Feuerwehkräfte in Überlebensanzügen

Reh aus dem Eis gerettet

Geesthacht (SH) – Tierische Rettungsaktion für ein Reh in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) am gestrigen Sonntagabend: Spaziergänger entdecken das hilflos im Treibeis des Unteren Schleusenkanals steckende Tier und wählen den Notruf. Mit dem Stichwort „Tier in Not“ alarmiert die Integrierte Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe die Feuerwehrleute aus Geesthacht.

Kräfte der Feuerwehr Geesthacht retten ein Reh, das im Eis feststeckt. Foto: Jann
Kräfte der Feuerwehr Geesthacht retten ein Reh, das im Eis feststeckt. Foto: Jann

Die Feuerwehr rückt mit vier Fahrzeugen an. Einige Kräfte bekleiden sich schon auf der Anfahrt mit den Überlebensanzügen für Wasserrettungseinsätze.

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„Wir haben das Tier dann nach Hinweisen der Spaziergänger an der Uferböschung entdeckt, wo es völlig entkräftet und mit Eis am Fell zwischen Bäumen lag“, informiert Dennis Wendorf, Gruppenführer der Feuerwehr. Wehrführer Sascha Tönnies hält daraufhin mit Stadtjäger Jens Voss Rücksprache, um das richtige Vorgehen abzusprechen. Ergebnis: Das Tier schonend einfangen, trockenrubbeln und – wenn es geht – aufwärmen.

Zwei Feuerwehrmänner, die durch Überlebensanzüge beim Einsatz an der Wasserkante geschützt sind, pirschten sich von hinten an das Reh heran. Das entkräftete Tier kann nicht mehr flüchten. Die Feuerwehrkräfte heben es mithilfe einer Decke vorsichtig aus dem Eis. Tönnies: „Wir haben es dann 200 Meter zum Parkplatz an der Schleuse getragen, wo unser Gerätewagen Hygiene stand, in dem wir die Heizung eingeschaltet hatten, damit das Tier sich aufwärmen kann.“

Nachdem die letzten Spaziergänger die Elbinsel verlassen haben, setzen sie das Tier auf einer Decke an einem geschützten Platz aus. „Jetzt hoffen wir natürlich alle, dass das Bambi schnell wieder Anschluss zu seiner Familie findet“, sagte Tönnies. Tierrettungen gehören direkt nach der Menschenrettung zu den wichtigsten Aufgaben der Feuerwehr. Entsprechend der Notlage sind die Feuerwehrleute dabei auch mit Blaulicht und Martinhorn zum Einsatzort unterwegs. „Es ist für uns immer ein schöner Erfolg, wenn alles funktioniert“, sagt Tönnies.

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