Hamburg: Umstrukturierung sorgt für Ärger

Hamburg – Die innerhalb der Feuerwehr Hamburg aufgrund deutlicher Defizite bei der Einhaltung der Hilfsfrist notwendige Umstrukturierung sorgt jetzt zunehmend für Probleme. Wie feuerwehrmagazin.de erfuhr, haben mehrere der an der Feuerwache Altona (F 12) stationierten Höhenretter ihren Dienst in der Sondereinheit quittiert oder dies zumindest angekündigt. Hintergrund: Die Höhenretter sollen künftig an der Feuerwache Barmbek (F 23) stationiert werden. Eine Maßnahme, die die Betroffenen nicht akzeptieren wollen.

Außerdem, so heißt es, hätte es von der Amtsleitung Versprechungen für einen Umzug gegeben, die jetzt nicht mehr gelten würden. Die Fahrt zum Arbeitsplatz wäre für viele Kollegen aus dem Team der Höhenretter nach Barmbek statt nach Altona mit deutlich weiteren Wegen quer durch die Hansestadt verbunden. Bleiben die Höhenretter bei ihrer ablehnenden Haltung, müssten in Barmbek erst neue Kräfte ausgebildet werden.

Die Feuerwehr Hamburg wird künftig ihre Vollzüge auflösen, um von zusätzlichen Standorten aus mit kleinen Einheiten als bisher das Schutzziel der “Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren” (AGBF), der auch Hamburgs Feuerwehrchef Klaus Maurer angehört, erreichen zu können.

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“Im Rahmen der Umstellung auf das AGBF-Schutzziel müssen wir in Hamburg Hunderte Kollegen umsetzen. Ob der Umzug der Höhenretter tatsächlich kommt, das haben wir noch gar nicht schwarz auf weiß”, sagte Martin Schneider aus der Pressestelle der Feuerwehr Hamburg gegenüber feuerwehrmagazin.de. Schneider: “Eine Arbeitsgruppe ist dabei, die Details zu planen. Das wird auf jeden Fall eine Revolution für die Feuerwehr Hamburg.” Und wie man am Beispiel der Reaktion der Höhenretter aus Altona sieht, wird diese Revolution nicht friedlich laufen.

Das AGBF-Schutzziel ist beim angenommenen “kritischen Wohnungsbrand” zeitlich und personell in zwei Komponenten gegliedert: Ein Erstangriff der Feuerwehr soll innerhalb der Hilfsfrist 1 von 9,5 Minuten (nach Beginn der Notrufabfrage) mit 10 Funktionen (qualifizierte Einsatzkräfte der Feuerwehr) erfolgen, um eine Menschenrettung noch rechtzeitig durchführen zu können. Eine Unterstützungseinheit soll innerhalb der Hilfsfrist 2 von 14,5 Minuten mit weiteren sechs Funktionen an der Einsatzstelle eintreffen. Diese weiteren sechs Funktionen sind zur Unterstützung bei der Menschenrettung, zur Brandbekämpfung, zur Entrauchung sowie zur Eigensicherung der Einsatzkräfte erforderlich.

Mehr Löschfahrzeug-Standorte gefordert

In Hamburg erfordert dieses Ziel mehr dezentrale Standort für Hilfeleistungs-Löschfahrzeuge, weil von den vorhandenen Wachen aus nicht alle Bereiche im Stadtgebiet gemäß der AGBF-Vorgabe erreicht werden können. Insgesamt wären nach einem Strategiepapier der Feuerwehr Hamburg in der Hansestadt mehr als 600 zusätzliche Stellen nötig, um alle Aufgaben vernünftig bewältigen zu können. “Offen ist noch, ob wir die Freiwillige Feuerwehr in die Überlegungen mehr einbeziehen können”, so Schneider. (Text: Timo Jann)

