Dienstag, 30. Mai 2017

Das müsst Ihr wissen: Feuerwehr Messe Interschutz

21. April 2017 von  

Die Feuerwehr-Fachmesse Interschutz: Großevent für jeden Feuerwehrkameraden. Die „Weltleitmesse für die Bereiche Rettungsdienst, Brand- beziehungsweise Katastrophenschutz und Sicherheit“ ist bei Feuerwehren weltweit bekannt als Fahrzeugschau, Marktübersicht und beliebtes Ausflugsziel. Wir geben Antworten auf die häufigsten Fragen zur Mega-Messe.

Aktuell: Es geht wieder los, der Deutsche Feuerwehrverband (DFV), die Deutsche Messe AG, die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) und weitere ideelle Partner trafen sich am 21. April 2017 zum Kick-Off-Meeting des DFV für die Interschutz 2020. Gemeinsam mit der Weltleitmesse steigt auch der 29. Deutsche Feuerwehrtag in Hannover vom 15. bis 20. Juni 2020.  „Die Interschutz war 2015 schon voller Superlative. Das wird sich 2020 noch weiter steigern. Außerdem wird vieles für Besucher angenehmer. Man kann sich also schon jetzt freuen!“, betont DFV-Präsident Hartmut Ziebs.

Inhaltsverzeichnis
Alles zur Interschutz
Interschutz 2015: Die Messe der Rekorde
Alte Schätze: Jede Menge Schönheiten auf der Interschutz

Die Mega-Messe Interschutz aus der Vogelperspektive. Das Freigelände ist nur ein kleiner Teil des weitläufigen Messegeländes. Foto: O. Preuschoff

1.) Interschutz? Was ist das?

Das Logo der Interschutz seit jeher: Der Rote Hahn

Die Interschutz ist eine Weltleitmesse, das heißt, sie gilt international als führende Leistungsschau einer Branche. In diesem Fall der Feuerwehrbranche. Unternehmen nutzen die Messe alle 5 Jahre, um sich und ihre Produkte zu präsentieren. Führungskräfte, Beschaffer und Gerätewarte aus den Feuerwehren verschaffen sich eine Marktübersicht. Großkunden kaufen Fahrzeuge direkt vor Ort. Kenner der Branche suchen nach neuen Innovationen und Feuerwehrleute aus aller Welt kommen einfach zum Staunen vorbei. Denn obwohl die Interschutz eine Fachmesse ist, benötigen Besucher keine Akkreditierung. Die Messe kann also von jedem Interessierten besucht werden.

2.) Wer stellt auf der Messe Interschutz aus?

Wirklich alle. Grundsätzlich alle Unternehmen, Ausstatter, Verbände und Organisationen, die beim Thema Brand- und Katastrophenschutz Rang und Namen haben, sind vertreten. An ihren teilweise überwältigenden Messeständen präsentieren sie ihr Leistungsspektrum. Klar, dass Marktführer der Industrie wie Rosenbauer, Ziegler, Mercedes-Benz und Haix ganz vorne mit dabei sind. Zwischen den Global Playern gesellen sich aber auch immer wieder kleine Nischenunternehmen hinzu. Bei den Ausstellern gibt es eine Besonderheit: die ideellen Aussteller. Dazu gehören Feuerwehren, Verbände, Forschungsunternehmen, Sammler und Hilfsorganisationen. Diese Aussteller verfolgen kein wirtschaftliches Interesse. Zu den beliebtesten ideellen Ausstellern bei den Besuchern gehören die Berliner Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die Feuerwehr Hannover, die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, die Landesfeuerwehrverbände oder der Deutsche Feuerwehrverband. Gerade diese Aussteller machen den Unterschied zu anderen Industrie-Messen aus. 

Besonders die ideellen Aussteller (Vereine, Verbände, Organisationen) der Interschutz können an ihren Messestände immer überragende Besucherzahlen verbuchen. Hier der Stand der TUIS (Bündnis verschiedener Chemieunternehmen mit dem Ziel, die Feuerwehr bei Industrieunfällen zu unterstüzten). Foto: O. Preuschoff

3.) Was gibt es auf der Interschutz zu sehen?

