Waldbrände: 62 Tote in Portugal/Rekordzahl in Brandenburg

Lissabon/Potsdam – Mindestens 62 Menschen sind bei einem Waldbrand in der Region Pedrógão Grande, etwas 200 Kilometer nördlich von Lissabon, am Wochenende ums Leben gekommen. Diese Zahl nannte der portugiesische Ministerpräsident António Costa. Mehr Menschen waren seit Beginn der Aufzeichnung in Portugal noch nie durch einen Waldbrand gestorben. Rekordzahlen meldet auch Brandenburg: von März bis Mitte Juni wurden bereits 101 Wald- und Flächenbrände registriert. Mehr als je zuvor.

Die Ursachen für die Brände in Portugal und Deutschland sind im Prinzip die gleichen: längere Schönwetterphasen und zu wenig Niederschlag. Unwetterartige Niederschläge sorgen nur für wenig Entlastung. Es fällt dann innerhalb kürzester Zeit zwar viel Regen, aber die trockenen Böden können die Feuchtigkeit nicht aufnehmen.

Ein verheerender Waldbrand verwüstete in Portugal am Wochenende eine ganze Region. 62 Menschen starben in den Flammen. Symbolfoto: Feuerwehr Bad Reichenhall

Ein Blitz soll nach offiziellen Angaben das Feuer in der Region Pedrógão Grande am Samstag ausgelöst haben. Die Behörden gehen davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch deutlich höher liegt. Einige Dörfer sind noch immer von der Außenwelt abgeschnitten.

Augenzeugen berichten, dass anfangs viel zu wenig Feuerwehrleute der Feuerwalze hilflos gegenüberstanden. Inzwischen sind Helfer aus ganz Portugal in der Region eingetroffen.

In Brandenburg macht den Helfern die Vielzahl der Brände zu schaffen. In vielen Regionen wurde inzwischen die Waldbrandstufe 4 (die zweithöchste Stufe) ausgerufen. Der bisher größte Brand wütete Ende Mai in der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus: 250 Hektar (2,5 Quadratkilometer) ginge in Flammen auf. Weite Teile eines ehemaligen Truppenübungsplatzes durften von den Feuerwehrleuten wegen vermuteter Munitionsreste im Boden nicht betreten werden.

Häufige Brandursache: Brandstiftung

„Der Landesbetrieb Forst muss in diesem Jahr registrieren, dass vermehrt vorsätzliche Brandstiftung als Ursache für die Brände in Frage kommt“, erklärt Jens-Uwe Schade, der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Potsdam. Bei rund 30 Prozent aller Waldbrände in diesem Jahr wird wegen Brandstiftung ermittelt.

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