Samstag, 3. Dezember 2016

Öffentlichkeitsarbeit: Sperrfrist für Unfallmeldungen

5. Januar 2015 von  

Rotenburg/Wümme (NI) – Ein Unfall geschieht – und noch ehe Verwandte eines verletzten oder getöteten Opfers von Polizei und Seelsorger offiziell informiert werden können, erhalten die schon Bescheid- durch Beiträge in sozialen Netzwerken oder durch Websites. Die Öffentlichkeitsarbeit im Netz und nicht zuletzt in „Social Networks“ stellt deshalb auch die Verantwortlichen für die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren vor Herausforderungen. Im niedersächsischen Landkreis Rotenburg haben sich die Pressesprecher ganz bewusst selbst eine Sperrfrist gesetzt, berichtet „kreiszeitung.de“. Erst nach 24 Stunden soll seitens der Feuerwehren online über Einsätze mit Verletzten und Toten berichtet werden – um nicht mit der gut gemeinten Öffentlichkeitsarbeit zusätzlichen Schaden bei den Betroffenen und Hinterbliebenen anzurichten. Und die Feuerwehr appelliert an die Menschlichkeit – auch Schaulustige sollten auf schnelle Beiträge im Netz verzichten.

Artikel: „Eine neue Art des Gaffens“ (kreiszeitung.de, 5. Januar 2015)

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Symbolfoto: Ein Foto im Einsatz ist schnell gemacht - und auch im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit schnell veröffentlicht. Im Landkreis Rotenburg setzt die Feuerwehr auf eine selbst auferlegte Sperrfrist. Foto: 7aktuell.de/Eyb

Symbolfoto: Ein Foto im Einsatz ist schnell gemacht – und auch im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit schnell veröffentlicht. Im Landkreis Rotenburg setzt die Feuerwehr auf eine selbst auferlegte Sperrfrist. Foto: 7aktuell.de/Eyb

Kommentare

20 Kommentare zu “Öffentlichkeitsarbeit: Sperrfrist für Unfallmeldungen”
  1. AK sagt:

    Es wäre schon besser, eine solche Sperrfrist einzurichten. Oft genug sieht man schon Videos im Netz, wenn gerade das erste Fahrzeug eingetroffen ist. Ich persönlich finde das bedenklich.

  2. Jürgen B sagt:

    Hallo Fw Magazin Redaktion

    Ich kam als Feuerwehrangehöriger vor kurzem selbst in die Situation , als mir einer berichtete ,das vom Einsatz der gegen 1.oo Uhr nachts stattfand schon 1/2 std später Bilder im Netz waren da war ich platt .Ich pers . Zgf bin oft auf dem 1 Fahrzeug und mache für unsere Datenbank FW ein paar Bilder ! diese verlassen in keinem Fall den Rechner der FW ,und so sollte es auch sein . An all die Geier mit Handy ,S.Phon ,oä wollt ihr selbst auch mal ohne Erlaubnis in einer schlimmen Lage im Netzt stehen ???

  3. Jean sagt:

    Ich als Journalist und Pressereferent finde das es zwar gut gemeint, aber nicht sinnvoll ist. Bei der schnnelllebigkeit der Nachrichten, braucht man nach 24h auch keine Online Pressemeldung mehr rausgeben, interessiert keinen mehr, ok vielleicht Einsatzkräfte und die Angehörigen aber den Großteil der Bevölkerung und der Presse nicht mehr, da das schon Schnee von gestern ist.
    Man sollte das schon in einem zeitlich angemessenem Rahmen von einigen Stunden nach einem Einsatz machen. Der Bericht sollte allerdings so ausfallen, das den Betroffenen und Angehörigen der nötige Respekt entgegen gebracht wird.
    Ich bin selbst seit Jahren freiwilliger Feuerwehrmann und war auch schon selbst Betroffener von Unglücksfällen, sowohl ich selbst als durch Angehörige. Persönlich ist mir eine vernünftige, zeitnahme Berichterstattung wichtig. Ich möchte zudem anmerken das in der Presse eh zeitnah berichtet wird. Da diese nicht nur auf Pressemitteilungen, der Pressesprecher von Feuerwehr und Polizei zurück greift, sondern auch vielfach Pressevertreter an den Einsatzstellen vor sind.
    Ich denke auch dieses Thema hat wie viele andere auch immer zwei Seiten die man betrachten sollte.

