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Berufsfeuerwehr Wien

Berufsfeuerwehr Wien aktualisiert Feuerwehrboot-Flotte

Wien (Österreich) – Wegen der Nähe zur Donau befindet sich in der Hauptfeuerwache Leopoldstadt einer von insgesamt drei Wasserstützpunkten der Berufsfeuerwehr Wien. “Zehn Taucher sind hier im Tagdienst tätig”, sagt Referatsleiter Brandkommissär (Offiziersdienstgrad) Peter Kroiss. Zu den Gefahrenschwerpunkten für die Taucher und Wasserretter der BF gehören drei Häfen und ein Wasserkraftwerk entlang der Donau. (Komplette Reportage im FM 12/2018)

Mehrzweckboot
MZB der Berufsfeuerwehr Wien mit 60 km/h auf der Donau. Foto: Sven Buchenau

“Im Osten gibt es ein großes Tanklager”, erklärt Kroiss. “Die Beschickung erfolgt über Land und auf dem Wasser.” Erst 2016 wurde der größte schwimmende Wasserstützpunkt der Feuerwehr saniert. Der überdachte Anleger bietet Platz für maximal sieben Boote. Hier liegen zum Beispiel kleine Arbeitsbooten sowie große Mehrzweckboote (MZB).

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Wasserstützpunkt BF Wien
Dieser schwimmende Wasserstützpunkt ist 2016 saniert worden. Er bietet Platz für bis zu sieben Boote. Foto: Sven Buchenau

Die knapp 10 Meter langen MZB mit integrierter Löschpumpe und Wasserwerfer fahren bis zu 60 Kilometer pro Stunde schnell. Derzeit wird die gesamte Flotte der BF modernisiert. “Vier alte Boote werden durch neue ersetzt”, sagt der Referatsleiter. Ein modernes ex-geschütztes MZB mit einer Überdruckkabine ist bereits jetzt im Einsatzdienst. Damit können die Feuerwehrleute bei geschlossener Kabine auch durch Gas- beziehungsweise Rauchwolken fahren, sollte eine Einsatzlage dies erforderlich machen.

 

Viele österreichische Feuerwehren nutzen Rüstlöschfahrzeuge (RLF) als Standard-Einsatzfahrzeuge. Sie sind eine Kombination aus Tanklöschfahrzeug (TLF) und Rüstfahrzeug. Die Berufsfeuerwehr Wien hat mittlerweile die meisten RLF durch eine neue Generation Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge (HLF) und TLF ersetzt.

Berufsfeuerwehr Wien
HLF der neuen Generation auf MAN TGM 13.290 BL 4×4 vor der Zentralfeuerwache. Foto: Sven Buchenau

Insgesamt 30 RLF, zwischen 2001 und 2007 von Rosenbauer gebaut, gehören noch zum Fuhrpark der Berufsfeuerwehr. Als Fahrgestell dienen Steyr 14 S 28 L36 4×4. Zwischen 2011 und 2017 hat die Feuerwehr bereits 37 moderne HLF als Nachfolgegeneration in Dienst gestellt. Rosenbauer nutzte als Fahrgestelle MAN TGM 13.290 4×4 BL mit einem Radstand von 3.650 Millimetern und einem Fünf-Gang-Getriebe. Deren 6-Zylinder-Dieselmotoren (Euro 5) leisten 290 PS. 13.500 Kilogramm beträgt die zulässige Gesamtmasse der Allradfahrzeuge.

Die neuen HLF sind mit so genannten Mitteleinbaupumpen ausgestattet. Das heißt, die Pumpe sitzt nun in der Fahrzeugmitte und der Heckraum ist – abgesehen vom Platz, den die Bedieneinheit einnimmt, – anderweitig nutzbar. Die Pumpengröße wurde von einer N30 (FPN 10-3000) auf eine N10 (FPN 10-1500) reduziert, was eine erhebliche Gewichts- und Raumeinsparung mit sich bringt. Die tatsächlich am Pumpenprüfstand ermittelte maximale Förderleistung beträgt 1.600 Liter pro Minute bei 12 bar Ausgangsdruck beziehungsweise 1.800 Liter pro Minute bei 10 bar Ausgangsdruck.

Neben einem 1.200 Liter fassenden Wassertank ist in den neuen HLF ein 100-Liter-Schaummitteltank (Class A) eingebaut. Wasser kann über einen C-Schnellangriff (40 Meter) und Schaum mit einer Druckzumischanlage Rosenbauer Digimatic erzeugt werden. An der Fahrzeugfront befindet sich eine Seilwinde. Die Rotzler Treibmatic TR 030 Fire hat eine Nennzugkraft von 50 Kilonewton und eine maximale Zugkraft von 60 Kilonewton.

