Freitag, 9. Dezember 2016

FF Langenselbold: als Erste nach IQFS-Standard zertifiziert

15. November 2016 von  

Langenselbold (HE) – Die Feuerwehr Langenselbold hat als Pilotprojekt für Hessen und als erste Feuerwehr in Deutschland überhaupt die Zertifizierung nach dem IQFS-Standard erreicht. Praktisch aus dem Stand heraus konnte ein Erfüllungsgrad von 91 Prozent erreicht werden. Vertreter der Feuerwehr, der Kommune und von IQFS betonten bei der Übergabe der Urkunde, dass die zukünftige Entwicklung der Feuerwehr Langenselbold mit der Zertifizierung für lange Zeit abgesichert sein wird. Weitere Feuerwehren in den deutschen Flächenbundesländern stehen als regionale Pilotprojekte ebenfalls kurz vor Erreichen dieses Ziels.

Feierliche Übergabe des Zertifikates nach dem IQFS-Standard an die Feuerwehr Langenselbold. Foto: Moritz Fotografie

Feierliche Übergabe des Zertifikates nach dem IQFS-Standard an die Feuerwehr Langenselbold. Foto: Moritz Fotografie

In jedem Flächenbundesland bemühen sich derzeit Feuerwehren um die Zertifizierung nach dem IQFS-Standard (Internationales Qualitätsmangement für Feuerwehren und Sicherheit). Dieses Management-System (MS) ist praktisch das Destillat aus den bekannten  DIN EN 9000 für Qualität, DIN EN 14000 für Umwelt und DIN EN 18000 für Arbeitssicherheit (demnächst DIN EN45000). Da diese Management-Systeme für Industrieunternehmen gedacht sind, wird ein Haufen Ballast mitgeschleppt, der für Feuerwehren – gleich ob freiwillig oder BF –  einfach überflüssig ist. Deshalb hat IQFS aus diesen MS nur diejenigen Positionen übernommen, die für Feuerwehren wirklich von Belang sind.

Um das Zertifikat zun erhalten, muss unter anderem sichergestellt werden:

  • dass die Wehrführung alle für diese Feuerwehr relevanten Vorschriften einhält,
  • die Beschaffung in standardisierte Abläufe eingebettet wird, die für lange Zeit gelten,
  • dass Erfahrungen und Wissen konserviert werden, auch wenn ein Verantwortlicher die Feuerwehr verlässt,
  • alle Fristen eingehalten werden und
  • die Dokumentation über lange Zeit auf hohem Niveau fortgeführt wird.
Stolz halten die Langenselbolder das Zertifikat in den Händen. Sie sind die erste Feuerwehr in Deutschland, die die Auszeichnung erreicht hat. Foto: Moritz Fotografie

Stolz halten die Langenselbolder das Zertifikat in den Händen. Sie sind die erste Feuerwehr in Deutschland, die die Auszeichnung erreicht hat. Foto: Moritz Fotografie

Der Bürger als „Kunde“ der Feuerwehr hat zunächst einmal nicht viel von der Zertifizierung: es brennt nicht weniger häufiger, das Feuer ist nicht kälter und es wird auch weiterhin vornehmlich mit Wasser gelöscht. Aber als Angehöriger der Kommune hat der Bürger die Sicherheit, dass die Ressourcen der Gemeinde zielgenau und zuverlässig richtig eingesetzt werden. Und für die Stadtverwaltung herrscht dadurch mehr Rechtssicherheit bei Haftungsfragen.

Das IQFS ist eine akkreditierte Zertifizierungstelle, also ein Unternehmen, welches sich einer Überprüfung und Akkreditierung bei der Deutschen Akkredietierungsstelle unterzogen. Es richtet sich vor allem an Feuerwehrn und Sicherheitsunternehmen. Geprüft wird unter anderem die Ausrüstung, die Ausbildung, das Fehler- und Krisenmanagement sowie der Arbeitsschutz.

Kommentare

2 Kommentare zu “FF Langenselbold: als Erste nach IQFS-Standard zertifiziert”
  1. Felix sagt:

    Interessanter Artikel zu einem sehr interessanten Thema!
    (Hinweis: Qualitätsmanagement unter erstem Bild hat einen Rechtschreibfehler und der Link zur Seite der Zertifizierungsstelle hat ebenfalls einen Buchstabendreher)

  2. LB sagt:

    Als ich den Artikel das erste Mal kurz bei Twitter überflogen hatte war ich überrascht das QMS nun auch in der Feuerwehrwelt angekommen sind. Als ich dann in Ruhe mal etwas genauer gelesen und recherchiert habe, sank meine Freude über dem Artikel aber ganz erheblich…
    Für mich las es sich so, als gebe es eine auf die Belange der Feuerwehr angepasste Qualitätsnorm, einen Standard, ein QM-System. Nach Recherche im Internet scheint es aber nur ein Siegel eines privaten Wirtschaftsunternehmens zu sein, also kein internationaler Standard im Sinne DIN EN ISO o.ä. Unbestritten kann die dahinter verborgene Beraterfirma einer Feuerwehr bestimmt einiges beibringen oder die Abläufe optimieren, aber ist das notwendig, gerade wenn es vermutlich aus Steuergeldern finanziert wird? Für die notwendigen Regelungen sind oder sollten Dienstvorschriften, Normen und Ausbildungen auf verschiedenen Ebenen vorhanden sein. In einem weitern Zeitungsbericht (GNZ vom 11.11.2016) dazu las ich auch, das jedes Jahr 10% der Angehörigen der „zertifizierten“ Feuerwehr bei dem Beratungsunternehmen Schulungen besuchen muss. Weiterhin ist gem. dem Artikel nach drei Jahren eine Rezertifzierung und zusätzliche jährliche Bestandsaufnahmen fällig. Das klingt für mich nach nicht unerheblichen Ausgaben für die Feuerwehren. Das alles fehlt in Ihrem Bericht. Dafür steht dort etwas von der „akkreditierten Zertifizierungsstelle“. Bei der DAkkS, welche in Deutschland für die Akkreditierung von Zertifzierungsunternehmen zuständig ist konnte ich keinen Eintrag dafür finden. Vermutlich da es sich um keinen „realen“ Standard handelt?
    Vielleicht bin ich durch meine berufliche Tätigkeit u.a. als Auditor für QMS wie auch als Mitarbeiter in Normungsgremien des DIN hier etwas „dünnhäutig“, aber meiner persönlichen Meinung nach ist dieser Artikel zwar eine gute Werbung für ein Unternehmen mit eigenen Gütesiegel, dafür weniger eine objektive Berichterstattung in einem Fachmagazin, gerade auch im Vergleich zu einer Tageszeitung.

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!