Donnerstag, 30. März 2017

Schnaittach: Ersatz für verunglückten SW-KatS

Schnaittach (BY) – Ein Schlauchwagen (SW) der neuesten Beschaffungsserie des Bundes konnte bei der Feuerwehr im mittelfränkischen Schnaittach in Dienst gestellt werden. Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wurde die Firma MAN mit der Produktion von 103 Fahrzeugen beauftragt. Als Fahrgestell dient ein TGM 13.250 4×4 BB mit einer zulässigen Gesamtmasse von 14 Tonnen. Der 6-Zylinder-Dieselmotor mit einem Hubraum von 6.871 Kubikzentimetern verfügt über eine Leistung von 184 kW (250 PS). Zur Verkürzung der Schaltzeiten beim automatisierten 12-Gang-Schaltgetriebe ist das Fahrzeug mit einem speziellen Fahrprogramm für Sonderfahrzeuge ausgestattet. Dies erlaubt ein schnelleres Beschleunigen bei der Einsatzfahrt.

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Ein SW-KatS aus der neue Beschaffungsserie konnte bei der FF Schnaittach in Dienst gestellt werden. Fahrgestell ist ein MAN TGM 13.250 4×4 BB. Foto: A. Müller

Laut dem BBK ist das Fahrzeug für Fahrten im „leichten Gelände vorgesehen“ und daher mit Allradantrieb ausgestattet. Um das Durchdrehen einzelner Räder auf rutschigem oder unbefestigtem Untergrund zu vermeiden, können die einzelnen Achsen und auch die Verbindung der Vorderachse zur Hinterachse gesperrt werden. Der Aufbau wurde von der Firma Freytag Karosseriebau GmbH & Co. KG gefertigt. Wie auch schon bei den letzten Generationen besitzt der aktuelle SW-KatS hinter dem Truppfahrerhaus einen Gerätekoffer mit einem Geräteraum auf jeder Seite. Hier sind unter anderem eine PFPN 10-1500 von Ziegler, Motorkettensäge Stihl mit Zubehör, Reservekanister und zwei Sätzen Schnittschutzkleidung, Hohlstrahlrohr C AWG Turbospritze, Armaturen, Material zur Ladungssicherung, verschiedene Werkzeuge, vier Euro-Blitz und fünf Verkehrsleitkegel 500 mm sowie zwölf Schlauchbrücken verstaut.

2.000 Meter B-Schlauch in Kassetten
Um einen Sammelstelle für Löschwasser einrichten zu können, gehört auch ein Faltbehälter mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern mit zur Ausstattung. Die 2.000 Meter B-Schlauch befinden sich auf der Ladefläche, zu jeweils zehn zusammengekuppelt in einer sogenannten Kassette. Die Schlauchleitungen der einzelnen Kassetten sind wiederum miteinander verbunden. Fünf dieser Kassetten stehen rechts auf der Ladefläche, weitere fünf Kassetten links. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, bei langsamer Fahrt zwei Leitungen auf maximal 1.000 Meter oder eine Leitung mit maximal 2.000 Meter Länge zu verlegen.

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2.000 Meter B-Schlauch lagern in zehn Kassetten rechts und links auf der Ladefläche. Sie lassen sich so variabel während der Fahrt auslegen. Ein Mann an der Stirnseite der Ladefläche kann diesen Vorgang überwachen. Foto: A. Müller

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Dieser Vorgang wird von einer Einsatzkraft auf der Ladefläche beobachtet. Dafür ist extra ein Sitz vorhanden, der für die Einsatzkraft installiert werden kann. Die Verständigung mit dem Maschinisten erfolgt mit einer Gegensprecheinrichtung. „Ein Vorteil im Vergleich mit dem direkten Vorgänger ist auf jeden Fall die Ladebordwand“, sagt Andreas Kühnl, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Schnaittach. Die Ladebordwand Dhollandia DHLM.20 ist teilbar und hat eine maximale Hublast von 1.500 Kilogramm. In seiner Fahrzeugbeschreibung bezieht das BBK ausdrücklich eine weitere Verwendung des SW KatS mit ein: „Durch die Ladebordwand besteht auch die Möglichkeit, das Fahrzeug universell als Logistik-Fahrzeug einzusetzen. Nach der Entnahme der Schlauchkassetten können bis zu acht Paletten mit einem Gesamtgewicht von 2.000 Kilogramm transportiert werden.“ Auf der Ladefläche selbst ist dann auch noch eine Multifunktionsleiter verstaut. Die Sonderrechtsanlage besteht aus einem Warnbalken Pintsch Bamag TOPas, zwei Frontblitzern Pintsch Bamag K-FS 2 und den Heckblitzern Hella C-LED.

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Der Aufbau des SW-KatS stammt von der Firma Freytag Karosseriebau. Am Heck ist eine Dhollandia-Ladebordwand angebaut, die in der Mitte teilbar ist und eine maximale Belastung von 1.500 Kilogramm besitzt. Foto: A. Müller

Tödlicher Unfall mit dem Vorgängerfahrzeug

Bei aller Freude über das neue Fahrzeug gibt es für die Kameraden der Feuerwehr in Schnaittach in diesem Fall auch eine Schattenseite. Der Vorgänger, ein SW 2000-Tr, wurde 2014 in einen schweren Unfall auf der A 9 verwickelt, bei dem ein Feuerwehrkamerad aus Schnaittach tödlich verletzt wurde.

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