200 Kräfte im Einsatz

Großbrand zerstört Reifenlager

Ebern-Eyrichshof (BY) – Im Kreis Haßberge ist am frühen Freitagmorgen eine Scheune in Brand geraten, die als Reifenlager genutzt wurde. Das Gebäude brannte vollständig nieder, die Kriminalpolizei Schweinfurt ermittelt zur Ursache. Während die Polizei zunächst von keinen Verletzten sprach, meldete das Bayerische Rote Kreuz (BRK) drei leicht verletzte Feuerwehrmänner.

Mehrere Trupps der Feuerwehr bekämpfen den Großbrand der Scheune mit Strahlrohren; dichte Flammen- und Rauchentwicklung über der Einsatzstelle. (Bild: BRK-Kreisverband Haßberge | Will)

Gegen 4 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle (ILS) Schweinfurt die Mitteilung über den Brand einer Scheune in der Nähe des Geländes von Schloss Eyrichshof ein. Nach Angaben der Polizei vor Ort bemerkte ein Zeitungsausträger das Feuer und wählte den Notruf. Kurz nach der Alarmierung trafen die Freiwilligen Feuerwehren aus der Region mit einem Großaufgebot ein; auch Polizei, Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) und Technisches Hilfswerk (THW) waren im Einsatz.

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Das BRK berichtete, dass die rund 40 x 30 Meter große Halle beim Eintreffen der Kräfte bereits im Vollbrand stand. Aus dem Gebälk drang starker dunkler Rauch, Flammen stießen teilweise rund 50 Meter in den Nachthimmel. Funken und Rußpartikel flogen mehrere Hundert Meter weit, zudem waren immer wieder explosionsartige Geräusche zu hören. Die Halle grenzt unmittelbar an einen Fußballplatz und liegt knapp 120 Meter vom Schloss entfernt.

In dem Gebäude lagerten Reifen: Die Polizei nannte in einer ersten Mitteilung rund 4.000 Reifen, der Reifenhändler, der die Halle gepachtet hat, sprach laut BRK von rund 10.000 eingelagerten Reifen. Das Gebäude brannte vollständig nieder. Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa 500.000 Euro.

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Für die Brandbekämpfung setzte die Feuerwehr laut BRK zahlreiche Strahlrohre am Boden sowie zwei Drehleitern der Freiwilligen Feuerwehr Ebern und der Werkfeuerwehr Ebern ein. Löschwasser entnahmen die Einsatzkräfte aus der Baunach: Über zwei Förderstellen wurde Wasser aus dem Fluss entnommen und per Schlauchleitungen zur Einsatzstelle gefördert. Als Vorteil bewerteten Einsatzleiter David Pfeufer, Kommandant der FF Ebern, und Kreisbrandinspektor Jonas Ludewig die freistehende Lage der Halle. Wohngebäude befanden sich demnach nicht in unmittelbarer Nähe, Evakuierungen waren nicht erforderlich.

Im Verlauf des Einsatzes stieg eine giftige Rauch- und Rußwolke auf, die überwiegend in Richtung Specke, Siegelfeld und Fischbach zog. Auf Bitten des Landratsamtes Haßberge gab die ILS Schweinfurt über Rundfunkanstalten und Warn-Apps eine Warnmeldung heraus: Betroffene in den Ortschaften Eyrichshof, Fischbach und Ebern sollten Türen und Fenster schließen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abstellen. Die Warnung wurde gegen 8 Uhr veröffentlicht und kurz vor 10 Uhr wieder aufgehoben. Einsatzkräfte in der Nähe der Brandstelle trugen demnach teils Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Masken; zudem waren Dutzende Atemschutzgeräteträger im Einsatz.