War 2015 dabei: Der Lichttechniker Standby präsentierte seine Beleuchtung. Foto: O. Preuschoff

Alles was bei der Feuerwehr Verwendung findet. Vom großen Flughafenlöschfahrzeug über die neusten Helmlampen bis hin zum Löschsprengverfahren. Neben Ausrüstung und Equipment zeigen Firmen auch ihre Dienstleistungen und Konzepte. Besonders im Bereich Bauwesen sowie Technischer Brand- und Gebäudeschutz ist die Messe Pflichttermin für Hersteller.

 

 

4.) Feuerwehrmesse mit Sensationscharakter?

Aber Hallo…! Keine Interschutz ohne Sensation. 1994 überraschte Magirus die Fachwelt mit der ersten Drehleiter mit Gelenk. 2015 präsentierte Rosenbauer den Panther in der vierten Generation. Aber auch im Bereich der technischen Hilfeleistung war die Interschutz schon immer richtungsweisend. Akku-betriebene Rettungssätze gab es erstmalig auf der Fachmesse zu sehen, genauso wie das System der Überdruckbelüftung. Rekordverdächtig ist die Interschutz allemal: nahezu in jedem Interschutzjahr werden neue Weltrekorde aufgestellt: höchste Drehleiter, leistungsfähigste Pumpe, größtes Löschfahrzeug…

Rosenbauer präsentierte auf der Interschutz 2015 den Panther der vierten Generation. Nicht selten setzen die Firmen ihre Produkte mit mächtig Show ins richtige Licht. Foto: O. Preuschoff

5.) Wo findet die Interschutz statt?

Die Heimatstadt der Interschutz: ganz klar, Hannover. 2020 geht die Interschutz in der Landeshauptstadt Niedersachsens in eine neue Runde. Auch für 2025 steht das dortige Messegelände der Deutschen Messe AG als Veranstaltungsort fest. Bis auf 2010 (Leipzig) und 2000 (Augsburg) ist die Interschutz der Messestadt Nummer 1 in Deutschland seit 1980 treu geblieben. Dies ist auch nicht so überraschend: Hannover gilt als bestes Messegelände weltweit. Und die Interschutz ist eine Messe der Deutschen Messe AG. 

6.) Wer besucht die Interschutz?

Allein 2015 besuchten 157.000 Menschen an 6 Tagen die Fachmesse. Besonders beliebt ist die Messe bei den freiwilligen Feuerwehrleuten. Kein Wunder, schließlich locken neben 1.500 Ausstellern aus 51 Ländern auch zahlreiche Feuerwehrevents in die Messestadt Hannover. 2015 wurde beispielsweise während der Messe der „Toughest Firefighter Alive“, also der härteste Feuerwehrmann der Welt gesucht. Um dabei sein zu können, mussten sich Feuerwehrleute im Vorfeld anmelden. Vor Ort absolvierten die durchtrainierten Feuerwehrsportler verschiedene Disziplinen wie Schauchleitungenziehen oder einen Treppenlauf im Messeturm. Ein Highlight in jedem Jahr: Die Vorführungen auf dem Außengelände. Und auch in 2020 wird der Besucherstrom bestimmt nicht abreißen. Dann findet die Messe nämlich zusammen mit dem 29. Deutschen Feuerwehrtag statt.

7.) Gibt es vergleichbare Messen?

Jein. Zwar gibt es Messen wie die RETTmobil, bei der Feuerwehr- und Notfallmedizin-Technik gezeigt werden, oder die FLORIAN sowie die Retten in Wels (Österreich), trotzdem kommen alle diese Fachmessen nicht an die Interschutz heran. Sowohl bei der Zahl der Aussteller als auch bei der Besucherzahl bleibt die Interschutz klarer Spitzenreiter.


eDossier: Fahrzeuge der Interschutz 2015

Das Feuerwehr-Magazin eDossier „Fahrzeuge Interschutz 2015“ zeigt auf rund 76 Seiten fast alle Fahrzeuge, die während der Interschutz 2015 in Hannover zu sehen waren – von den absoluten Highlights bis zu den kleinsten und ungewöhnlichsten Exoten. Über 260 Fahrzeuge werden mit rund 300 Abbildungen in Galerieform gezeigt, dazu jeweils ausführliche Bildunterschriften als Beschreibungen.

