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Großes Risiko von Folgeschäden

5 Beispiele, warum brennende Fahrzeuge gesichert werden müssen

Das Sichern von brennenden Fahrzeugen gegen ein mögliches Wegrollen wird beim Einsatz vielfach vergessen. Rollt ein brennendes Fahrzeug weg, kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen, wie zusätzlichen Sachschäden, Brandausbreitung oder gar Verletzten. Und selbst wenn nicht der schlimmste Fall eintritt: Passiert es während des Löscheinsatzes, könnten der Feuerwehr unangenehme Fragen gestellt werden.

Grundsätzlich gilt: ein brennendes Fahrzeug kann sich – sofern es noch rollbereit ist – immer in Bewegung setzen, auch im flachen Gelände. Das ist in allen Phasen eines Brandes möglich. Beispiele, bei denen nur der Motor brannte und das Fahrzeug losrollte, sind bekannt.

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Nachfolgend haben wir fünf Videos zusammengestellt, die zeigen wie wichtig das Sichern bei einem Fahrzeugbrand ist.

Video 1: “Hey, pass auf!”

In Fayetteville (Arkansas) brannte im März 2021 ein Transporter einer Dachdeckerfirma, an den ein Anhänger angekuppelt war, direkt vor einem Haus.

Einer der ersten Einsatzkräfte vor Ort war ein Polizeibeamter, der seinen Streifenwagen richtigerweise nicht direkt vor der abschüssigen Einfahrt abstellte. Kurz darauf rollte das in Vollbrand stehende Fahrzeug die Abfahrt und einen Hügel hinab. Der Polizist warnte noch einen Passanten (“Hey, pass auf!”) und begann mit einem Feuerlöscher Flächenbrände in der trockenen Vegetation zu löschen. Verletzte gab es nicht. 

 

Video 2: Nur Sekunden nach dem Eintreffen

Für die Feuerwehr San Diego (Kalifornien) sah es im März 2019 nach einem Routineinsatz aus – ein Abschleppfahrzeug brannte in der Innenstadt. Polizei und Feuerwehr trafen fast zeitgleich ein.

Der Maschinist stellte das Löschfahrzeug in einigen Metern Abstand zum brennenden Fahrzeug quer über zwei Fahrspuren, um die Einsatzstelle zu sichern. Während ein Feuerwehrmann sofort den Löschschlauch ausrollte, rüstete sich sein Kollege mit einem Pressluftatmer aus. Nur rund zehn Sekunden nach dem Eintreffen begann das brennende Fahrzeug loszurollen. Der Maschinist, der noch nach einem Keil griff, war chancenlos. Der Truck prallte gegen das Feuerwehrfahrzeug.

Zwar konnte die Feuerwehr ein Übergreifen des Brandes auf das eigene Fahrzeug verhindern, dennoch gab es einen leichten Sachschaden. Lokale Fernsehsender berichteten über den Vorfall.

Es gab in der Vergangenheit jedoch auch Beispiele, bei denen ein solches Unglück nicht so glimpflich ausging – und am Ende auch das Feuerwehrfahrzeug gleichfalls in Flammen stand.

Video 3: Und plötzlich rollt das Fahrzeug los

Auch die Feuerwehr Anthem (Arizona) erlebte vor einigen Jahren einen ähnlichen Vorfall – allerdings waren die Löscharbeiten schon deutlich länger am Laufen, als sich ein brennender Lieferwagen plötzlich in Gang setzte und gegen ein Löschfahrzeug prallte. Hier konnte der Maschinist das Einsatzfahrzeug anschließend in Sicherheit bringen.

Video 4: Schussfahrt am Hang

Es gehört zu den berühmten Beispielen in der Feuerwehrausbildung. In Norwegen rollte ein Mercedes während der Brandbekämpfung plötzlich los – mehrere Hundert Meter eine abschüssige Straße entlang, ehe eine Leitplanke den Pkw stoppt. Die Feuerwehr musste dem Brand hinterherfahren. Das Augenzeugenvideo fand weltweit Beachtung.

Video 5: Beispiel aus Deutschland

Doch nicht nur Hanglagen sind gefährlich: In Hannover erlebte ein Augenzeuge, wie sich ein brennendes Fahrzeug auf einer flachen Straße wie von Geisterhand in Bewegung setzte. Und durch geparkte Pkw gestoppt wurde.

 

Welche Möglichkeiten gibt es zum Sichern?

  • Die wohl beste Option ist das Setzen eines Unterlegkeils. Idealerweise an einem Reifen, der noch nicht unmittelbar betroffen ist. Steht das Fahrzeug im Vollbrand, kann eine Schaufel beim Platzieren etwas Sicherheitsabstand ermöglichen.
  • Der Einsatz einer Motorseilwinde ist in bestimmten Situationen denkbar, allerdings müssen Sicherheitsabstände eingehalten werden. Und: Moderne Pkw brennen oftmals vollständig – die Fahrzeugkonstruktion besteht meist aus verschiedenen Kunststoffen. Es besteht ein Risiko, dass das Seil durch das Feuer beschädigt wird.
  • Gleiches gilt auch für den Einsatz eines Mehrzweckzuges, dessen Aufbau allerdings auch umständlicher und zeitintensiver und damit deutlich weniger praktikabel erscheint. 
  • Keine Experimente sollten mit Gegenständen wie Ölbindemittel-Säcken oder Schaummittelkanister gewagt werden. Sie können ihren Halt bei thermischer Belastung durch Aufplatzen verlieren. 
  • Ist eine Sicherung des Fahrzeugs nicht möglich, sollte der Einsatzleiter das Risiko (analog eines Trümmerschattens) berücksichtigten und Absperrmaßnahmen treffen und mit einer plötzlichen Lageveränderung rechnen.
Fahrzeugbrand (Symbolfoto). Foto: Stephan Konjer
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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Wenn man noch rankommt schnell Batterie abklemmen (Bolzenschneider) – oft schmelzen Leitungsisolierungen und der Anlasser bekommt Strom. Ist dann der Gang drin, rollt das Fahrzeug los. Und unter Umständen auch noch über “normale” Keile drüber.

    Zweite oft gesehen Variante sind schmelzende Teile der Handbremse. Hier sollte ein einzelner Keil ausreichen.

    Wenn entsprechendes Material zur Hand und sicher bekannt ist, welche Achse die Antriebsachse ist, kann auch diese (etwa mit einem Rangierwagenheber) angehoben werden. Wenn nicht gerade eine Differentialsperre vorhanden ist, reicht auch das.

    Wenn Bedenken beim Sichern mittels Winde bestehen (Hitzeeinwirkung aufs Windenseil): Eine branchenübliche 5m/5t-Forstrückekette schafft die Verbindung zwischen Havaristen und Windenseil, ohne dieses zu gefährden. Im Vergleich zum neuen Windenseil eine preiswerte Alternative – und durch den Kettenhaken auch noch universeller am Havaristen zu befestigen.

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