Produkt: Fahrzeuge Interschutz 2015
Fahrzeuge Interschutz 2015
Fast alle Fahrzeuge, die bei der Interschutz 2015 zu sehen waren, sind in diesem Themen-Special zusammengefasst! Über 260 Fahrzeuge mit über 300 Aufnahmen!
Eine Messe - zwei Veranstalter: vfdb und Deutsche Messe AG

Strategische Partnerschaft auf Augenhöhe

Hannover – Wem gehört eigentlich die “Interschutz”? Und warum findet die so oft in Hannover statt? Und wer bestimmt eigentlich, wie das Rahmenprogramm aussieht? Dirk Aschenbrenner, der Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, kurz vfdb, verrät es uns.

Seit über 40 Jahren sind die Deutsche Messe AG und die vfdb Kooperationspartner bei der Ausrichtung der Interschutz. Foto: Archiv Haase

FM: Herr Aschenbrenner, wer hat die Interschutz eigentlich erfunden?
Aschenbrenner: Das war Anfang der 1950er Jahre August Ortloph, der erste Präsident der vfdb.

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FM: Was sollte mit der Veranstaltung erreicht werden?
Aschenbrenner: Ziel war es, den Besuchern einen umfassenden Einblick in den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz zu ermöglichen. Außerdem gab es einen Querschnitt durch fast alle Gebiete von Wissenschaft und Technik des Brandschutz- und Rettungswesens. Damals sprach man übrigens noch von Brandschutzausstellung.

FM: Wo fand die Brandschutzausstellung statt?
Aschenbrenner: Sie war als eine Art Wanderausstellung konzipiert. Die Orte wechselten. Die vfdb schloss dann jeweils Ausrichterverträge mit den Messegesellschaften vor Ort. Wir kümmerten uns von jeher um den ideellen Teil der Interschutz. Die jeweilige Messegesellschaft beauftragten wir mit der Durchführung des kommerziellen Teils.

FM: Und dann kam das Jahr 1980. Die Interschutz fand erstmals in Hannover statt.
Aschenbrenner: Heute würde ich sagen, 1980 traten wir in eine neue Phase ein. Die Interschutz 1980 war im Prinzip der Beginn einer engen Partnerschaft mit der Deutschen Messe AG und der Stadt Hannover.

vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner hier in seiner Funktion als Leiter der Berufsfeuerwehr Dortmund. Foto: Andreas Winkler (Bild: @andreas_winter)

FM: Können Sie das noch etwas näher erläutern?
Aschenbrenner: Bei der Durchführung der Interschutz sind wir immer auf die Unterstützung der Feuerwehr vor Ort angewiesen. Und die Feuerwehr benötigt für ihr Handeln natürlich die Rückendeckung der jeweiligen Stadt. Das war 1980 absolut gegeben. Hannovers Feuerwehrchef Rolf-Dieter Bräunig, um mal einen Namen zu nennen, und seine Leute haben sich enorm engagiert.

FM: Wie ging es dann weiter?
Aschenbrenner: Bei der Nachbereitung der Messe waren sich alle Beteiligten einig, dass Hannover ein riesiger Erfolg war. Die Besucherzahlen hatten sich zur Messe 1972 in Frankfurt fast verdoppelt. Hannover liegt verkehrsgünstig und das Messegelände war schon damals eines der besten der Welt.

Gekommen, um zu bleiben: 1980 wurde die Interschutz erstmals in Hannover veranstaltet. Seitdem fand die Messe bereits fünfmal in der niedersächsischen Landeshauptstadt statt. Foto: Archiv Haase

FM: Und so wurde die Entscheidung getroffen, die nächste Interschutz wieder in der niedersächsischen Landeshauptstadt auszurichten?
Aschenbrenner: Es gab eine ganze Reihe von Gründen, die dafür sprachen, das Umherziehen durch Deutschland zu beenden.

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FM: Welche Gründe waren das?
Aschenbrenner: Ein fester Veranstaltungsort lässt sich zum Beispiel besser vermarkten. Dazu gehören übrigens auch ein verlässlicher Rhythmus und feste Zeiten. Denn wir hatten damals schon das Ziel, die Internationalisierung voranzutreiben und eine weltweite Leitmesse zu etablieren.

FM: Haben Sie wegen dieser neuen Ziele inzwischen auch einen neuen Vertrag mit der Deutschen Messe AG geschlossen?
Aschenbrenner: Ja, nach Leipzig im Jahr 2010 haben wir entschieden, uns auf einen Partner und einen Standort festzulegen: auf Hannover und die Deutsche Messe AG, mit der wir damals ja schon 30 Jahre sehr erfolgreich zusammengearbeitet hatten. 2012 sind wir dann eine strategische Partnerschaft auf Augenhöhe mit der Messe AG eingegangen.