Berufsfeuerwehr Wien
Hauptfeuerwache Mariahilf: Links sind zwei neue HLF zu sehen. Das dritte Fahrzeug von links ist ein TLF. Äußerlich sind die beiden Typen kaum zu unterscheiden. Foto: Sven Buchenau

Ergänzend zu den HLF beschaffte die BF von 2012 bis 2014 insgesamt 13 neue TLF. Äußerlich sind sie kaum von den HLF zu unterscheiden. Als Fahrgestelle dienen MAN TGM 14.290 BL 4×4 mit einer höheren zulässigen Gesamtmasse. Sie sind die Nachfolgegeneration der bisherigen Universallöschfahrzeuge (ULF). 2.400 Liter Wasser und 230 Liter Schaummittel (AFFF) haben die TLF an Bord.

1901 hatte die Feuerwehr der Stadt Wien den Wunsch, sich an der internationalen Feuerwehrausstellung in Berlin im selben Jahr zu beteiligen. Der Gemeinderat genehmigte die Kosten für das Unternehmen mit der Auflage, die Exponate anschließend auch in Wien zu zeigen.

Wiener Feuerwehrmuseum
Eine große Hoffeuerspritze von 1785 (von links), ein Wasserwagen von 1785 sowie eine Hoffeuerspritze von 1772 gehören zur Sammlung in Floridsdorf. Foto: Sven Buchenau

So begann vor 117 Jahren die Geschichte des Wiener Feuerwehrmuseums. Heute ist es im Gebäude Am Hof 7 in der Zentralfeuerwache untergebracht. In acht Räumen können Besucher die technische Entwicklung der BF Wien über drei Jahrhunderte zurückverfolgen: historische Uniformen, feuerwehrtechnische Geräte, Bronzeskulpturen, Fahrzeugmodelle und Dokumente.

Auf großen Gemälden werden besondere Feuerwehreinsätze wie der Brand der Rotunde lebendig. Der zur Weltausstellung 1873 im Prater errichtete Kuppelbau aus einer mit Holz (400 Tonnen) und Gips überzogenen Stahlkonstruktion brannte 1937 komplett nieder. Durch Funkenflug wurden mehrere umliegende Gebäude und sogar der Übungsturm der Feuerwache im Prater in Brand gesetzt. Ein Höhepunkt des Museums ist ein originalgetreuer Nachbau der Türmerstube des Doms zu St. Stephan. 422 Jahre lang hielt ein Feuerwächter von dort Ausschau nach Bränden.

Wiener Feuerwehrmuseum
Dieses Elektromobil von 1903 ist mit Vollgummireifen ausgestattet und voll fahrtauglich. Foto: Sven Buchenau

In der Hauptfeuerwache Floridsdorf ist eine große Sammlung historischer Feuerwehrfahrzeuge untergebracht – in einer Tiefgarage unter der Wache. Absolutes Highlight ist ein Elektromobil von 1903. Der Elektromotor wird über zwölf 12-Volt-Batterien mit 144 Volt Spannung versorgt. “Die Kraft wird über Ketten auf die Räder übertragen”, erklärt Ferdinand Molzer, Leiter der Museumswerkstätte. Die so genannte automobile Gasspritze besitzt einen genieteten 500-Liter-Wassertank. In Flaschen mitgeführte Kohlensäure diente als Treibmittel, um das Löschwasser in die Schläuche zu drücken. Das Elektromobil bietet vier Einsatzkräften Platz und führt eine Holzleiter mit. “Zum 100-jährigen Geburtstag haben wir es restauriert”, sagt Molzer. Er ist zurzeit der Einzige, der die fahrtaugliche Gasspritze mit einer Höchstgeschwindigkeit von 26 km/h lenken darf.

Eine Besonderheit der BF Wien ist die 1927 gegründete Wache Rathaus. Der Grund waren Unruhen im selben Jahr, bei denen der Justizpalast angezündet und die Feuerwehr bei ihren Löscharbeiten behindert sowie sabotiert wurde. Weil das Rathaus besser geschützt sein sollte, installierte der Wiener Gemeinderat die Feuerwache Rathaus mit Brandschutz- und Sicherheitsaufgaben. Sie gehört inklusive Personal zur Berufsfeuerwehr Wien.