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8.) Wie lang gibt es die Interschutz schon?

Bereits 1961 fand in Köln die erste Vorläuferveranstaltung zur Interschutz statt. Damals noch unter dem eigentlichen Titel „Der Rote Hahn“ zog die Messe bereits 30.000 Feuerwehrleute in ihren Bann. Nach der gleichnamigen Messe in Frankfurt (1972) öffnete 1980 die erste Interschutz im heutigen Sinne ihre Tore. Die wohl erste Feuerwehrfachmesse überhaupt wurde bereits 1935 in Dresden, damals noch unter dem Namen „1. Deutsche Volksschau für Feuerschutz und Rettungswesen“ von der NSDAP-Reichsführung, abgehalten.

9.) Wo gibt es Karten?

Der Ticketverkauf für die kommende Interschutz beginnt nach Betreiberangaben Anfang 2020. Vorbestellungen machen Sinn, um unnötige Wartezeiten an den Ticketschaltern zu vermeiden. Aber selbstverständlich können auch vor Ort Tages- oder Wochentickets erworben werden.

10.) Was gibt es für Besonderheiten auf der Interschutz?

Blaulichtfans kommen besonders am letzten Tag voll auf ihre Kosten. Kurz bevor die Messe um 18 Uhr offiziell endet, geben alle Fahrzeuge auf dem Gelände ein „Abschiedskonzert“. Das heißt, alle Martinhörner, Sirenen, Rundumleuchten und sonstige Sondersignalanlagen werden eingeschaltet. Ein ohrenbetäubender Lärm, der aber jedes Jahr bei den Besuchern gut ankommt

Besonders für mehrtägige Besuche geeignet: Der eigene Campingplatz des Messegeländes. Mit dem Campingwagen kann man so, in unmittelbarer Nähe zum Gelände, sein Lager aufschlagen. Zwar gibt es auch Hotels, diese liegen aber in der Stadt, sind meistens schon früh ausgebucht und nicht ganz billig. Im Jahr 2005 konnten Jugendfeuerwehren exklusiv auch vor Ort ihre Zelte aufschlagen oder die Sammelunterkunft nutzen.

Wer nicht beim Vorführgelände vorbeischaut, ist selbst schuld. Hier zeigen die Aussteller ihre Innovationen in der Praxis. Foto: O. Preuschoff

11.) Was darf man auf keinen Fall verpassen?

Klarer Fall: einen Besuch auf dem Vorführgelände. Die ganzen Messetage über geben sich hier namenhafte Fahrzeughersteller und Technikvorführer die Klinke in die Hand. Von Gebäudebränden über Verkehrsunfälle bis hin zu Bränden in Flugzeugen zeigen hier die Aussteller, was ihre Produkte bei Schadenslagen aller Art leisten können. Gerne nutzen Firmen die Fläche für die Präsentation ihrer Innovationen in Sachen Brandbekämpfung. Es soll schon Besucher gegeben haben, die am Ende des Tages nur bis zum Freigelände gekommen sind.

 

12.) Wann findet die nächste Interschutz statt?

Die nächste Interschutz findet vom 15. Juni bis zum 20. Juni 2020 auf dem Messegelände an der Hermesallee in 30521 Hannover statt. Gemeinsam mit dem 29. Deutschen Feuerwehrtag.

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Interschutz 2015: Die Messe der Rekorde

Eine Messe der Extraklasse, das ist das Fazit nach der Interschutz 2015. Die Rekordbeteiligung von rund 1.500 Ausstellern aus 51 Ländern sorgte für eine Fülle an Präsentationen aus den Bereichen Brand- und Katastrophenschutz, Rettung und Sicherheit. 157.000 Besucher, zirka 30.000 mehr als 5 Jahre zuvor, besuchten die Messe. Damit ist die Interschutz 2015 die bisher größte und bestbesuchte Interschutz.

Der Besucherrekord war nicht zu übersehen. In den Gängen wimmelte es von Besuchern. Bei vielen Ausstellern standen die Interessenten, auch aufgrund toller Giveaways, Schlange. Ein beliebtes Ziel in Halle 27 war die Rosenbauer-Rettungstreppe. Aus einigen Metern Höhe konnten die beiden neuen Panther-Modelle fotografiert werden.

