Tipps für Ausbilder

Nicht schon wieder Hofballett! Feuerwehrübungen interessant gestalten

Ausbildung darf Spaß machen – also weg vom typischen Übungsdienst auf dem Hof des Feuerwehrhauses. Wir geben Euch Tipps, was Ihr bei der Übungsplanung beachten solltet und wie Ihr kreativ werden könnt. 

Eine große Feuerwehrübung macht natürlich am meisten Spaß. Dazu muss sie von Anfang bis Ende geplant und vorbereitet werden. Erst dann wird sie zum Erfolg und das Übungsziel wird erreicht. Foto: Preuschoff

„Angriffstrupp zur Brandbekämpfung!“

Kommentar von Olaf Preuschoff, Redakteur Feuerwehr-Magazin und Feuerwehr-Ausbilder

Übungsabend, der Gruppenführer tritt vor seine Mannschaft: „Angriffstrupp zur Brandbekämpfung…!“ Unisono denken alle in der Löschgruppe: „Orrr, nicht schon wieder mit dem ersten Rohr über vierteilige Steckleiter ins erste OG vor!“ Den Weg durch das Fenster des Unterrichtsraumes im ersten Obergeschoss kennt Ihr schon auswendig. Und das Feuer dahinter muss sich der Angriffstrupp auch immer wieder selbst vorstellen. Währenddessen verlegen Wasser- und Schlauchtrupp gelangweilt die geforderten Leitungen. Aber bloß kein Wasser geben, man will ja am Ende des Dienstabends pünktlich fertig sein. Völlig unterfordert steckt sich der Maschinist erstmal eine an.

Kennt Ihr das von Eurer Feuerwehr? Klar kann nicht an jedem Dienstabend eine Zugübung gefahren werden. Und auch Schrott-Pkw für die Technische Hilfeleistung sind nicht unendlich verfügbar. Zudem gibt es Handgriffe, die müssen einfach sitzen. Ja, auch nachts und im Halbschlaf. Und ja, diesen schon so oft gesagten Satz kann keiner mehr hören. Aber spätestens, wenn aus dem hundertmal geübten Zimmerbrand im ersten OG die dramatische Menschenrettung aus dem zweiten Stockwerk wird und statt der üblicherweise benutzten Steckleiter plötzlich die Schiebleiter zum Einsatz kommen soll – dann wünscht sich so mancher, dass beim letzten Mal eben nicht aus Bequemlichkeit nur mit zwei Steckleiterteilen und ohne Wasser am Strahlrohr geübt worden wäre.

Mal was anderes!

>>Herr der Ringe – eine kleine Übung für die Feuerwehr<<

Kein Spielchen sondern eine ernsthafte Übung: Ringe von den Fingern mittels Mini-Trennschleifer entfernen. Dieses Einsatzszenario kommt immer wieder vor und erfordert etwas Praxiserfahrung. Foto: Dr. Patzelt

Die 5 W‘s – Grundlage der Übungsplanung

Als Merkhilfe für die Übungs-Planung können sich Feuerwehren an den fünf „W‘s“ des Notrufes orientieren, die abgewandelt lauten können:

  • Was soll geübt werden?
  • Wo soll geübt werden?
  • Wie soll geübt werden?
  • Welche Einheit übt?
  • Wer hat die Übungsleitung?

Das solltet Ihr vor der Übungsfahrt mit Sondersignal klären

Alarmfahrten lassen Übungen deutlich realistischer rüberkommen und steigern die Aufmerksamkeit der Kameraden erheblich. Aber Achtung, Ihr solltet vorher einiges beachten.

  • Welchen Zweck soll die Übungsfahrt mit Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten erfüllen?
  • Kann dieser Zweck auch ohne Sondersignalfahrt erfüllt werden?
  • Welche Fahrzeuge sind für den Erfolg dieser Übungsfahrt zwingend notwendig? Und welche könnten auch ohne Sondersignal nachrücken?
  • Wer muss zwingend von der Übungsfahrt wissen beziehungsweise kann die Verwendung von Sonder- und Wegerechten genehmigen?
  • Liegt die Genehmigung schriftlich vor?
  • Welche Maschinisten und Führungskräfte sind zu dieser Übungsfahrt tatsächlich verfügbar?
  • Müssen die Einsatzkräfte wirklich von zu Hause/der Arbeit weg alarmiert werden, ohne von der Übung zu wissen? Gibt es Alternativen?
  • Wer kontrolliert am Feuerwehrhaus, dass sich nur erfahrene Maschinisten ans Steuer setzen?
  • Ist es eventuell möglich/sinnvoll, zumindest den Maschinisten mitzuteilen, dass es sich lediglich um eine Übungsfahrt mit Sonder-/Wegerechten handelt?
  • Welchen Weg sollen die Einsatzfahrzeuge nehmen? Gibt es auf diesem Weg besondere Gefahrenpunkte?

Macht es spannender: Wettbewerb erzeugen

Der Gruppenführer gibt der Gruppe den Befehl: Mannschaft und Gerät einsatzbereit machen! Alle sollen sich so vorbereiten, dass ihrer Meinung nach alles an seinem richtigen Platz ist. Dann lässt er den Wassertrupp auf den Plätzen des Angriffstrupps aufsitzen, der Angriffstrupp stellt sich vor Geräteraum 1 auf.

Beide Trupps sollen sich nun zum Atemschutzeinsatz richtig ausrüsten. Der Rest der Mannschaft schaut zu und hält Fehler oder richtig gemachte Dinge fest. Der Trupp, der als erster einsatzbereit und vor allem vollständig ausgerüstet am Heck des Einsatzfahrzeugs steht, gewinnt. Alle Atemschutzträger werden von den anderen Gruppenmitgliedern bewertet.

Auch diese Übung schafft Sicherheit sowie Schnelligkeit, immer wieder vorkommende Fehler wie ein aufbehaltenes Visier werden abgestellt. Ganz wichtig: der Unfallschutz. Auch wenn es schnell gehen soll, dürfen dabei nie Unfallverhütungsvorschriften außer Kraft gesetzt werden.

Video-Tipps

Die Feuerwehr Weinstadt (BW) hat in diesem Film ebenfalls drei Knobelaufgaben zusammengestellt:

In diesem Video zeigen Feuerwehrleute, wie man einen Tisch mit Hilfe von Steckleitern und Leinen anheben kann:

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hallo, wihr uben so ein mahl pro jahr in Training base Weeze dort kan man uben mit richtigen feuer ond auch wasser gebraugen unter begleitung von instruktore von die berufs feuerwehr das gefalt sehr gut hier sind viele ubungs objekte meuglich

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  2. Mit einer vierteiligen Steckleiter kommt man ins zweite OG, nicht ins erste.

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  3. Mit der 4teiligen Steckleiter kommt man aber auch ins 1.OG.
    Oder macht ihr das mit der 3teiligen Steckleiter?

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