  4. Susanne sagt:

    Ich bin für eine zeitliche Verzögerung, um die Opfer und deren Familien zu schützen.
    Als ich vom Unfall meines Mannes erfuhr, habe ich in der Klinik angerufen. Ich bekam die Aussage, ihr Mannist noch nicht hier. Wir schauen mal im Internet, da steht es meist schon. Wir melden uns dann bei Ihnen, wenn er hier ist.
    Ich war geschockt. Ich hatte Angst, ob wohl die besseren Fotos vorrangig gemacht werden würden oder die Bergung und Versorgung des Verletzten im Vordergrund steht?
    Zum Glück hatte ich kein Internet zu diesem Zeitpunkt verfügbar, sonst hätte ich die 250 km bis zum Krankenhaus sicher nicht unfallfrei geschafft.
    Bitte denkt bei einer Berichterstattung daran, dass bei den Familien der Opfer immer Liebe und Gefühle im Spiel sind. Bilder des Unfalls brennen sich für iimmer in die Seele der Angehörigen.

  5. Asven sagt:

    Ach kommt Leute seit ehrlich, wer will nicht gleich wissen was los ist. Sollen Nachrichtendienste auch erst ein Tag später über Katastrophen berichten? Da sind sogar live Bilder dabei.

  6. Ralf Hansal sagt:

    Hallo,
    das halte ich für sehr sinnvoll. Ich als Kommandant, der auch die Facebook- Seite betreut, habe nach einem Einsatz eh wenig Zeit, es sofort zu posten. Und ich beachte die Persönlichkeitsrechte.
    Mir macht es nichts aus, den Einsatz verzögert zu veröffentlichen. Nur stelle ich mir die Frage , wie man das mit all den „Schaulustigen“ in den Griff bekommen will. Freiwillig geht das sicher nicht, da helfen nur sehr aussergewöhnliche, hohe Strafen, wie z.B. 5 Jahre keinen Mobilfunkvertrag mehr zu bekommen.

  7. Peter sagt:

    Hallo zusammen,

    ja, das Internet will das Alles gleich wissen. Doch man sollte auch an die Opfer der Geschehnisse denken. Ich bin der Meinung, dass eine Sperrfrist von 3 Stunden durchaus denkbar ist. Bis dahin sollten die Angehörigen informiert sein. Vergehen kann man doch relativ einfach aufdecken. Und wenn die erste Person erst einmal 100 Stunden gemeinnützige Arbeit abgeleistet hat, dann überlegen es sich vielleicht die Anderen.

