Niedersachsen: Feuerwehr auf Nachwuchssuche

Hannover – Das Niedersächsische Innenministerium schiebt eine große Imagekampagne für seine freiwilligen Feuerwehren an. Das Motto: Keine Ausreden – Mitmachen!  “Wir möchten der Öffentlichkeit das Tätigkeitsfeld der Feuerwehr näher bringen und neue Mitglieder gewinnen”, erklärt Innenminister Uwe Schünemann.

Alle 3.335 Feuerwehren erhalten zum Beispiel eine Grundausstattung an Werbematerialien: Plakate, Poster, Aktionsmappen und Info-Flyer. Außerdem bietet die Kampagnenseite www.ja-zur-feuerwehr.de eine große Auswahl an Downloads und Präsentationen für die Öffentlichkeitsarbeit und die Vorstellung des Projektes innerhalb der Wehren. Für Nicht-Feuerwehrangehörige werden auf der Internetseite die Aufgaben der Feuerwehr erklärt und Hinweise zum Mitmachen gegeben.

Plakate wie dieses sollen auf die Kampagne für die Feuerwehren hinweisen. Grafik: Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport

Um die Aufmerksamkeit auf die Kampagne zu lenken, sollen im nächsten Jahr unter anderem Einsatzfahrzeuge und Linienbusse mit Werbebannern beklebt werden. Im Zeitraum vom 29. November 2012 bis 2. Januar 2013 läuft ein Spot auf 354 Leinwänden in den Niedersächsischen Kino. Vorbild der Kampagne ist die des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, das im Corporate-Design die Internetseite www.ich-will-zur-feuerwehr.de für den Landesfeuerwehrverband Bayern förderte. In Bayern hat der Verband die Aktion mittlerweile auch auf die Jugendfeuerwehr ausgeweitet.

In Niedersachsen wird die Imagekampagne mit weiteren Maßnahmen flankiert. Ein Baustein ist die Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements mit neuen Feuerwehrehrenzeichen. „Die Anerkennungskultur ist wichtig, um Erfolge aufzuzeigen, zu würdigen und andere zu motivieren. Sie ist ein Schlüsselinstrument zur Förderung des Ehrenamtes, da hiermit Freiwillige gestärkt und neue Freiwillige gewonnen werden”, erklärt Innenminister Schünemann. Geplant ist außerdem die Einführung eines Feuerwehrdienstausweises im Scheckkartenformat. So könnten kommunale Einrichtungen angeregt werden, ihren Feuerwehrangehörigen gegen Vorlage des Ausweises vergünstigten Eintritt zu gewähren.

12 Kommentare zu “Niedersachsen: Feuerwehr auf Nachwuchssuche”
  1. Solch eine Kampagne wünschte man sich doch eher noch vom Deutschen Feuerwehrverband – Nicht nur in Niedersachsen gibt es Nachwuchsprobleme bei der Feuerwehr! Auf jeden Fall eine super aufbereitete Kampagne.

  2. Und das Tollste: auf NDR 2 war das kurz vor 20:00 auch Thema, und dann gab es einen “Werbespot” vom NDR. Erst dachte ich, oh nicht schlecht. Und dann….Gaaanz Toll. Da wurden die Feuerwehren wieder als Biesraufende Truppe dargestellt. So eine SCH….Ich kann nicht nachvollziehen, das ein Öffentlich Rechtlicher Sender sich auf Kosten der Ehrenamtlichen sich solche Späßchen erlaubt. Echt zum Kotzen, regt micht tierisch auf:-(

  3. Sebastian

    Eine gemeinsame Kampagne vom Deutschen Feuerwehrverband oder auch von allen Landesfeuerwehrverbänden wäre sicherlich von Vorteil und sehr wünschenswert. Nachwuchs und neue Mitglieder brauchen wir garantiert alle, nur ist es in anderen Bundesländern schwierig an Werbematerial zu kommen, außer man gestaltet es sich selber.

  4. Dummes Gewäsch

    Naja, besonders einfallsreich scheint die Kampange ja nicht zu sein und besonders wichtig scheint sie dem Landesministerium auch nicht zu sein… Geht halt nur wieder darum, sagen zu können “wir haben alles mögliche getan”, in Wahrheit wird die Kreativarbeit von der Politik auf die Feuerwehren abgewälzt.

  5. Ui, neue Ehrenzeichen.

    Das ist ja mal eine echte Motivation. Dann darf ich mir nach 10 Jahren Feuerwehrdienst buntes Abzeichen im Gegenwert für 80 Cent an die Brust heften?

