Feuerwehr kauft sich Unimog selbst

Neuenmarkt (BY) – Die Freiwillige Feuerwehr Neuenmarkt-Schlömen (Kreis Kulmbach) hat sich als Ersatz für ihr 40 Jahre altes Löschfahrzeug einen gebrauchten Unimog gekauft. Den Kaufpreis von 22.000 Euro bezahlte die Feuerwehr selbst – auch die Instandhaltung soll künftig der Feuerwehrverein tragen. Wie “infranken.de” berichtet, zahlt die Gemeinde Neuenmarkt einen Zuschuss von 5.000 Euro und übernimmt die Versicherungsprämien.

Artikel: “Die Feuerwehr finanziert ihren Unimog selbst” (infranken.de, 6. November 2012)

29 Kommentare zu “Feuerwehr kauft sich Unimog selbst”
  1. Tja – Feuerwehr ist ein lästiger Posten im Kommunalen Haushalt. Erst recht in der jetzigen Zeit, wo der Bund den Kommunen finanziell das Wasser abgräbt. So manch Kommunalpolitiker würde die eine oder andere feuerwehr am lioebsten sofort dichtmachen…

  2. Traurig! ab morgen kauft sich jeder seine psa selbst und wir fahren mit den pkws direkt zum einsatz… Nur doof wenn jemand vergessen hat ein hohlstrahlror zu kaufen….

  3. André Rühl

    Es ist sehr traurig das der Brandschutz den Kommunen fast nichts mehr wert zu sein scheint. Das Engagement der FFW Neuenmarkt-Schlömen ist definitiv lobenswert allerdings vermittelt es den Kommunen ein falsches Bild. Nicht jede FFW ist finanziell in der Lage ihre Ausrüstung selbst zu beschaffen, geschweige denn ihre Fahrzeuge.
    Und ich kann mir sehr gut vorstellen dass andere Kommunen, wenn sie von solchen Wehren wie der in Neuenmarkt-Schlömen hören, ihren Wehren die Mittel kürzen oder gar ganz streichen weil sie der Meinung sind das die Wehren sich ja ein gutes Beispiel an anderen nehmen und ihr Ausrüstung selbst finanzieren können. Ich glaube vielen Politikern ist überhaupt nicht bewusst was passiert wenn die freiwilligen Feuerwehren ihren Dienst niederlegen müssen weil die Ausrüstung nicht mehr sicher ist. Wenn keiner mehr freiwillig sein Leben riskiert um Leben und Hab und Gut von anderen zu retten. Bei einer solch phänomenalen Unterstützung braucht sich auch keiner wundern wenn bei den FFWen der Nachwuchs ausbleibt…

  4. Toll wie sich unsere Politiker immer auf die Schulter klopfen bei der Förderung und Unterstützung des Ehrenamtes, obleich sie dieses Wort nicht mal in den Mund nehmen dürften. Eine Hochachtung für die Kameraden die dies organisiert haben, aber eigentlich dürfte sowas gar nicht funktionieren das die Verantworlichen mal Wach werden. Dazu der Slogan des Bayrischen Landesfeuerwehrverbandes mit den Feuermelder: Stell dir vor du drückst und alle drücken sich ( oder es kommt keiner ) Leider erfolgt erst immer ein Umdenken wenn mal was schiefgangen ist….

  5. Matthias

    Tut mir leid Kameraden, aber das ist ein vollkommen falsches Signal an die Politik. Die Gemeinde hat per jeweiligem Landesgesetz eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, zu betreiben und AUSZURÜSTEN. Was an Ausrüstung benötigt wird, legt die Bedarfsbeurteilung/Schutzzielbeurteilung des Leiters der Feuerwehr fest im Zusammenspiel mit den landesrechtlichen Vorgaben (in Hessen HBKG und Feuerwehrorganisationsverordnung).

    Wenn die Gemeinde dieser Aufgabe nicht nachkommt, handelt sie gegen geltendes Recht. Den Gemeindevertretern ist vielfach nicht bewusst, dass sie in der Verantwortung für Brandschutz und Hilfeleistung stehen – und nicht der FeuerwehrVEREIN!

    Ein Fahrzeug oder persönliche Schutzausrüstung vom Feuerwehrverein zu finanzieren ist grundsätzlich falsch. Es sei denn, es handelt sich um “Schmankerl” die die Norm nicht vorsieht.