  8. Sven Schimmel sagt:

    Ich sehe das aus mehreren Perspektiven, lehne aber eine solche Sperrfrist in diesem Zeitumfang ab. Auf Veröffentlichungen haben wir als Feuerwehrleute eh keinen oder kaum Einfluss. Mit fast jedem Handy kann fotografiert werden, Bilder entstehen massig. Gegen private Postings sind wir machtlos. Und die, die privat posten, schreiben auch noch „gefährliches Halbwissen“ und massive Übertreibungen dazu. Da hing halt „der Fuß nur noch an einem Stück Haut“, obwohl er eigentlich nur gebrochen war. Die Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit in der Feuerwehr ist es doch jetzt vor allem, dem ganzen Schwachsinn zu begegnen und mit einer eigenen, sachlich korrekten Berichterstattung oder zumindest Information ein klares Bild zu zeichnen. Das muss ja, da gebe ich allen recht, nicht direkt am Einsatzort gemacht werden, aber zurück am Standort wird es niemandem einen Zacken aus der Krone brechen, eine kurze Information mit den wichtigsten Daten zu verfassen. Dazu kann man, wenn man gute ÖA betreibt, Vorlagen erstellen und verwenden. Bilder müssen da ja nicht unbedingt dazu (als EL hab ich eh kaum Zeit, welche zu machen).
    Hinsichtlich der Angehörigen glaube ich sogar, dass dies ein eher untergeordnetes Problem ist. Vor allem die Polizei hat gute Möglichkeiten, Angehörige schnell zu informieren und das machen sie meines Wissens auch.
    Und ein Letztes sei noch angemerkt: Behörden (ja, auch die Feuerwehren) haben die Pflicht, Medienvertretern die für ihre Arbeit notwendigen Auskünfte zu erteilen. Dieser Pflicht kommen sie eigentlich nicht nach, wenn eine solche auferlegte Sperrfrist von 24 Stunden eingehalten wird. Das erreicht keine Zeitung am Folgetag und vielleicht nicht mal zwei Tage später.
    Allgemein muss man also sagen: Das Volk hat gelernt, schnell Informationen zu bekommen. Das Volk will schnell „bedient“ werden. Gibts nix offizielles, wird sich anderer, meist unseriöser Quellen bedient. Und dieser Schaden ist höher als der Schock oder zumindest Schreck der Angehörigen – denn den kriegen sie sowieso. Leider.

    Zu mir: 38 Jahre, seit 20 Jahren als Journalist tätig, seit 30 Jahren „in der Feuerwehr“, OBM, seit mehr als zehn Jahren als ZF, VF, EL.

  9. Chris sagt:

    Ich find eine Sperrfrist sehr gut!
    Allerdings finde ich das Symbolfoto im Bericht sehr schlecht gewählt.
    Als Angehöriger des DRK kann ich sagen, dass bei uns Fotos von der Einsatzstelle nur zu Dokumentations-, Beweis- und einsatztaktischen Gründen erstellt werden. Diese werden aber strengst vertraulich behandelt und gelangen grundsätzlich nicht an die Öffentlichkeit.
    Das größte Problem sind einsatzgeile Blaulichtfotografen. Diese stellen meist kurz nach dem Einsatz Bilder online, behindern nur die Einsatzkräfte und schießen auch Fotos von Dingen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ich denke hier an Leichenteile o.Ä. Das ist deutlich unter der Gürtellinie. Obwohl sich diese Fotografen immer auf die Pressefreiheit beziehen, finde ich, es ziemt sich einfach, einen gewissen Respekt gegenüber den Opfern, Angehörigen und Einsatzkräften walten zu lassen. Dies ist meist nicht der Fall, bei Fast allen Mediendiensten, man braucht nur zu schauen, wer das Symbolfoto aufgenommen hat.

  10. Jean sagt:

    Ich möchte meinen Ausführungen noch hinzufügen, das vor aller Dokumentation auf FW Seite der Einsatz und die Menschenrettung vor geht und dass das Fotos machen hinten anstehen muss. Ich persönlich, lege selbst in ner Übung die Kamera zur Seite und greife mit in das Geschehen ein (selbst wenn ich rein zur Doku abgestellt bin) wenn ich merke das die Kameraden das alleine nicht schaffen…
    Im Einsatzfall wird zur Berichterstattung, Dokumentation, Presseinformation extra ein Pressesprecher abgestellt, der nichts anderes zu tun hat als dieses.
    Der wird zusätzlich zu den anderen Einsatzkräften alarmiert und wird also nicht von den eigendlichen Feuerwehraufgaben abgezogen.