“Von insgesamt 108 Rathauswache-Beamten sind täglich 30 im Dienst”, erklärt Sektionsleiter-Stellvertreter Brandrat Thomas Hebelka. Ein Alarmplatz in der Zentrale ist 24 Stunden besetzt. Doch die Wache ist nicht nur für das Rathaus zuständig. Hier laufen die Alarmmeldungen von 750 Objekten der Stadt Wien wie zum Beispiel von Schulen, Schwimmbädern, Museen sowie Jugend- und Sozialämtern auf. Auch Brücken werden von hier aus kameraüberwacht.

Berufsfeuerwehr Wien
Die Wache Rathaus verfügt über ein modern ausgerüstetes KLF. Zwischen den Sitzen befinden sich die Analog- und Digitalfunkgeräte. Foto: Sven Buchenau

Kommt es zu einem Einsatz in diesen Objekten, rücken die Kräfte direkt vom Rathaus aus. Sechs Fahrzeuge stehen ihnen zur Verfügung. Darunter sind ein Kommandofahrzeug (KDF), ein Einsatzgerätewagen (EGW) und ein Kleintanklöschfahrzeug (KLF). Der Mercedes 210, Baujahr 2015, besitzt einen 380-Liter-Wassertank, eine Schaumzumischanlage Digimatic sowie akkubetriebene Schere und Spreizer.

Weiteres Material für die Brandbekämpfung im Gebäude lagert in der Fahrzeughalle. “Wir können zwei Löschgruppen zum Einsatz bringen”, sagt Sektionsleiter Oberbrandrat Manfred Jautz. Erst bei größeren Lagen kommen weitere Einheiten anderer BF-Wachen hinzu. Darüber hinaus wird die Wiener Katastrophenleitzentrale ebenso betreut wie das Warn- und Alarmsystem, welches zur akustischen Warnung der Wiener Bevölkerung im Katastrophenfall dient.

Wache Rathaus der BF Wien
Außenansicht des Wiener Rathauses mit dem 98 Meter hohen Turm. Foto: Sven Buchenau

Der Objekt- und Personenschutz macht den Großteil (80 Prozent) des Aufgabenbereichs aus: so zum Beispiel die Bewachung des Rathaus-Eingangs oder Sicherheitswachen bei Ratssitzungen. Insgesamt 1.600 Veranstaltungen finden jährlich im Rathaus statt. Je nach Einsatz können die Kräfte auch bewaffnet sein. Das Rathaus verfügt über ein Personen-Zähl-System, das auf optischen Sensoren beruht. “Damit sind wir in der Lage, jederzeit festzustellen, wie viele Personen sich aktuell im Gebäude befinden”, erklärt Oberbrandrat Jautz.

Regelmäßige Rundgänge bis unters Dach des 113.000 Quadratmeter (Nutzfläche) großen Rathauses gehören ebenfalls zu den Aufgaben der Beamten. Für die Fitness der Kollegen steht im Keller ein Sportraum zur Verfügung. Der 98 Meter hohe Hauptturm des Rathauses ist ein gutes Übungsobjekt für die Höhenretter der Wache. Gefunkt wird digital und analog. “Im Haus nutzen wir 70-cm-Funk”, sagt Brandrat Hebelka. “Der funktioniert auch im dritten Untergeschoss noch super.”

Die größte Feuerwehr Österreichs hat mit 46 unterschiedlichen Fahrzeugtypen einen außergewöhnlichen Fuhrpark. Ungewöhnlich ist auch die Wiener Regelung, Einsatzfahrzeuge mit drei Buchstaben zu benennen – in ganz seltenen Fällen zwei, niemals vier Buchstaben. Zur Erklärung haben wir für Euch ein Glossar der Fahrzeugtypen zusammengestellt.

Einsatzfahrzeuge
Zwei GTF bei der Wasserförderung aus der Donau. Foto: Sven Buchenau