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Freigelände der Interschutz 2015. Foto: Patzelt

Außerhalb der Hallen boten zahlreiche Drehleitern die Möglichkeit in luftige Höhen aufzusteigen. Aus bis zu 104 Metern Höhe hatten die Besucher einen beeindruckenden Blick auf das Außengelände. Hier schlugen Flammen und Rauch aus den Übungsanlagen. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge schrumpften auf Modellgröße.

„Das Interschutz-Ergebnis ist in diesem Jahr ein starker Dreiklang: beeindruckende Innovationen, herausragende Internationalität und höchstes Interesse beim Fachpublikum“, stellt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG, fest.

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Feuerwehr-Magazin-Chefredakteur Jan-Erik Hegemann: „Ich habe eine gigantische Messe erlebt. Die vielen Eindrücke, neuen Infos und richtig guten Gespräche halten noch einige Zeit nach.“

Neben einem umfangreichen Ausstellerangebot, gab es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Produktpräsentationen, Wettbewerben und Liveshows. Darüber hinaus konnte sich das Publikum in Vorträgen über aktuelle Entwicklungen aus Brand- und Katastrophenschutz, Rettung und Sicherheit informieren.

Gerade die Liveshows boten spannende Erlebnisse. Mit teils akrobatischen Vorführungen zeigten verschiedene Hersteller den Einsatz von Löschtechnik und Rettungsgeräten. Viele der mit Sondersignalen einfahrenden Fahrzeuge ließen den Atem stocken. Wettbewerbe wie der „Toughest Fire Fighter Alive“ oder die „Deutsche Meisterschaft der Höhenretter“ ließen die Besucher immer wieder verweilen und die Teilnehmer bei ihren Höchstleistungen anfeuern.

Das offizielle Ende der Interschutz markierte eine ohrenbetäubende Tradition. Alle Fahrzeuge schalteten um 18.00 Uhr ihre Signalhörner ein und dröhnten über das Freigelände und in den Hallen.

Alte Schätze: Jede Menge Schönheiten auf der Interschutz

Zwar war das offizielle Motto der Interschutz 2015 „Einsatzort Zukunft“, aber am Samstag konnten die Besucher auch jede Menge älterer Schönheiten bewundern. In Zusammenarbeit mit dem „Hannoverschen Straßenbahnmuseum e. V“ und weiteren Organisationen ist im Rahmen der Interschutz ein historischer Feuerwehrtag veranstaltet worden.

Zu diesem kamen aus ganz Deutschland rund 100 historische Feuerwehrfahrzeuge zusammen. Unter fachkundiger Beratung durch die Eigentümer hatten die Messe-Besucher die Möglichkeit, die Oldtimer ausgiebig in Augenschein zu nehmen. Gerade der Kontrast zwischen den alten und neuen Modellen hatte dabei seinen ganz besonderen Reiz.

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Interschutz 2015: Die Messe der Rekorde
Alte Schätze: Jede Menge Schönheiten auf der Interschutz

Kommentare

1 Kommentar zu “Das müsst Ihr wissen: Feuerwehr Messe Interschutz”
  1. Peter Lamaack sagt:

    Sind DREI Jahre vor der nächsten Messe nicht ein wenig zu früh für einen derartigen Artikel? Ansonsten wäre mir noch wichtig einen Punkt 13. einzufügen:
    Die INTERSCHUTZ ist NICHT das internationale Besäufnisfest der Feuerwehren. Paradeuniformen sollten vor der Fahrt überprüft werden – fadenscheinige Anzüge der Grösse 52 für Personen mit Bierbauchgrösse 60 sehen beschissen aus. Wenn eine FF zusammen mit ihrer JFW die Tour unternimmt, sind die Erwachsenen auch hier Vorbilder – und das bezieht sich auf das von mir immer wieder beobachtete Zuschauen bei Saufaktionen. Ich schreibe dies aus der Erfahrung von drei besuchten INTERSCHUTZ-Messen im Zeitraum von 20 Jahren; zuletzt 2015.

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