    Zusätzlich muss ich anmerken, das nur auf offiziellen und freigegebenen Wegen berichtet werden sollte. Also von Pressesprechern und Wehrführung und nicht das jeder wie wild nicht freigebene Informationen postet.
    Wenn sich jemand nicht an diese Vorgaben hält und Dinge postet, sollten die Wehrführungen mit Sanktionen die bis hin zum Ausschluss gehen können, gegen den oder die jenigen vorgehen, falls das mehrfach vor kommen sollte.

  11. Markus sagt:

    @ Chris:
    so sieht’s aus… V.a. der letzte Satz…
    Ist bedauerlich, aber leider wahr

  12. JüVo sagt:

    Unsere Aufgabe ist retten löschen bergen schützen!!! Und nicht fotografieren!

  13. Petra sagt:

    Ich bin für eine Zeitverzögerung zum Schutz der Angehörigen. Die Fotos auf der Internetseite unserer Feuerwehr dokumentieren den Unfallort und zeigen keine Kennzeichen oder Personen.
    Der Artikel bezieht sich auf Fotos in Netzwerken. Darauf haben die im Einsatz befindlichen Menschen keinen Einfluss. Es sollte unter Geldstrafe gestellt werden, dass diese Fotos von Privatpersonen veröffentlicht werden.

    Wenn mich der Wissensdurst quält, schaue ich bei den Einsatzberichten unserer Feuerwehr nach oder lese es im Feuerwehrmagazin.
    Ich habe auch auf meinem Handy kein soz. Netzwerk, da mir meine Menschen um mich herum wichtiger sind.

  14. Firefox sagt:

    Die erwähnte 24-Stunden Sperre gilt nach dem Bericht ausschließlich für die eigenen Feuerwehrhomepages, also nicht für die Information an Medien (also der professionellen Veröffentlichung). Da kann ruhig auf die Bremse getreten werden, da muss nicht 30 Minuten oder 3 Stunden später ein bebilderter Bericht draufstehen. Allein die Auswahl „geeigneter“ Bilder erfordert Ruhe und Sorgfalt. Der Schutz der Personen/Angehörigen hat eindeutig Vorrang vor der Informationslust des Publikums.

  15. Yannic sagt:

    Ich persönlich bin doch deutlich überrascht, wie man über die Öffentlichkeitsarbeit eine Todesmeldung oder ähnliches übertragen kann. Das man informiert, dass bei einem schweren Verkehrsunfall jemand verstorben ist, ist doch ganz normal, da werden weder Namen noch Bilder oder sonst was vom Opfer preis gegeben (Bilder von Unfallfahrzeugen ausgenommen). Wie soll jemand so vom Tod einer bestimmten Person erfahren? Unser Ort, ca 27.000 Einwohner hat eine Facebookgruppe (ca 5.500 Mitglieder), wo so allgemein Dinge gepostet und diskutiert werden. Logisch, wenn wieder viel Feuerwehr im Ort unterwegs ist, dass das dann auch gleich Thema in der Gruppe ist, mit Bildern oder auch nur Kommentare. Kaum bekommt einer mit, dass z. B. in dem und dem Laden ein Feuer ist, ist es bei Facebook gepostet. Nach vielleicht 2 Stunden ist dann auch der Feuerwehrmann zuhause und trägt dann den Einsatz auf die Internetpräsenz seiner Feuerwehr mit folgenden Worten:“ 01.01.2015 16:16 XY-Straße Feuer in Laden, Löschzug XY vor Ort“, vielleicht wird auch noch ein Bild von der Einsatzstelle online gestellt. Bei der Zeitspanne ist es doch schon beinahe egal, was die Feuerwehr auf ihrer Webpräsenz veröffentlich, da schon 2 Stunden vergangen sind, in dem ein Fünftel des Ortes öffentlich über dieses Ereigniss diskutiert hat und mindestens einer den Besitzer des Ladens kennt und der daher die Information schon längst hat. Genau so ist es auch bei Toten, da ist die Webpräsenz der Feuerwehr einfach schon zu langsam und mit den „Sozialen Netzwerken“ mithalten zu können. Es kommt ehr darauf an, was veröffentlicht wird, welche Informationen man Preis gibt und ob Bilder not tun und wenn ja, vielleicht erst als Nachtrag. Unsere Webpräsenz ist da ganz einfach gehalten: “ Nr.1 01.01.2015 01:10 Feuer Menschenleben in Gefahr – brannte Wohnung, 1 verletzte Person – XY-Weg “ da weiß jeder, was vorgefallen ist und die wichtigsten Stichpunkte sind genannt, wenn man jetzt noch ein Bild vom Haus macht, wo Flammen aus der Wohnungschlagen oder die Fahrzeugaufstellung gezeigt wird geht es voll in Ordnung, solange eventuell Hausnummer,(Firmen)Namen und Gesichter von Betroffenen verpixelt werden. Alles andere ist die allgemeine Gesellschaft, da kann die Feuerwehr am wenigsten für. Fotos von Einsatzstellen ist in einigen Feuerwehren sogar komplett verboten, wobei es je nach Einsatzart Toleranzfelder gibt, meist bei Klein-Einsätzen.