    Tolle Idee, ich glaube die Freiwilligen werden nun in Heerscharen zur Feuerwehr strömen.

    Mir ist als Anerkennung ein aufrichtiges Danke der Personen wervoller, denen man geholfen hat, als so eine überflüssige Anstecknadel von einem Landrat oder wen auch immer (der eh nur im Hinterkopf hat, wieviel Geld er dadurch spart, dass er die Freiwilligen Feuerwehren hat, denen man mehr und mehr Aufgaben zu “freiwilligen” Abarbeitung überlässt. 🙂

  6. Ausserdem wird innerhalb der Feuerwehr jeder der unbequem ist rausgemobbt. So wie mein Sohn, der es ganz toll fand, zur Feuerwehr zu gehen. Sein Problem ist nur, das er Diabetiker ist. Solche “freiwilligen” werden dann schnell in die Aussenseiterrolle gedrängt, so das die auch “freiwillig” wieder aufhören.

  7. Moin!

    Was mich stört: “Unsere Freizeit für ihre Sicherheit”. Was ist ist mit der geopferten Arbeitszeit oder der Abwesenheit von der Familie? Wir werden wieder als Freizeittruppe hingestellt und das sind wir bei Leibe nicht.Die als Unternehmer oder Selbständig tätigen Einsatzkräfte bei uns packen sich bei diesem Slogan auch nur an den Kopf. Gerade der Mangel an “Freizeit” macht uns doch die meisten Probleme. Die jungen Leute haben keine Zeit mehr für lau einer Tätigkeit nachzugehen, das Leben ist halt teuer geworden.

  8. Schön, zu sehen dass etwas unternommen wird.
    Aber wiedereinmal kocht jedesBundesland sein eigenes Süppchen obwohl fast alle mit dem gleichen Problem zu kämpfen haben.
    Ich kann mich daher nur denen anschließen, die fordern “Das Problem muss weiter oben angepackt werden” und nicht nur von den Gemeinden und Ländern sondern auch mit einer vernünftigen Unterstützung durch den Bund!
    Ist es so Unmöglich eine große Kampagne zu machen an der alle Bundesländer, der DFV und der Bund sich beteiligen?!

  9. Hallo,

    schließe mich dem Komentar von Peter Engel am 19.11. um 20.26 an.
    Wie kann sich ein Radiosender wie NDR 2 nur für so einen “Gag” auf Kosten des Ehrenamts herablassen … und wir finden sie das, Herr Schünemann?

  10. Hinrich Ridder

    Positive Kampangne, die Feuerwehren brauchen aber nicht nur neue Orden, Ehrenzeichen und einheitliche Dienstausweise. Ohne Unterstützung und Akzeptanz seitens der Kommunalpolitik, Gemeindeverwaltungen und nicht zuletzt der Arbeitgeber läuft da nichts . Auch ohne zeitgemäße Einsatzkleidung und Ausrüstung lockt man keine Jugendlichen, Migranten und Späteinsteiger hinter Spielekonsole oder Fernseher hervor. Die Einsatzkleidung und Ausrüstung muß ebenso zeitnah zur Verfügung gestellt werden.
    Feuerwehr heißt vielerorts die Katastrophen von morgen mit dem Knowhow von heute und der Technik von gestern zu bewältigen.

  11. Hier wurden Gelder ohne Ende locker gemacht: In jeder Gemeinde erhält ein Fahrzeug ein großes Banner zum Aufkleben auf zwei Geräteräume, die Kinospots, Plakate, in jedem Landkreis wird ein Linienbus mit einem großen Banner beklebt, Flyer können ohne Ende bestellt werden.
    Das ist ein guter Anschub zur Mitgliederwerbung. Nun sind Städte und Feuerwehren am Zug.
    Schade finde ich, dass hier immer wieder einzelne am schlechtreden und nörgeln sind…

  12. Die Kampange finde ich gut, neue Ehrenzeichen sind überflüssig.
    Steuervergünstigungen, Rentenzuschüsse, verbilligte Eintrittskarten für öffentliche Einrichtungen, etc. wären sicherlich eher geeignet, um die Anerkennung der Politik und Kommunen zu zeigen. Auch sind viele Verordnungen und Normenänderungen nicht gerade geeignet neue Mitglieder zu finden, die ihre Freizeit opfern….
    Aber jede Anerkennung seitens unserer Verantwortlichen ist schon einmal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung..

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