Zur Reportage im Heft

Berufsfeuerwehr Jena – vielseitige Gefahrenabwehr

In der Carl Zeiss-Stadt Jena (TH) muss die Berufsfeuerwehr – gemeinsamen mit den Freiwilligen – für viele unterschiedliche Gefahrenschwerpunkte gewappnet sein. Dafür setzen die Thüringer auf Spezialausrüstung und Effektivität. Sie kombinieren beispielsweise Waldbrandbekämpfung und Winterdienst, trainieren für Tunnelbrände nach Schweizer Ausbildungsstandard. Dreh- und Angelpunkt ist das 2015 fertiggestellte Gefahrenabwehrzentrum. Die große Reportage findet Ihr im Feuerwehr-Magazin 8/2018..

Stadtinfo Jena

Nach der Landeshauptstadt Erfurt ist Jena die zweitgrößte Stadt Thüringens. 108.000 Menschen, darunter fast ein Viertel Studenten, leben in Jena. Der Stadtturm, als „JenTower“ 1972 errichtet, war damals das höchste Hochhaus Deutschlands. Nach einer aufwendigen Sanierung prägt der runde Turm noch heute die Silhouette der Stadt. Ursprünglich sollten zwei dieser 160 Meter hohen Türme (29 Stockwerke) und ein verbindender Querriegel wie ein stehendes Fernglas wirken.

Seit 1874 hatte sich Jena zur Industriestadt entwickelt, heute bilden Forschung, Bildung und Wissenschaft Schwerpunkte. Jena gilt seit Jahrzehnten als Zentrum der deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie, die zu DDR-Zeiten bis zu 60.000 Arbeitsplätze bot. Vor allem die Firmen Carl Zeiss und Schott Glas prägten Jena über Jahrzehnten und stehen noch heute mit ihren Unternehmensteilen für Hightech.

Blick auf die Stadt Jena. Foto: Timo Jann

Im Stadtgebiet gibt es drei Bahnhöfe, doch seit der Eröffnung der neuen Bahnverbindung München-Berlin fahren die ICEs an Jena vorbei. An Jena vorbei führt die Autobahn 4 (Frankfurt/Main-Dresden) mit dem Jagdbergtunnel, die B 88 und die B 7 führen durch das Stadtgebiet. In Jena hat die Friedrich-Schiller-Universität ihren Sitz, angeschlossen ist ein Universitätsklinikum. Optik und Gesundheit bilden die Arbeitsschwerpunkte der Universität.

Der Jagdbergtunnel

Als Bauwerk 15 der Deutschen Einheit wurde die Autobahn 4 (Frankfurt/Main – Dresden) auf 130 Kilometern Länge sechsspurig ausgebaut. Um den 288 Meter hohen Jagdberg zu queren, wurde im Zuge der A 4 der gleichnamige Tunnel gebaut. 6 Jahre dauerten die Bauarbeiten für den 3074 Meter langen Jagdbergtunnel im Zuge der Autobahn 4 von Frankfurt/Main nach Dresden. Von September 2008 bis November 2014 wurde an dem Bauwerk mit seinen sechs Fahrspuren gearbeitet.

Zwei Röhren wurden durch den 288 Meter hohen Jagdberg getrieben. Dadurch war es möglich, die kurvenreiche vierspurige Strecke durch ein Tal aufzulösen. Insgesamt ist die erneuerte Autobahntrasse rund um den Tunnel gut 11 Kilometer lang. Die alte Strecke wurde zurückgebaut und renaturiert, das Tal gilt als wichtiger Standort für wilde Orchideen.

Ein Gefahrenschwerpunkt ist der Jagdbergtunnel. Foto: Timo Jann

Der Jagdbergtunnel ist der einzige Straßentunnel in Deutschland, der über eine automatische Löschanlage verfügt. Ursprünglich war geplant, dass Gefahrguttransporter weiterhin durch Jena und nicht durch den Tunnel fahren sollten. Dagegen regte sich Widerstand in der Stadt. Daraufhin wurde die Planung verändert, ein Löschsystem (One Seven) wurde montiert. Kosten nach Angaben des Verkehrsministeriums: 14 Millionen Euro.

90 Höhenmeter überwindet der Tunnel, ein 130 Meter hoher Abluftschacht befindet sich in der Mitte des Tunnels. Die beiden Röhren sind mit zehn Querschlägen miteinander verbunden. Die bieten der Feuerwehr Platz für Angriffe und Evakuierungen. Etwa 67.000 (ein Viertel Schwerlastanteil) Autos und Laster rollen täglich durch den Tunnel, dessen Bau insgesamt 385 Millionen Euro gekostet hatte.

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