  16. Floriamkrueckstock sagt:

    @Chris: Mit solchen pauschalen Aussagen wie „bei uns wird sowas ausschließlich…“ wäre ich sehr vorsichtig. Ich (hauptberuflicher Journalist und Fw-Führungskraft im Ehrenamt) könnte dir aus meinem Arbeitsalltag heraus solche Motive von knipsenden Helfern zuhauf liefern – von Fw-Leuten ebenso wie von Mitarbeitern der Rettungsdienste. Aber klar: Die machen das selbstverständlich alle zur Dokumentation, zur Beweissicherung und für interne Schulungszwecke. Und neeeeein: Keiner zeigt ein solches Bild ein paar Stunden nach dem Einsatz am Arbeitsplatz oder in der Schule.
    „Schuld“ sind natürlich wieder die bösen „einsatzgeilen Blaulichtfotografen“, die sogar Leichenteile fotografieren. Meine Güte. Warum sollten die das tun? Keine Redaktion in Deutschland würde solche Bilder ankaufen, geschweige denn abdrucken. Schon mal was vom Pressekodex gehört – der Selbstverpflichtung der deutschen Medien über ein ethisches Verhalten in der Berichterstattung? Natürlich gibt es auch schwarze Schafe, die sich nicht daran halten. Aber die gibt es überall – auch und sogar in Fw und RD. Dort sind auch nicht nur Heilige unterwegs…
    „Man braucht nur zu schauen, wer dieses Symbolfoto aufgenommen hat…“ – dann sieht man, dass dieser Pressevertreter seine Aufgabe Ernst genommen und ein tagtägliches Szenario im Bild festgehalten hat. Oder ist das jetzt ein „Böser“, weil er einen Helfer erwischt hat, der sich vielleicht nicht ganz korrekt verhält? Die Zeiten, wo man den Überbringer schlechter Nachrichten getötet hat, sind doch hoffentlich vorbei… 😉
    Und um noch etwas Konkretes beizutragen: Inhaltlich schließe ich mich den Ausführungen von „Jean“ weitgehend an. Informationen finden ihren Weg an die Öffentlichkeit – und die Feuerwehr hat zwei Möglichkeiten: Passiv zuzuschauen, wie Einsätze zu Horrornachrichten aufgebauscht und völlig verzerrt wiedergegeben werden, oder aktiv einen Beitrag zu einer sachlichen Berichterstattung zu leisten. Das muss allerdings zeitnah geschehen – bei aller Problematik im Hinblick auf die Angehörigen. Hier gilt es Fingerspitzengefühl und Augenmaß in der Auswahl der Worte und der Bilder zu zeigen.
    Auch bei uns läuft die Öffentlichkeitsarbeit „zentral“: In der Regel übernehme ich (oder ein von mir Beauftragter, von dem ich weiß, dass er das kann) die Öffentlichkeitsarbeit an der Einsatzstelle. Ich fotografiere und ich gebe die Infos an die Medien(vertreter) weiter. Und wenn ich einen unserer jungen Kollegen sehe, der sein Handy für sowas zückt, dann gibts einen kräftigen Einlauf – und im Wiederholungsfall wird der Melder für vier Wochen eingezogen. Inhalte für unsere Homepage (die betreut ein anderer) werden erst hochgeladen, nachdem ich grünes Licht gegeben habe. Und Facebook findet erst nach Rückkehr ins Fw-Haus statt. Dies ist gerade bei einem schweren VU in der Regel erst eine geraume Zeit nach dem Ereignis, so dass die Polizei ausreichend Zeit hat, um die Angehörigen zu benachrichtigen. Im Übrigen hilft manchmal auch einfach eine kurze Nachfrage bei der Polizei, um dies zu eruieren – und dann vielleicht noch eine halbe Stunde zu warten, bis die Beamten bei der Familie waren.