Seit 2010 nennt sich die Interschutz Internationale Leitmesse für Rettung, Brand-/Katastrophenschutz und Sicherheit. Die vfdb hat sich früh dafür eingesetzt, auch die Themen Rettungsdienst, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz auf die Interschutz zu bringen und forciert dieses Ansinnen bis heute. Foto: Hegemann

FM: Was wurde vereinbart?
Aschenbrenner: Die Deutsche Messe AG ist seitdem wirtschaftlicher und rechtlicher Träger der Interschutz. Die vfdb ist für den ideellen Teil zuständig. Die Aufgabenteilung sieht vor, dass die Hannoveraner den kommerziellen Teil vorbereiten und durchführen. Bei allen Entscheidungen von Belang ist die vfdb aber einzubeziehen.

FM: Was sind denn solche Entscheidungen von Belang?
Aschenbrenner: Dazu gehören zum Beispiel der Turnus der Messe, Dauer und Öffnungszeiten, das Marketingkonzept sowie die Struktur- und Flächenbelegung. Und auch bei der Besetzung des Beirates zur Interschutz reden wir mit. Den Ausbau der internationalen Aktivitäten sprechen wir ebenso ab.

Für den ideellen Part der Interschutz ist die vfdb verantwortlich. Sie kümmert sich um das gesamte Rahmenprogramm der Messe. Foto: Hegemann

FM: Aktuell scheint es, dass gerade International richtig Gas gegeben wird.
Aschenbrenner: Es gibt Veranstaltungen in Italien und Australien, an denen wir beteiligt sind. “Powered by Interschutz” heißt es dann. Und in China und den USA wird gerade etwas aufgebaut.

FM: Wird die Hauptveranstaltung in Deutschland nicht geschwächt, wenn es weltweit kleine Interschutz-Messen gibt?
Aschenbrenner: Im Gegenteil. Wir meinen, DIE Interschutz in Deutschland dadurch zu stärken. Wir nutzen die Veranstaltungen weltweit, um Werbung für die Interschutz zu machen. Und die Deutsche Messe AG betreibt Akquise bei den Ausstellern.

Vertreter der vfdb und der Deutschen Messe AG nutzen Veranstaltungen wie die REAS in Italien, um Werbung für eine Teilnahme an der Interschutz in Hannover zu machen. Foto: Hegemann

FM: Es fällt auf, dass auch die Industrieausstellung im Rahmen der Jahresfachtagungen der vfdb in den letzten Jahren gewachsen ist.
Aschenbrenner: Es gibt Firmen, denen der 5-Jahres-Rhythmus zu lang ist. Gerade in den digitalen Bereichen entwickeln sich die Produkte einfach viel schneller. Deshalb haben wir die Vermarktung der Jahresfachtagungen mit in den Vertrag aufgenommen. So können wir diesen Firmen zwischen den Interschutz-Messen ein passendes Forum anbieten. Auch für die Vermarktung dieser Veranstaltungen ist die Deutsche Messe AG zuständig.

Die Industrieausstellung im Rahmen der jährlichen Fachtagungen der vfdb organisiert auch die Deutsche Messe AG. Die Bedeutung dieser Veranstaltung steigt von Jahr zu Jahr, weil gerade die innovativen Firmen nicht nur alle 5 Jahre neue Produkte vorzustellen haben. Foto: Hegemann

FM: Und wem gehört die Interschutz nun?
Aschenbrenner: Die Interschutz gehört uns beiden zusammen.

FM: Wie lange läuft der Vertrag?
Aschenbrenner: Er ist unbefristet. Aber er kann frühestens nach vier Messen Interschutz ab 2015 von den Vertragspartnern gekündigt werden. Beide Seiten haben also Rechtssicherheit bis 2035, wenn es beim derzeitigen Turnus von 5 Jahren bleibt.

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FM: Neben der vfdb gibt es mit dem Deutschen Feuerwehrverband (DFV) und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ja noch zwei weitere ideelle Partner der Interschutz. Inwiefern sind die von dem neuen Vertrag betroffen?
Aschenbrenner: Gar nicht. Diese beiden Verbände sind Partner der Interschutz, die vfdb ist Mitveranstalter. Nur wir haben ein Mitspracherecht.  

Ist es sinnvoll, dass die Interschutz alle 10 Jahre zusammen mit dem Deutschen Feuerwehrtag stattfindet?

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