Einfach, effektiv und vielerorts nahezu alternativlos

Löschrucksäcke richtig einsetzen

Bremen – Die Zahl an Wald- und Flächenbränden steigt gefühlt enorm an. Vermehrt sind Löschrucksäcke auf den Löschfahrzeugen verlastet oder stehen im Fokus der Beschaffung. Doch wofür eignen sich diese Löschgeräte eigentlich – und wo sind ihre Einsatzgrenzen? Worauf ist beim Gebrauch zu achten. Wir klären auf.

Der Einsatz von Löschrucksäcken bietet sich bei fast allen Vegetationsbränden an. Wir sagen, worauf zu achten ist. Foto: Scotty

Der Löschrucksack kann bei fast allen Vegetationsbränden sinnvoll eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt immer truppweise, das heißt in Kombination mit einer weiteren Kraft mit einem Handwerkzeug. Er wird so eingesetzt, dass das ausgebrachte Wasser die Flammen niederschlägt. Dadurch sacken die Flammen zusammen und die direkt folgend eingesetzte Feuerpatsche kann sie löschen. Feuerpatschen sind nur sinnvoll bei Bodenbränden ohne Hindernisse (Gras, Stoppelfeld) einsetzbar. Ansonsten legen sich die Metallstreifen nicht erstickend auf das Brandgut.

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Sollte keine Feuerpatsche sinnvoll eingesetzt werden können, wäre der erste Löschrucksack mit einem zweiten zu kombinieren. Der erste Löschrucksack kürzt die Flammen ein, der zweite löscht gezielt nach. Hier bewährt sich Netzwasser (dem Löschwasser wird eine geringe Menge Schaummittel beigemengt). Das Netzwasser kann direkt in den Löschrucksack gefüllt werden oder mit einer Schaumbeimengung mit jedem Hub erzeugt werden.

Das Wasser aus dem Rucksack schlägt die Flammen nieder. Dadurch sacken sie zusammen und die direkt folgend eingesetzte Feuerpatsche kann sie löschen. Deshalb sollten beide Geräte nebeneinander eingesetzt werden. Foto: FireToolBox

Beim Ausbringen des Löschmittels sollte darauf geachtet werden, das der Strahl schräg auf den Boden gerichtet wird, mit möglichst viel Abstand. Bei kurzen Flammenlängen eher den Sprühstrahl wählen. Löschrucksäcke können sicher bis einer Flammenhöhe bis zirka 80 Zentimetern eingesetzt werden. Einzelflammen sollten maximal 1,50 Meter bis 2 Meter hoch sein.

Ideal für die Bekämpfung von Spot-Feuern

Bei Spot-Feuern (durch Funkenflug erzeugte Bodenbrände fernab der Feuerlinie) können Trupps mit Löschrucksack und Patsche schnell und effektiv eingesetzt werden. Auch das gezielte Verzögern von Brandlinien am Hang ist möglich. Insbesondere am Hang ist aber die Dynamik des Brandes zu beachten! Je steiler der Hang, desto größer können die Flammenlängen sein und das Feuer kann mit Wind und wechselnder Brennstoffmenge deutlich an Geschwindigkeit zunehmen. Es ist mit hangabwärts rollendem Material zu rechnen. Auch das gezielte Nachlöschen von kleineren Bodenfeuern ist mit Rucksäcken möglich.

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Bei allen anderen dynamischen Einsatzlagen empfiehlt sich die Vornahme von Leitungen. Hierbei gilt: nur eine Leitung von einem Fahrzeug. Nur so bleibt das Fahrzeug flexibel und das Personal kann innerhalb von Sekunden reagieren. Der dreigeteilte Löschangriff links/rechts/Mitte bezieht sich auf eine statische Einsatzlage. Bei Vegetationsbränden wandert das Feuer „mit dem Brennstoff“.

Von jedem Löschfahrzeug sollte nur ein D-Rohr vorgenommen werden. So kann sehr dynamisch reagiert werden. Foto: Gorski

Versuche der Feuerwehr Hooksiel und Holger de Vries haben gezeigt, dass die Wasserabgabe von 100 l/min über ein D-Rohr mit einer Angriffsleitung von 90 m C plus 90 m D (Wirktiefe von 180 m) möglich ist. Der Pumpendruck muss dabei bei 10 bar liegen.

