Produkt: Download Heidebrand von 1975
Download Heidebrand von 1975
Der Heidebrand von 1975 gilt als schwerste Waldbrandkatastrophe Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg. 34.000 Kräfte kämpften mehrere Tage gegen die Flammen.
Kein Zukunftsszenario mehr

Dürre in Deutschland: Probleme für die Feuerwehr

Eine der vielen Auswirkungen des Klimawandels sind heute schon Realität: Dürren. Der Oberboden wirkt zwar auf den ersten 25 Zentimetern Tiefe feucht wie immer um diese Jahreszeit. Doch gräbt man tiefer, stößt man vielerorts auf staubtrockene Erde – ein Garant für Vegetationsbrände. Und: Dürren können Feuerwehren indirekt ihre Schlagkraft kosten.

Die Folgen einer achtlos weggeworfenen Zigarette am 20. April 2020: Der Hömericher Kopf in Gummersbach (Oberbergischer Kreis, NW) wird durch einen Waldbrand zum Aschehügel. Angrenzende Ortschaften mussten evakuiert werden, die Feuerwehr kämpfte mit über 400 Kräften und gemeinsam mit drei Polizeihubschraubern gegen die Flammen. Extreme Trockenheit und starker Wind aus wechselnden Richtungen hatten dafür gesorgt, dass das Feuer so intensiv werden konnte. Der Klimawandel begünstigt diese Ausgangsvoraussetzungen. (Bild: Umweltministerium NRW/Ortmann)

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung unterhält den online abrufbaren Dürremonitor. Dieser zeigt den Bodenfeuchteindex für den Gesamtboden bis in eine mittlere Tiefe von 1,80 Metern auf einer Deutschlandkarte an. Der Index berechnet sich aus aktuellen Werten im Verhältnis zum Durchschnitt von 1951 bis 2015.

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Die Karte ist nahezu komplett in Gelb, Orange und vielen Stellen Rot bis Dunkelrot eingefärbt. Das heißt: Fast ganz Deutschland hat einen zu trockenen Boden, in einigen Teilen des Landes herrscht in tieferen Schichten sogar extreme bis außergewöhnliche Dürre.

Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt an, wie trocken die Böden bis in eine Tiefe von 1,8 Metern seit 1952 sind. Dabei wird deutlich: Seit 2017 leiden die Bäume fast deutschlandweit unter Trockenstress. (Bild: UFZ-Dürremonitor/Boeing)

Ändert sich in den kommenden Monaten nichts daran, geraten die Bäume in der Vegetationsperiode ab Frühjahr auch dieses Jahr wieder unter Trockenstress und können Schädlingsbefall nur wenig entgegensetzen.

Was für Folgen das für die Waldbrandsaison hat sieht man leicht, wenn man die Waldbrandstatistik der letzten Jahrzehnte mit den Karten vom Dürremonitor abgleicht. Je dunkler das Rot auf der Deutschlandkarte (oben), desto mehr Hektar fallen den Flammen zum Opfer.

Gleicht man die Größe der Waldbrände in Deutschland in den letzten Jahrzehnten mit Dürreperioden ab, wird das Bild sehr deutlich: Fast jeder Dürre folgen intensive Waldbrände. (Bild: Feuerwehr-Magazin/Sander)

Damit sind wir bereits nah dran an dem Szenario, das der Bundestag als Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2018 (pdf) herausgegeben hat – übrigens eine von heute insgesamt acht Analysen, von denen eine auch eine Pandemie durch ein SARS-Virus voraussagte.

Das “denkbare Extremereignis”, das dem Papier zugrunde liegt, basiert auf dem “Jahrhundertsommer” im Jahr 1976 und den 5 Jahren davor. Die Verfasser der Studie zogen von den damals im Bezugszeitraum gefallenen Niederschlag nochmal 25 Prozent ab und rechneten 1 Grad Erwärmung drauf. Ergebnis (auszugsweise):

  • Probleme bei der Trinkwasserversorgung, insbesondere in der Lüneburger Heide und zentralen Bereichen Ostdeutschlands sowie Verschlechterung der Trinkwasserqualität. Katastrophenschutz muss Wassertransporte durchführen und Notbrunnen einrichten,
  • Ernteertragsdepression bis zu 60 Prozent der durchschnittlichen Ernten,
  • streckenweise Einstellung der Binnenschifffahrt auf Grund von Niedrigwasser und damit Kraftstoffengpässe, insbesondere entlang des Rheins,
  • Stromausfälle, da in Folge von Niedrigwasser Kraftwerke gedrosselt werden müssen und gleichzeitig der Strombedarf durch Nutzung von Klimaanlagen sowie Verlagerung von Schifftransport auf die Schiene steigt,
  • erhöhtes Aufkommen an Rettungsdiensteinsätzen und “Person hinter Tür”, 
  • extrem hohe Waldbrandgefährdung in fast ganz Deutschland mit vielen und starken Feuern,
  • häufige Einsätze zur Bewässerung von Bäumen und Belüftung von Teichen,
  • hohe Hitzebelastungen für Einsatzkräfte und
  • 1.000 bis 10.000 Tote, unter anderem durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Autoren geben die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Szenarios als einmal in 100 bis 1.000 Jahren an. In ihrer Schätzung berufen sie sich aber auf vergangene Ereignisse und beziehen keine Prognosen der Klimaforschung ein.

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Im Dezember 2020 erschien ein Grünbuch des Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit (pdf), das den Faden der Risikoanalyse wieder aufnahm und neben der Dürre noch stärker auf das Problem der starken Sommerhitze einging und den Klimawandel stärker in den Fokus rückte. Mitautor ist übrigens Albrecht Broemme, von 2006 bis Ende 2019 Präsident des Technischen Hilfswerks (THW).

Das Grünbuch zeigt dabei einen Punkt auf, der in der Risikoanalyse nur bei medizinischem Personal Erwähnung fand: die Eigenbetroffenheit. So heißt es in einer Passage des im Grünbuch gezeichneten Szenarios: “[…] Trotzdem sind viele Ehrenamtliche zu Hause geblieben. Sie müssen sich um ihre Familien kümmern oder sind selbst von der Hitze belastet […].”

Gleichzeitig vervielfachten sich die Herausforderungen für die Kräfte, wenn Hitze plus Dürre und damit auch Wassermangel, Stromausfall sowie Lebensmittelengpässe aufeinandertreffen.

Wie Feuerwehren sich auf diese Herausforderungen vorbereiten können, steht im Feuerwehr-Magazin 4/2021, das Ihr hier versandkostenfrei bestellen könnt.

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