Puderbach (RP) – Rund 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, THW und Deutscher Bahn sowie 40 Statisten übten am 31. Januar eine Großschadenslage auf der ICE-Strecke Köln–Frankfurt in Puderbach (Kreis Neuwied). Das Szenario: Brand in einem Fernzug mit etwa 400 Fahrgästen auf freier Strecke.
Unter Atemschutz gehen Einsatzkräfte der Feuerwehr zur Brandbekämpfung vor, während im Hintergrund Kräfte des Rettungsdienstes sowie des Sanitäts- und Betreuungsdienstes die dargestellten Fahrgäste erstversorgen. (Bild: TEL Neuwied | Lemgen)
Als Übungsort diente ein Abschnitt der ICE-Strecke im Bereich der Verbandsgemeinde Puderbach, Höhe Autobahnparkplatz Märkerwald. Da der Bahnverkehr weiterlaufen musste, ersetzten die Organisatoren den ICE durch einen Bus auf einem parallel verlaufenden Feldweg. Angedeutete Gleise und ein improvisierter Fahrdraht stellten die Einsatzbedingungen möglichst realitätsnah dar. Etwa 40 Statisten verkörperten die Fahrgäste.
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Als Vorlage diente ein realer Einsatz aus dem Jahr 2018 bei Dierdorf. Statisten setzten den Notruf per Mobiltelefon sowohl bei der Polizeileitstelle als auch bei der Integrierten Leitstelle Montabaur ab. Zeitgleich aktivierte die Deutsche Bahn ihr Notfallmanagement.
Nach dem Eintreffen erkundeten Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst die Lage, befragten Betroffene und begannen mit der Brandbekämpfung. Einheiten des Sanitäts- und Betreuungsdienstes registrierten die dargestellten Fahrgäste und transportierten sie in die Mehrzweckhalle Urbach. Dort versorgten die SEG-Betreuung des Kreises Neuwied sowie Kräfte der Notfallseelsorge die Betroffenen.
PDF-Download: Download Zentrum für Rettungsrobotik
Die Übungsleitung gliederte das Geschehen in drei Einsatzabschnitte: Brandbekämpfung, Wasserversorgung und Gesundheit. Im Abschnitt Gesundheit koordinierten ein Leitender Notarzt und ein Organisatorischer Leiter die medizinische Versorgung. Zur strukturierten Führung richteten Feuerwehr und THW einen Bereitstellungsraum im Gewerbegebiet Dernbach ein, für die Hilfsorganisationen entstand ein weiterer Bereich an der Mehrzweckhalle Urbach.
In der Technischen Einsatzleitung (TEL) im Dorfgemeinschaftshaus „Haus an den Buchen” in Dernbach liefen alle Informationen zusammen – unterstützt durch Live-Bilder von Drohnen. Mit dem Aufwuchs der Lage übernahm der Kreis Neuwied die Einsatzleitung.
Zur Abstimmung des weiteren Vorgehens tauschen sich Einsatzleiter Andreas Schmidt und Organisatorischer Leiter Peter Bächle während der Übung eng miteinander aus. (Bild: TEL Neuwied | Lemgen)
Nach Angaben der Übungsleitung beteiligten sich rund 200 Kräfte des Brand- und Katastrophenschutzes aus dem Kreis Neuwied sowie Feuerwehrkräfte aus dem Kreis Altenkirchen. Hinzu kamen etwa 50 Angehörige der Landes- und Bundespolizei. Zum Abschluss versorgte die SEG-Verpflegung (die jüngste Einheit des Katastrophenschutzes im Kreis) alle Beteiligten. Die Bundesautobahn A3 und die ICE-Strecke blieben während der Übung ohne Beeinträchtigung.