An dieser Feuer- und Rettungswache in Hamburg-Barmbek sollen nach bisherigen Überlegungen auch die Höhenretter stationiert werden. Das sorgt bei Mitgliedern der Spezialeinheit für Unmut. Foto: Timo Jann
An dieser Feuer- und Rettungswache in Hamburg-Barmbek sollen nach bisherigen Überlegungen auch die Höhenretter stationiert werden. Das sorgt bei Mitgliedern der Spezialeinheit für Unmut. Foto: Timo Jann

22 Kommentare zu “Hamburg: Umstrukturierung sorgt für Ärger”
  1. Dieser Artikel ist nicht älter diese Diskussion ist im Gegensatz gerade sehr aktuell!

  2. wenn es versprechungen gegeben hat sollten diese auch eingehalten werden.
    was ich aber nicht verstehe ist “deutlich weiteren Wegen quer durch die
    Hansestadt”, wollen die mich jetzt verarschen? ich muss jeden tag 110km
    zu meinem arbeitsplatz fahren, sowas wir heute verlangt. hab bei maps eben
    geschaut, das sind 10km, klar guer durch die hansestadt …. die fahrtzeit
    mit 29min quer durch die hansestadt wird wohl nicht ganz stimmen. aber ein
    bissel flexibel sollte man schon sein.

  3. Rainer Krischke

    wenn das Kommt hat Olaf meine Stimme nicht mehr
    habe 1964 wegen schlechter Hilffrist meine kleine
    Schwester verloren 45 Minuten hat es gedauert bis
    ein RTW da war ARMES Hamburg aber
    aber ein Protzbau für Klassik fans

  4. ich weiß net was die geheimnistuerei soll….hier wird daraus ein geheimnis gemacht…intern is alles klar….alle wissen wie es laufen soll und wird….und dann soll der artikel von gestern abend sein…sehr komisch…und ob die nach altona oder barmbek fahren is so lachhaft. da wird keiner deswegen aufhören

  5. Solche Kommentare können auch nur wieder von der hobbylösche kommen … Wer keine Ahnung von der Materie hat sollte sich zurückhalten .. Zerbrecht euch doch lieber darüber den Kopf wie ihr euren nächsten kameradschaftsabend organisiert, anstatt euch über arbeitswege etc sorgen zu machen..

  6. Ihr könnt einem echt leid tun: mit harten Diensten auf Löschlastern, wo man im Dienst Kochen, Schlafen, Sport uvm. machen kann! Da bleibt kaum noch Zeit für den Zweitjob! Der Beamtenlohn ist ja auch arg kärglich…
    Ich durchfahre Euer komplettes Einsatzgebiet um dann noch 20km über die Autobahn zu fahren! Aber ich jammere nicht!!! 10Km mehr??? Wahnsinn!!! Euer Steuerberater wird darüber Lächeln! Und das solltet Ihr vielleicht auch mal tun anstatt hier noch so einen Müll zu schreiben! Das Ansehen leidet- und ich habe keine Lust, da ich die gleiche Klamotte trage! Unser Ansehen ist eh schon bescheiden genug…
    Mir wird bei solchen Artikeln regelmäßig übel!!!

  7. Das ist gut das muss ich mir unbedingt merken. Sobald mein AG mich auf einer anderen Wache einteilt drohe ich einfach mit Kündigung. Genial. Früher hatte sowas schon den Geschmack von Erpressung aber heute gehört sowas wohl zum guten Ton in manchen Kreisen.. Augen auf bei der Berufswahl !

  8. Tja, das ist ja nun mal so ziemlich die einzige Möglichkeit, wie sich Feuerwehrleute (gerade Berufsfeuerwehrleute) zur Wehr setzen können. Und da die Höhenrettung ja eine freiwillige Zusatzaufgabe ist, kann sie von den MA ja auch wieder aufgegeben werden…
    Wenn die Angehörigen der FF Rostock (übrigens aus Solidarität mit einigen Kameraden, gegen die wegen einer STRAFTAT ermittelt wird) ihren Dienst quittieren, wird hier gejubelt bis zum umfallen und wenn das BF´ler machen wird das Ganze als lachhaft abgetan.
    DAS ist lachhaft!!!

