Montag, 29. August 2016

Explosionsgefahr in Lauenburg: Unbekannte sägen Gasleitung an

Lauenburg (SH) – Wahnsinn in Lauenburgs Altstadt an der Elbe. Unbekannte haben im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Bahnhofstraße die Gasleitung angesägt. Dem ersten Anschein nach wohl mutwillig. Das Haus steht aufgrund von Renovierungsarbeiten momentan leer. Nur durch einen Zufall wurde der Gasaustritt bemerkt. Die alarmierte Feuerwehr konnte eine Explosion verhindern.

Gasalarm Lauenburg

Mit mehreren Messgeräten prüften die Feuerwehrleute immer wieder die Gefährlichkeit des Gas-Luft-Gemischs, bis Entwarnung gegeben werden konnte. Foto: Timo Jann

Gegen 11.30 Uhr wollte eine Bewohnerin ein paar ihrer Sachen aus dem Haus holen, das zurzeit leer steht und renoviert wird. „Ich habe die Haustür geöffnet und mir wurde gleich schwindelig von dem extremen Gasgestank“, berichtete sie. Sofort forderte sie die Feuerwehr an.

„Unsere Messgeräte hatten schon an der Haustür angeschlagen“, sagt Feuerwehrchef Lars Heuer. Er ließ umgehend den Bereich vor dem 1889 errichteten Haus großräumig absperren. Niemand kam mehr durch. „Hätte sich jemand auf dem Gehweg eine Zigarette angezündet, hätte das unter Umständen zur Explosion führen können“, so Heuer weiter.

Unter Atemschutz suchte ein Trupp im Keller die Gaszufuhr und sperrte den Haupthahn ab. Dort konnten die Einsatzkräfte den Haupthahn der Gaszufuhr absperren. Eine Stunde lang belüfteten die Feuerwehrleute das Haus. Mit mehreren Messgeräten wurde drinnen und draußen das Gas-Luft-Gemisch gemessen. Eine Erkundungseinheit der Schwarzenbeker Feuerwehr unterstützte die Lauenburger Kräfte dabei.

Gasalarm Lauenburg

Gasalarm in Lauenburg: Im Keller dieses Mehrfamilienhauses an der Bahnhofstraße hatten Unbekannte wohl mutwillig eine Gasleitung angesägt. Foto: Timo Jann

Später trennten Mitarbeiter der Versorgungsbetriebe das Haus komplett von der Gasversorgung. Dann wurde das angesägte Rohr im Keller entdeckt. Es war von den Tätern aus den Verankerungen unter der Decke gezogen worden – wohl, damit durch den so vergrößerten Schnitt mehr Gas ausströmen konnte. Es bildete sich im ganzen Haus ein gefährliches Gemisch, das schon durch einen unbeabsichtigten Funken hätte explodieren können.

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Die Polizei sicherte am Tatort umgehend erste Spuren und hat die Ermittlungen aufgenommen. Das Haus gehört einem Hamburger Unternehmer, der laut der Bewohnerin schon lange nicht mehr zu erreichen sein soll.

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