    Dieses Beispiel wird Schule machen und viele weitere Gemeinden werden ihren Feuerwehren die notwendige Ausrüstung verweigern.

    Auch wenn es wehtut, plötzlich als Feuerwehrmann nicht mehr die Feuerwehraufgaben wahrnehmen zu können, solch ein Verhalten von Gemeinden darf nicht akzeptiert werden, sonst können alle Kameraden beim nächsten Brandalarm noch einen 10-Liter Eimer Wasser von zuhause mitbringen.

  6. so langsam bin ich der meinung man sollte einfach mal sein ehrenamt niederlegen
    Mal schauen was passiert.nur tragisch für die leidtragenden.aber wie soll man der politik sonst
    Klarmachen das ff der wichtigste teil der gesellschafft ist

  7. Wolfgang

    Respekt vor den Angehörigen dort das sie das Geld aufbringen. Aber mal ne Blöde Frage bei all der tiefen Bestürzung hier, hat sich eigentlich von euch schonmal jemand Gedanken gemacht wie die Fahrzeuge der ehrenamtlichen Hilfsorganisationen bundesweit finanziert werden die nicht explizit dem KatS gehören ? Das interessiert kein Schwein das hier jede Organisation sich selbst ihre Fahrzeuge erarbeiten muss über Spenden, Fördermitglieder, San-Dienste usw…

    22000 Euro hat die Kiste gekostet und 5000 gibts als Zuschuss. Also fast ein Viertel. Unser letztes Fahrzeug, ein GW-Technik, kostete in der Beschaffung rund 38000 Euro und es gab ganze 500 € von der Gemeinde. Und das ist nicht die Ausnahme sondern die Regel.

    Ihr könnt jetzt die Fackeln und Mistgabeln rausholen aber entschuldigt wenn ich nicht vor Grauen erstarre wenn sich auch die Feuerwehr in die Niederungen der Hilfsorganisationen herablässt und ab und an mal ein Fahrzeug selbst beschafft. Es ist toll wenn jemand Feuer löscht und Verletzte aus Gefahrensituationen birgt aber was bringt mir das wenn hinterher keiner da ist der sich um die Opfer kümmert ?

    Und ich finde gerade dieses Beispiel hier taugt besonders wenig für Bestürzung.

  8. Toll wie sich unsere Politiker immer auf die Schulter klopfen bei der Förderung und Unterstützung des Ehrenamtes, obleich sie dieses Wort nicht mal in den Mund nehmen dürften. Eine Hochachtung für die Kameraden die dies organisiert haben, aber eigentlich dürfte sowas gar nicht funktionieren das die Verantworlichen mal Wach werden. Dazu der Slogan des Bayrischen Landesfeuerwehrverbandes mit den Feuermelder: Stell dir vor du drückst und alle drücken sich ( oder es kommt keiner ) Leider erfolgt erst immer ein Umdenken wenn mal was schiefgangen ist….

  9. Also unsere Kommune verfährt nach dem Motto: Hauptsache billig! Das die Einsatzjacken dann nach einem Jahr schon kaputt sind und man dann vier Jahre auf neue Überjacken warten muss – wenn interessiert das schon? Auf Veranstaltungen wird immer gesagt: “Wir als Gemeinde stehen hinter der Feuerwehr. Ohne wenn und aber!” In der Praxis stellt sich dann das absolute Gegenteil heruas. Benötigte Fahrzeuge werden zusammengestrichen oder gar komplett abgelehnt, neue Einsatzkleidung wird kaum angeschafft, inzwischen müssen sich die Kameraden ihre Funkmelder selber kaufen weil die Gemeinde dafür keinen Bedarf mehr sieht. Es gibt ja seit neustem die Handy-Alarmierung (funktioiniert nur nicht so wie gedacht)… So: ich beiß jetzt lieber in meinen Arbeitstisch bevor ich das große Kotzen kriege… 😉

  10. Die Hobbypolitiker in den Gemeindräten wissen offensichtlich nicht, dass sie für den Brandschutz in ihrer Gemeinde zuständig sind. Sie wissen offensichtlich auch nicht, dass sie u. U. für Fehlentscheidungen persönlich haftbar gemacht werden können. Wenn eine Feuerwehr ein Gerät oder Fahrzeug aus der Notwendigkeit, u. a. einem Brandschutzbedarfsplan, heraus fordert, dieses aber vom Gemeinderat abgelehnt wird, haftet im Schadenfall durch fehlendes Gerät der Gemeinderat.