  9. Moin, moin!

    Hier sind, wie immer, einige Hosdyretter und Möchtegernhelden unterwegs.
    1. die Fahrzeit quer durch Hamburg ist mit 29 Minuten noch recht optimistisch. Ich selbst bin an einer Wache im Süden von HH gewesen. Wir hatten zwei Außenstellen etwas nördlich von F23, da war man mit 30 Minuten schon gut bedient.
    2. Hier droht keiner mit Kündigung. Der Dienst (Aus- & Fortbildung) bei den SEGs in HH (auch die Höhenretter) wird “freiwillig” über den normalen Dienstbetrieb hinaus geleistet. Da ist es doch legitim zu sagen “wenn du mich ärgerst, hab ich kein Bock mehr, das zusätzlich zu machen”.
    3. Man muss auch die anderen Diskusionen sehen, die mit der Umsätzung der Schutzziele zusammen hängen, z.B. will man uns unseren Urlaub kürzen um den Personalengpass etwas zu kompensieren. Was können wir Einsatzbeamten dafür, dass man über Jahrzehnte gepennt und sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat? Das ist ein klassisches Organisationsverschulden. Man muss einfach ständig über den Tellerrand schauen und nicht betriebsblind durchs Leben laufen.
    4. Wird über das Vergaberecht im Rettungsdienst diskutiert, so dass es sein kann, dass wir zukünftig weitere Rettungsmittel besetzen müssen. In Spitzenzeiten haben wir zur Zeit fast 80 festbesetzte RTWs und NEFs im Dienst, dann wären es weit über 100. Wo soll das Personal herkommen?
    Ich kann den Unmut der Kollegen (nicht Kameraden) verstehen, da die Belastung ganz offensichtlich signifikant steigen wird.
    Also, erst informieren, dann kommentieren…

  10. HamburgerFF

    Alles Quatsch !
    – Die SEGH ist weiter aktiv, sie bleibt auch weiter erhalten
    – Die Hälfte der SEGH wechselt rüber
    – In Barmbek lassen sich neue Kollegen schon jetzt im Herbst zum HöRetter ausbilden
    – Es steht ein durchdachtes und funktionierendes Konzept für die SEGH bereit, dass einmalig und beispielhaft in der BRD sein wird. Darüber sollte im Sommer 2014 berichtet werden !!!!

  11. Fighter

    @alle mit Kritik an der Haltung der Kollegen aus
    Altona:
    Die Höhenrettereinheit ist eine SEG – also
    eine freiwillige Tätigkeit für den Dienstherrn!!

  12. Michael G.

    Also Höhenretung hin oder her,

    es kommt ja drauf an welcher arbeitsplatz in meinem Arbeitsvertrag steht!
    Ein Beispiel:
    Meine Frau Arbeitet beim Finanzamt unserer Stadt (Beamtin). Sie hat einen Anspruch auf einen Arbeitsplatz beim Finsanzamt unserer Stadt. Diesees Amt hat 4 Dienststellen. Sie kann jeder zeit auf eine anderer Dienststelle Versetzt werden.
    ich denke so ist es auch bei den Feuerwehr Beamten in Hamburg!

  13. @Michael G.

    Es wird bzw. wurde nicht über den Arbeitsplatz diskutiert. Es ging um eine freiwillige, zusätzliche Leistung die unsere Kollegen bei den SEG’s erbringen. Es ist doch wohl legitim, dass jeder für sich seine persönlichen Konsequenzen zieht, wenn Entscheidungen getroffen werden, mit denen er nicht einverstanden ist. Beamter hin oder her, hier geht es nicht um “Arbeitsverweigerung”!

  14. Jededm BFler eine Wache vor der eigenen Tür. Dann ist es nicht so weit.

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