Vollständige Fahrzeugliste der BF Wien

37x HLF, MAN TGM 13.290 4×4 BL, Rosenbauer, 2011-2017
13x TLF, MAN TGM 14.290 4×4 BL, Rosenbauer, 2012-2014
30x RLF, Steyr 14 S 28 L36 4×4, Rosenbauer, 2001-2007
KLF, Mercedes Sprinter 516 CDI 4×2, Rosenbauer, 2015
2x GLF, Mercedes Unimog U 5000, Rosenbauer, 2008
5x GTF, Scania G 480 8×4*4, Rosenbauer, 2014-2015
17x DL, 6x Steyr 15 S 23 P46 4×2, 4x Steyr 15 S 28 P51 4×2, 7x Iveco FF 160 E 30, Magirus, 1995-2014
2x TMB, Scania P 400 6×2*4, Bronto Skylift, 2010, 2013
TMF, Scania P 124 8×2*6 420, Bronto Skylift, 2000
15x KDF, Mercedes G 270 CDI, Dlouhy, 1993-2005
7x WLF, Scania P 360 6×4*4, Magirus, 2004-2010
2x WLL, Scania P 340 6×4*2, Lohr/Stubenberger, 2007, 2008
WLK, Scania P 124 8×4*6 420, Lohr/Stubenberger, 2004
WLK, Scania G 480 8×4*4, Magirus, 2013
4x ATF, 3x MAN TGL 8.210 4×2 BL, Steyr 8S22 P36 4×2, Rosenbauer, Dlouhy 2001-2010
LSF, MAN TGL 8.220 4×2 BL, Dlouhy, 2011
UMF, MAN TGL 10.250 4×2 BL, Dlouhy, 2011
2x DEF, Mercedes Atego 823 4×2, VW T4 syncro, Dlouhy, 2018, 2003
2x TAF, Mercedes Sprinter 316 CDI 4×4, Dlouhy, 2004
TRF, Mercedes 814 DA/37 4×4, Dlouhy, 1996
TRF, Mercedes Vario 814 4×4, Rosenbauer, 2009
SGF, MAN TGL 8.220 4×2 BL, Magirus 2015
2x KGF, Mercedes Vito 116 CDI 4×4, Pappas, 2008
IMF, Mercedes Vito 116 CDI 4×4, Dlouhy, 2017
3x IRF, 2x Mercedes Vito 116 CDI 4×4, VW T5 TDI 4Motion, Dlouhy/Eigen, Eigen, 2006-2017
2x NBF, Mercedes Sprinter 316 CDI 4×2, Dlouhy, 2006, 2007
2x ASL, Scania R 144 8×4 530, Eberl, 2000, 2005
ASK, Scania R 500 8×4, Eberl, 2015
WSF, MAN TGL 12.240 4×2 BL, Eberl, 2007
SVM, Mercedes Sprinter 516 CDI 4×2, Dlouhy, 2013
3x ASP, 2x Scania P 94 6×2*6 300, MAN TGM 15.250 4×2 BL, Eberl, 2001-2010
2x KTF, VW LT 35, VW, 1997
HRF, Mercedes Sprinter 519 CDI 4×4, Rosenbauer, 2014
2x KRF, Liebherr LTM 1045, Liebherr, 2005
KPF, Scania P 340 4×4, Stubenberger, 2008
LGF, Scania R 400 6×2*4, Lohr/Schwarzmüller, 2009
VF, Scania G 450 4×4, Eberl, 2018
7x LKW, Mercedes Sprinter, Weinknecht/Pappas, 2000-2018
3x LKW, Steyr 8 S 16 P33 4×2, Steyr, 1999-2014
3x EDF, Mercedes ML 280 CDI 4×4, 2x Ford Mondeo Titanium, Eigen 2007, 2009
29x MTF, 22x Mercedes Vito 116 CDI 4×4, 7x VW T5 TDI 4Motion, Pappas, Eigen, 1999-2018
30x MZF, 25x Ford Focus/Transit Courier, 5x VW Caddy Dlouhy, Eigen, 2004-2017
4x MOT, Honda Transalp PD10, Eigen 1998-2000
RDL, Liebherr L 508, Liebherr, 1994
BGL, JCB 4 CX, JCB, 2008
TKL, Merlo Panoramic 39.10, Mauch, 2016