  11. … und alle in der Verwaltung klatschen vor Freude in die Hände wieder ein paar doofe gefunden zu haben. Ist aber inzwischen zum Regelfall geworden das die Kommunen durch Fördervereine aus der Verantwortung gezogen werden.

  12. Traurig, traurig.

    Ich freue mich schon sehr auf die Beförderungsveranstaltung, bei der wieder groß getönt wird, wie wichtig doch unsere Arbeit ist.
    Danke für die leeren Worte!
    Es kann nicht sein, dass sich selbst der Kram beschafft werden muss.
    Wenn man es dann jedoch tut, weil man nur noch so eine leistungsstarke Truppe aufweisen kann, wird denjenigen noch die Pistole auf die Brust gesetzt.
    Das slbstbeschaffte Gerät muss der Kommune überschrieben werden, damit wenigstens die Betriebskosten übernommen werden. Glückwunsch!!!

    Wenn ich nicht so an dem Amt hängen würde, würde ich am liebsten den Herren ein dicken Haufen sch……

  13. @Wolfgang

    Ich glaube du bist da etwas falsch informiert. Wir du schon sagst sind die Rettungsorganisationen, mit Ausnahme des THW und der Feuerwehr privat organisiert.
    Ihr beklagt euch ihr müsst vieles durch Spenden finanzieren. Es ist eben das Gesetz in Deutschland, das den Kommunen die Aufstellung der Feuerwehr vorschreibt, dazu gehören eben auch die Fahrzeuge, die eben etwas teurer sind.

    Aber eine Bitte hätte ich an dich, zeige mir einen Rettungswagen der 25Jahre oder gar 40Jahre wie in diesem Falle im Einsatz ist.

    Denkmal drüber nach, falls du es noch nicht verstehen solltest, hast du keine Ahnung davon.

  14. auch wir haben einen VW-Bus selbst beschafft. Dies ist aber ein Fahrzeug, was zusätzlich zu unserem Löschfahrzeug beschafft wurde. Der Bully dient der Jugendfeuerwehr, hat aber auch zusätzliche Beladung für Einsätze. Zusätzlich wird dieses Fahrzeug benutzt um die Kräfte zur Einsatzstelle zu bringen. Im Fall von “notwendigen” Fahrzeugen gebe ich meinen Vor”schreibern” recht, dass dies eine Sache der Kommune ist, die letztendlich für die Sicherstellung des Brandschutzes (Aufstellen, Ausrüsten etc) verantwortlich ist! Natürlich kann aber auch eine Kommune der Ansicht sein, dass man auch Uraltfahrzeuge immer noch reparieren kann! Koste es, was es wolle….Hier wäre dann wohl eine Kosten/Nutzenrechnung von einem Kämmerer (der sich hoffentlich auskennt) ratsam, oder ??!!

  15. Senfdazu

    Wenn man mal bei Google- Earth schaut, scheint der Ort nicht gerade groß zu sein.
    Wie sieht es mit der Tagesverfügbarkeit aus und
    wäre hier ein gebrauchtes TSF- W nicht sinnvoller gewesen ?

    Auch ist der Ortsteil nur etwas über 2km von Neuenmarkt entfernt.
    Was steht dort an Fahrzeugen zur Verfühgung ?

    Hoffendlich werden die Folgekosten für den gebrauchten, und anderswo bereits ausgemusterten (!), Unimog nicht zu hoch für den Förderverein.

    BTW.:

    Liebe (Freizeit-)Politiker: Es ist nicht die Aufgabe von Fördervereinen
    Feuerwehrfahrzeuge zu kaufen und zu unterhalten, sondern einzig der Kommune,
    also des Rates. Und genau der, damit also Ihr liebe (Freizeit-)Politiker steht in der Verantwortung falls wegen nicht ausreichender Ausrüstung der Feuerwehr, die übrigens meist unbezahlt eine Pflichtaufgabe der Kommune übernimmt, einmal Menschenleben zu beklagen sind.

  16. Holger Braunholz

    Wie doof muss eine Verein sein die Pflichtaufgabe der Gemeinde warzunehmen.

    Ich würde sofort aus dem verein austreten!

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