  17. Hans Huber sagt:

    @Floriamkrueckstock
    100% Zustimmung

  18. Tatjana Schmitt sagt:

    Das Problem der Sperrfrist ist doch, dass die Feuerwehrleute und Rettungsdienstler oft nicht die ersten sind, die Bilder posten, sondern Zuschauer oder wie bei uns sogar die Lokale Presse, die Bilder ca 30 Minuten nach einem tödlichen Unfall Ihre Bilder auf Facebook postet. Und solange es Seiten gibt, die sich genau mit solchen Themen beschäftigen werden Sie immer schneller sein, als die Einsatzberichte der Wehren auf den Webseiten oder im Social Media. Das Problem wird also durch eine Sperrfrist, die nur auf uns Einsatzkräfte zutrifft, nicht gelöst.

  19. Joe Fischer sagt:

    Ich denke mal das die Berichterstattung der Feuerwehren und Rettungsdienste in den meisten Fällen zeitversetzt oder bei länger andauernden Einsätzen nach den gröbsten Arbeiten stattfindet. Bei den Berufsfeuerwehren gibt es da ja meistens die Pressestelle die speziell für diese Arbeit eingerichtet ist.
    Eine anständige Öffentlichkeitsarbeit mit Pressesprechern vor Ort regelt das ganze doch von selbst, so kommen nur genehmigte und gesicherte Informationen an die Öffentlichkeit.

    Sicher machen die Fotografen mehrere Bilder vom Einsatzgeschehen, darunter auch solche die nicht ganz „jugendfrei“ sind, aber wie schon erwähnt, sorgt der Ehrenkodex und der Respekt vor den Beteiligten dafür, das nur Bilder ohne Kennzeichen, ohne Personen und schon gar nicht mit eingeklemmten Verletzten oder Toten an die Öffentlichkeit kommen, der Rest ist dann für das Archiv.
    Auf jeden Fall nimmt eine zeitnahe und objektive Berichterstattung den Spekulationen auf den einschlägigen Internetforen den Wind aus den Segeln, und so eine Berichterstattung soll ja auch die Bevölkerung informieren und vor möglichen Gefahren warnen.

  20. M. Brodersen sagt:

    Moin moin!
    Die Presse umgehend und umfassend zu informieren, halte ich für sehr wichtig! Nur so kann vermieden werden, das sich die Medienvertreter anderweitiger(evtl. unseriöser) Quellen bedienten…
    Natürlich ist eine Sperrfrist beim einpflegen auf der HP der Feuerwehr sinnvoll, so das die Angehörigen vorher von dem Ereignis informiert und betreut werden können!
    Ich selbst habe mir auferlegt: Keine Bilder von Opfern und nicht auf FB posten!! Bilder mache ich nur zu Zwecken der internen Dokumentation und für Die Nacharbeit/Nachbesprechung des Einsatzes oder Taktische Ausbildung!

Kommentare

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