Glossar

ASK = Abschleppfahrzeug Lkw Kran
ASL = Abschleppfahrzeug Lkw
ASP = Abschleppfahrzeug Pkw
ATF = Atemschutzfahrzeug
BGL = Baggerlader
DEF = Dekontaminationsfahrzeug
DL = Drehleiter mit Korb
EDF = Einsatzdirektionsfahrzeug
GLF = Geländelöschfahrzeug
GTF = Großtanklöschfahrzeug
HLF = Hilfeleistungslöschfahrzeug
HRF = Höhenretterfahrzeug
IMF = Imkerfahrzeug
IRF = Inspektionsrauchfangkehrerfahrzeug
KDF = Kommandofahrzeug
KGF = Kleingerätefahrzeug
KLF = Kleintanklöschfahrzeug
KPF = Kipperfahrzeug
KRF = Kranfahrzeug
KTF = Kleintankfahrzeug
LGF = Logistikfahrzeug
LSF = Leitstellenfahrzeug
MOT = Motorrad
MTF = Mannschaftstransportfahrzeug
MZF = Mehrzweckfahrzeug
NBF = Nachrichtenbaufahrzeug
RDL = Radlader
RLF = Rüstlöschfahrzeug
SGF = Sondergerätefahrzeug
SVM = Servicemobil
TAF = Taucherfahrzeug
TKL = Teleskoplader
TLF = Tanklöschfahrzeug
TMB = Teleskopmastbühne (46 m)
TMF = Teleskopmastfahrzeug (54 m)
TRF = Taucherrüstfahrzeug
ULF = Universallöschfahrzeug
UMF = Umweltmessfahrzeug
VF = Versorgungsfahrzeug Kran
WLF = Wechselladerfahrzeug
WLK = Wechselladerfahrzeug Kran
WLL = Wechselladerfahrzeug Ladekran
WSF = Werkstättenfahrzeug

 

Branddirektor DI Dr. Gerald Hillinger erklärt die Besonderheiten der Berufsfeuerwehr Wien in einem Kurzinterview. Die gesamte Reportage erscheint am 23. November 2018 im Feuerwehr-Magazin 12/2018. Ihr könnt das Heft auch jetzt schon bei uns im Shop bestellen.

Berufsfeuerwehr Wien
Branddirektor Gerald Hillinger. Foto: Feuerwehr-Magazin / Sven Buchenau

Interview: Sven Buchenau (Redakteur Feuerwehr-Magazin)

FM: Was, glauben Sie, ist das Besondere an der Berufsfeuerwehr Wien?

Hillinger: Die gesamte Struktur unserer Organisation ist sehr stark einsatzorientiert. Das bedeutet, dass nahezu alle Funktionen im Schichtdienst abgebildet werden. Ich sehe diesen starken Praxisbezug unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als klaren Vorteil für die tägliche Arbeit.

FM: Welche großen (Bau-)Projekte/Anschaffungen/Neuerungen stehen in den kommenden Jahren an?

Hillinger: Derzeit läuft gerade der Neubau der Hauptfeuerwache Leopoldstadt, die während der gesamten Bauphase einsatzbereit bleibt. Da sind große logistische Herausforderungen zu meistern. Neben Sanierungen von kleineren Standorten läuft auch die Planung für einen zusätzlichen Standort im neuen Stadtteil Seestadt Aspern.

FM: Worin bestehen zurzeit die größten Herausforderungen für die Berufsfeuerwehr Wien?

Hillinger: Unser Schwerpunkt ist ganz klar die Ausbildung der Einsatzkräfte. In einer sich schnell weiterentwickelnden Zeit versuchen wir permanent mit den Ausbildungsinhalten am Puls der Zeit zu sein – Schlagworte: Haustechnik, Automatisierung, alternative Antriebe.

FM: Wie zufrieden sind Sie mit der Bewerber-Situation auf freie Stellen in den vergangenen Jahren? Inwiefern ist hier eine Entwicklung zu erkennen?

Hillinger: Die Berufsfeuerwehr in Wien hat sich seit Jahren als attraktiver Arbeitgeber etabliert und damit ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber konstant hoch. Entgegen dem allgemeinen Trend Aufnahmekriterien zu vereinfachen, haben wir in letzter Zeit die Anforderungen für neue Einsatzkräfte nochmals angehoben.

Berufsfeuerwehr Wien
Die Hauptfeuerwache Floridsdorf gehört zu einer der moderneren der BF Wien. Hier befindet sich auch das Ausbildungszentrum. Foto: Feuerwehr-Magazin / Sven Buchenau

Der in Salzburg geborene und aufgewachsene Gerald Hillinger absolvierte in den 1980er Jahren das Studium der Technischen Chemie an der Technischen Universität Wien. Sein Doktorat schloss er 1991 ab. 1993 begann er mit der Offiziersausbildung bei der Berufsfeuerwehr Wien. 10 Jahre später wurde er zum Sektionsleiter der Brandschutzsektion I und 2004 zum Geschäftsgruppenleiter für Personal und Organisation in der BF Wien ernannt. 2006 stieg er zum stellvertretenden Branddirektor auf, 2009 wurde er zum Branddirektor und Abteilungsleiter der Magistratsabteilung 68 bestellt. Seit demselben Jahr ist er Landesfeuerwehrkommandant von Wien und Vizepräsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes.

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Produkt: Feuerwehr-Magazin 6/2019
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