Feuerwehr Ausbildung

Die wichtigsten Feuerwehr-Dienstvorschriften

Feuerwehrleute lernen sie bereits in der Jugendfeuerwehr kennen: die Feuerwehr-Dienstvorschriften, kurz FwDV. Sie sind zur einheitlichen Anwendung bei allen Feuerwehren im Bundesgebiet eingeführt worden. Mindestens drei Vorschriften muss jedes aktive Feuerwehrmitglied kennen.

Feuerwehrdienstvorschriften
Prüfung Truppmann-Lehrgang Teil 1. Prüflinge bringen eine Steckleiter in Stellung. Foto: Sven Buchenau

FwDV 1 “Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz”

Diese Vorschrift enthält die Basics des Feuerwehrdienstes die Brandbekämpfung und die Technische Hilfeleistung betreffend. Von der Persönlichen Schutzausrüstung und dem Auslegen von Druckschläuchen über Wasserentnahmestellen, Beleuchtungsgeräte sowie das Retten und Selbstretten werden alle Grundtätigkeiten erklärt.

“Ein sicherer Feuerwehreinsatz ist ohne dieses Wissen nicht möglich”, meint Stephan Seibel, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Bremen-Neustadt. “Die Inhalte sollte jeder Angehörige einer Freiwilligen Feuerwehr nach Abschluss der Truppmannausbildung beherrschen. Die Tiefe der Kenntnisse hängen dann vom jeweiligen Ausrüstungsniveau der örtlichen Feuerwehr ab.”

FwDV 3 “Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz”

“Die Vorschrift stellt das einheitliche Zusammenwirken der einzelnen Mannschaften an der Einsatzstelle sicher”, erklärt Brandoberrat Michael Bräuer, stellvertretender Schulleiter der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. “Sie macht ein geordnetes handeln erst möglich. Nur wenn die Mannschaft diese Grundzüge beherrscht, kann sich die zuständige Führungskraft auf ihre Aufgabe konzentrieren.”

So verschieden ist die Truppmannausbildung der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland

“Die vorgegebene Aufgabenzuordnung sichert den geordneten Einsatzablauf über Gemeinde- und Landesgrenzen hinweg und gibt ein gewisses Maß an Sicherheit, wenn die Abläufe drillmäßig eingeübt wurden”, ergänzt Seibel.

Wasserentnahmestelle offenes Gewässer zählt zu den Grundtätigkeiten der Feuerwehr. Foto: Sven Buchenau

FwDV 10 “Die tragbaren Leitern”

“Da der zweite Rettungsweg nach den Landesbauordnungen über die Leitern der Feuerwehr sicherzustellen ist, kommt alleine dadurch diesem Themenfeld eine größere Bedeutung zu”, sagt der stellvertretende Wehrführer Seibel. “In diesem Zusammenhang sei auch das Thema Anleiterbereitschaft zu nennen. Da die tragbaren Leitern als Rettungsmittel für Dritte, aber auch für Feuerwehrangehörige genutzt wird, ist der sichere Umgang mit der Steckleiter in jedem Fall Pflicht – mit der dreiteiligen Schiebleiter sollte auch regelmäßig beübt werden.

“Die FwDV 10 ist unerlässlich, um tragbare Leitern in stressigen Situationen sachgerecht und sicher in Stellung bringen zu können”, weiß Brandoberrat Bräuer aus Erfahrung.

Symbolfoto: Sven Buchenau

FwDV 7 “Atemschutz”

“Bei welchem Brandeinsatz kann heute noch ohne Atemschutz vorgegangen werden?”, fragt Seibel. “Bei kurzer Überlegung dürfte die Antwort lauten: Bei keinem! Alleine deshalb sind die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger (AGT) sowie die Anforderungen an die jährlichen Unterweisungen und Einsatzübungen immens wichtig. Fehler im Umgang mit dem Atemschutzgerät oder den Einsatzgrundsätzen können zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zum Tode führen.”

“Die Einsatzgrundsätze des Atemschutzes sollten zumindest jeder Führungskraft bekannt sein”, erläutert Bräuer. Auch Nicht-Atemschutzgeräteträger müssen einem AGT beim Anlegen des Pressluftatmers (PA) helfen können. Auch die Atemschutzüberwachung ist nicht zwingend die Aufgabe eines PA-Trägers. Daher verwendet Bräuer bei dieser FwDV den Passus “sollte jedes Feuerwehrmitglied kennen”.

Alle Feuerwehr-Dienstvorschriften im Überblick:

  • FwDV 1 “Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz”
  • FwDV 2 “Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren”
  • FwDV 3 “Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz”
  • FwDV 7 “Atemschutz”
  • FwDV 8 “Tauchen”
  • FwDV 10 “Die tragbaren Leitern”
  • FwDV 13/1 “Die Gruppe im technischen Hilfeleistungseinsatz” (diese ist vor mehreren Jahren in die FwDV 3 integriert worden)
  • FwDV 100 “Führung und Leitung im Einsatz: Führungssystem”
  • FwDV 500 “Einheiten im ABC-Einsatz”
  • FwDV 800 “Informations- und kommuniukationstechnik im Einsatz”

Die Vorschriften zum kostenlosen Download findet Ihr unter anderem hier:

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Die 100 heißt nur DV100 und nicht FwDV100, da sie auch für Polizei, Rettungsdienstes und andere Organisationen gilt!

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  2. Hallo Stephan,
    vielen Dank für das aufmerksame lesen. Es ist richtig, dass Polizei und andere Organisationen die von Dir genannte Dienstvorschrift nutzen. Sie wurde von der Projektgruppe Feuerwehr-Dienstvorschriften des Ausschusses Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV) erstellt und im März 1999 vom AFKzV als “Feuerwehr-Dienstvorschrift 100” genehmigt. Das BBK, das IDF sowie die Landesfeuerwehrschulen nutzen ebenfalls den Terminus “FwDV 100”.
    Kannst Du uns sagen, woher die Info stammt, dass sie nur DV 100 heißen soll?
    Freundliche Grüße aus der Redaktion,
    Sven Buchenau

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