwehr aktiv. Heute engagiert sie sich ehrenamtlich bei der Wasserwacht – und kämpft gleichzeitig gegen Leukämie. Für ihre Kameradinnen und Kameraden im Kreis Traunstein ist das Grund genug, zusammenzustehen: Am Sonntag, den 22. Februar, öffnen 22 Feuerwehren ihre Gerätehäuser für eine gemeinsame Typisierungsaktion zugunsten der DKMS.
Am Sonntag (22. Februar) öffnen zahlreiche Feuerwehren von 14 bis 16 Uhr ihre Gerätehäuser für eine kostenlose Stammzell-Typisierung. Bereits im Vorfeld gingen Mitglieder der Kreisbrandinspektion des Kreises Traunstein mit gutem Beispiel voran und ließen sich typisieren. Hintere Reihe (v. l .): Kreisbrandrat Christof Grundner, Kreisbrandmeister Albert Rieder, Kreisbrandmeister Florian Jurisch und Kreisbrandinspektor Josef Egginger. Vordere Reihe (v. l.): Fach-Kreisbrandmeister Thorsten Lohner, Kreisbrandmeister Georg Fleischer, Kreisbrandinspektor Günter Wambach, Kreisbrandmeister Hans Heinrich, Kreisfeuerwehrarzt Holger Hübner und Fach-Kreisbrandmeister Florian Ettmayr.
Von 14 bis 16 Uhr haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich kostenlos als potenzielle Stammzellspenderinnen und -spender registrieren zu lassen. Der Ablauf ist unkompliziert: ein kurzer Wangenabstrich, die Aufnahme der persönlichen Daten, fertig. Die Gewebemerkmale werden anschließend unter strengen Datenschutzauflagen in einer Spenderdatei gespeichert und stehen nicht nur für Tanja, sondern für alle an Leukämie erkrankten Patientinnen und Patienten weltweit zur Verfügung.
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Kreisbrandrat Christof Grundner erklärt, wenn jemand aus der eigenen Gemeinschaft Hilfe brauche, stehe die Feuerwehr geschlossen zusammen. Kameradschaft ende nicht am Gerätehaus, sie zeige sich auch in gesellschaftlicher Verantwortung.
Die Aktion richtet sich an alle: die Blaulichtfamilie ebenso wie die gesamte Bevölkerung im Kreis. Mitmachen können Personen zwischen 17 und 55 Jahren mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 16,5 und 40, ohne schwerwiegende Vorerkrankungen und mit Wohnsitz in Deutschland (sofern sie noch nicht als Stammzellspender registriert sind). Die Registrierung ist freiwillig und verpflichtet zu nichts. Kosten entstehen weder für die Aufnahme in die Datei noch für eine mögliche spätere Stammzellspende.
In vielen Gerätehäusern stehen Spendenboxen bereit, teilweise gibt es Kaffee und Kuchen. Ein sichtbares Zeichen für das, was Feuerwehr im Kern ausmacht: Zusammenhalt, weit über den Einsatz hinaus.