Wasserabgabe über die Drehleiter: Die Scheune steht in Vollbrand, eine massive Rauchwolke steigt in den Himmel. (Bild: BRK-Kreisverband Haßberge | Will)

Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK, THW und Polizei arbeiteten laut BRK an der Einsatzstelle. Die Feuerwehr entschied sich nach stundenlangem Einsatz schließlich, die Halle kontrolliert abbrennen zu lassen, um eine zusätzliche Umweltgefährdung durch kontaminiertes Löschwasser zu vermeiden. Später kam zur Lagebeurteilung ein Fachmann des Wasserwirtschaftsamtes hinzu. Die Einsatzleitung ging davon aus, dass sich die Arbeiten bis in den Mittag ziehen, außerdem sollte für den ganzen Tag eine Brandwache gestellt werden. Bis zum Morgen waren laut BRK 17 Feuerwehren aus der Umgebung im Einsatz (u. a. FF Ebern, Werkfeuerwehr Ebern, Eyrichshof, Vorbach, Rentweinsdorf, Weißenbrunn, Kraisdorf, Sand, Gereuth, Pfarrweisach, Treinfeld, Unterpreppach, Brünn, Frickendorf, Fischbach-Höchstädten und Heubach).

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Die Polizei meldete am Freitagvormittag, nach aktuellem Sachstand sei niemand verletzt worden. Das BRK berichtet hingegen, drei Feuerwehrmänner hätten bei den Löscharbeiten leicht Rauchgas eingeatmet und seien vom Rettungsdienst kurz betreut worden; eine Einlieferung in eine Klinik sei nicht nötig gewesen. Zur Absicherung standen zwei Rettungswagen sowie der BRK-Einsatzleiter Rettungsdienst bereit. Außerdem wurden mehrere BRK-Schnelleinsatzgruppen (Betreuung, Verpflegung, Transport) alarmiert.

Die Kriminalpolizei Schweinfurt übernahm vor Ort die Ermittlungen zur Brandursache; nähere Erkenntnisse lagen laut Polizei und BRK zunächst nicht vor. An der betroffenen Scheune hatte es bereits am 31. Dezember schon einmal gebrannt, so berichtet es die Feuerwehr Eyrichshof auf ihrer Facebook-Seite. Damals sei ein an die Scheune angebauter hölzerner Anbau in Brand geraten, den die Feuerwehr löschen konnte, ohne dass größerer Schaden entstanden sei.

Brandbekämpfung im Außenangriff: Einsatzkräfte und zahlreiche Schlauchleitungen im Vordergrund, Flammen schlagen aus dem Hallenbereich. (Bild: BRK-Kreisverband Haßberge | Will)

Laut Feuerwehr Ebern lief der Einsatz unter dem Stichwort B4 – Scheune. Eingesetzt waren Florian Ebern 11/1 (Mehrzweckfahrzeug), 40/1 (Löschgruppenfahrzeug), 21/1 (Tanklöschfahrzeug), 30/1 (Drehleiter) und 59/1 (Gerätewagen).


Nachtrag:

Feuerwehr-Kommandant David Pfeufer, Feuerwehr Ebern, teilte mit, die Feuerwehr sei um 4:09 Uhr unter dem Stichwort „B4 – Scheune“ alarmiert worden. Beim Eintreffen habe zunächst ein Entstehungsbrand vorgelegen, nach rund 15 Minuten habe das Gebäude im Vollbrand gestanden. Pfeufer zufolge wurden weitere Feuerwehren nachalarmiert; außerdem habe man fünf B-Leitungen aufgebaut, um umliegende Gebäude zu schützen. Als Wasserentnahmestelle nannte er die Baunach in etwa 100 bis 200 Metern Entfernung. In der Scheune seien nach Auskunft des Besitzers 10.000 Reifen gelagert gewesen; Gasflaschen oder andere Gefahrstoffe seien dort nicht vorhanden gewesen. Pfeufer sagte außerdem, ein Feuerwehrmann sei durch Rauchgase leicht verletzt worden, habe aber ohne Klinik nach Hause gehen können. Die Halle sei ein Totalschaden. Das THW sei nachalarmiert worden, um mit einem Radlader Glutnester auseinanderzuziehen.

Polizeisprecher Dennis Stegner erklärte, es gebe Anhaltspunkte, die auf eine mögliche Brandstiftung hindeuten. Im Zuge umfangreicher Maßnahmen sei ein 26-jähriger Deutscher festgestellt worden, der im dringenden Tatverdacht stehe. Der Mann befinde sich in Gewahrsam und werde dem Ermittlungsrichter in Bamberg vorgeführt. Stegner sprach ebenfalls von einem leicht verletzten Feuerwehrmann durch Rauchgase.

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