Die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen

  • Alle Trupps müssen vollständige und angepasste PSA tragen. Dazu gehören leichte Einsatzkleidung (einlagige Modelle Stichwort Hitzestau) zum Schutz vor Verbrennungen, einlagige Waldbrandmaske oder Hot-Shield, Schutzbrille gegen Rauch und Funken, Stiefel, Helm und Handschuhe.
  • LACES ist zwingend zu befolgen! LACES steht für Lookout, Anchor Point, Communication, Escape Route und Safety Zone. LOOKOUT: Beobachtungsposten in enger Kommunikation mit dem Einsatzleiter und den Trupps. ANCHOR POINT: Ankerpunkt wählen und Sichern (möglichst mit Schlauchleitung). Vom Ankerpunkt die Rückseite und die Flanken bearbeiten. Löschangriffe immer über das Schwarze und nicht durch den Brennstoff entwickeln. ESCAPE ROUTE: Die Festlegung von Fluchtrouten aus der Einsatzstelle und auch die Festlegung von SAFETY ZONE Sicherheitsbereichen (für Kräfte und gegebenenfalls Material/Fahrzeuge) ist unabdingbar und COMMUNICATION muss jeder Einsatzkraft bekannt sein.
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  • Im Zuge der Einsatzstellen-Hygiene ist es wichtig, dass die eingesetzten Löschrucksäcke leicht zu reinigen sind. Rußpartikel sollten möglichst noch an der Einsatzstelle entfernt werden. Für die Schutzkleidung können bestehende Konzepte angewendet werden. Bei starker Ruß- und Rauchbelastung empfiehlt sich das Tragen von Partikelfiltermasken. Diese sind vor Entzündung durch eine Waldbrandmaske, Hot-Shield oder Waldbrandhaube zu schützen.
  • Jeder Einsatzkraft muss ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung stehen. Es sollte min. 0,5 l an der Person mitgeführt werden.
  • Bei unwegsamen Gelände besteht die Gefahr des Sturzes auch bei Nachlöscharbeiten. Beim Fallen in die Glut ist die Einsatzkraft ebenso zu schützen. Ein T-Shirt ist in der Regel kein ausreichender Schutz.
In die Versorgungsleitung kann ganz einfach ein Abgang für eine Befüllstation eingebaut werden. Foto: Gorski

Handling des Löschrucksacks

  • Am Feuersaum mit Vollstrahl die Flammen niederhalten.
  • Bei Doppel-Hub ist zu beachten, das Löschmittel nicht unkontrolliert verbraucht wird.
  • Rucksackdüse beim Pumpen führen und nicht punktuell einsetzen.
  • Verstellung der Strahlform beim Ablöschen auf leichten Sprühstrahl und möglichst Netzwassereinsatz.
  • Bei glühenden Baumstümpfen Schwerschaumdüse verwenden.
  • Die Befüllung des Rucksacks kann durch die 4“ Rückenfüll-Öffnung erfolgen. Dazu den Rucksack abschultern und am Boden befüllen, um die Einsatzkraft nicht versehentlich zu benässen. Das Filtersieb muss in der Füllöffnung installiert sein, um Verunreinigungen nicht in die Handpumpe zu spülen. Alternativ kann ein Füllstück am Löschfahrzeug genutzt werden. Der Fülldruck soll 2 bar nicht überschreiten. Bei der Füllung darf die maximale Füllmenge (je nach Typ 19/20/22/25 Liter) nicht überschritten werden. Der Deckel ist dabei nicht zu Öffnen.
  • Auch das Befüllen mit Füllstationen im Gelände kann hilfreich sein. Diese verkürzen die Wege und sie können in eine Angriffs- oder Versorgungsleitung eingebaut werden.
  • Hierzu wird die Handpumpe vom Saugschlauch abgekuppelt und mit der Leitung der Füllstation verbunden.
  • Ein Absetzen des Rucksacks ist nicht nötig. Das Befüllen kann ergonomisch im Stehen erfolgen (kein Hochwuchten von 20 kg oder mehr, rückenschonend).
  • Die Befüllung sollte von einer zweiten Person (dem Truppmitglied) überwacht werden.
  • Ein Tausch des Rucksacks im Trupp ist von Zeit zu Zeit sinnvoll. So wird die Belastung auf zwei Personen verteilt.

Fachberatung: Martin Gorski

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Jetzt auch bei der Feuerwehr der Sprachenkauderwelsch in Denglisch?
    Sicher nicht zielführend hier hin und her zu schwenken!
    Ihr nehmt englische Begriffe, und erklärt sie dann auf Deutsch.
    Nicht wirklich eindeutig!
    Bringt nur Durcheinander und Missverständnisse!
    Man muß sich also ein englisches Wort merken, dann die Übersetzung des Worte und folglich noch die Ausführungsanweisung.
    Wir leben in Deutschland, also bitte eindeutig mit Deutsch als Sprache.
    EINE SPRACHE = EINDEUTIG => DEUTSCH in DEUTSCHLAND.

    Die Engländer lachen über diesen Denglisch-Wahn in Deutschland und geben dazu mittlerweile Bücher raus 🙂

    LACES ist zwingend zu befolgen! LACES steht für Lookout, Anchor Point, Communication, Escape Route und Safety Zone. LOOKOUT: Beobachtungsposten in enger Kommunikation mit dem Einsatzleiter und den Trupps. ANCHOR POINT: Ankerpunkt wählen und Sichern (möglichst mit Schlauchleitung).

    ESCAPE ROUTE: Die Festlegung von Fluchtrouten aus der Einsatzstelle und auch die Festlegung von SAFETY ZONE Sicherheitsbereichen

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  2. Hallo Frank,
    du hast Recht, die deutsche Feuerpatsche muss über den Boden gestrichen werden.
    Allerdings sind in diesem Bild Feuerpatschen von anderen europäischen Herstellern zu sehen und mit diesen Patschen muss man schlagen.

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  3. Das Bild mit Den Feuerpatschen ist irreführend . Feuerpatschen sollen flach über dem Boden eingesetzt werden und nicht als Windmacher

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