Rollende Zeitzeugen

Sieben historische Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr

Pfarrkirchen (BY) – In Pfarrkirchen, Kreis Rottal-Inn, sind Zeugnisse der Feuerwehrgeschichte nach Jahrzehnten an ihren Ursprungsort zurückgekehrt. Der Verein „Freunde der alten Feuerwehr Pfarrkirchen“ hat alle noch verfügbaren sieben historischen Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr zusammengeführt und in einem Museum öffentlich zugänglich gemacht. Zur Sammlung zählt auch das erste motorisierte Fahrzeug der Wehr aus dem Jahr 1927.

Historische Feuerwehrfahrzeuge und handgezogene Kutschen ab etwa 1880 sind im Feuerwehrmuseum Pfarrkirchen ausgestellt. Vereinsvorsitzender Heinz Hohenthaner (rechts) und Peter Wilhelm-Reiter zeigen Exponate aus der Sammlung. (Bild: König)

„Jedes dieser Fahrzeuge steht für Mut, gelebten Zusammenhalt und den technischen Weg der Feuerwehr über mehr als ein Jahrhundert“, sagt Vereinsvorsitzender Heinz Hohenthaner. Aus einer Initiative engagierter Feuerwehrkameraden sei ein in Bayern einzigartiges Projekt entstanden. Den Verein gibt es seit 1996, er zählt nach eigenen Angaben heute 73 Mitglieder, die die Sammlung ehrenamtlich betreuen. Unterstützung kommt seit Jahren auch von der Stadt Pfarrkirchen: Bürgermeister Wolfgang Beißmann lobt den Beitrag „zur Pflege des historischen Feuerwehrwesens und damit zu unserer Stadtgeschichte“.

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Als Auslöser für die Sammlung nennt der Verein den Zuspruch zum Oldtimerfestzug 1990. Damals nahmen rund 100 historische Fahrzeuge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil – darunter ein Opel LW10 von 1927. Ein Meilenstein folgte 2000, als dem Verein nach Angaben von Hohenthaner das erste motorisierte Einsatzfahrzeug zum Kauf angeboten wurde: Der Opel LW10 mit Aufbau des Pfarrkirchner Karosseriebauers Franz Xaver Harlander leistet 40 PS, hat 2.595 Kubikzentimeter Hubraum und eine Pumpe der Firma Gugg & Söhne aus Braunau am Inn. Der Kaufpreis lag zu dieser Zeit bei 21.000 Mark (rund 11.000 Euro).

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Einen weiteren Schritt beschreibt Vereinsmitglied Peter Wilhelm-Reiter mit dem Erwerb eines Tanklöschfahrzeugs von 1955, das mit über 1.400 ehrenamtlichen Arbeitsstunden restauriert worden sei. Später kam ein Opel Blitz von 1940 hinzu, der nach Angaben des Vereins nach wechselvoller Geschichte – unter anderem als Werbefahrzeug in Augsburg – zurück nach Pfarrkirchen geholt wurde. Nicht jedes Fahrzeug blieb erhalten: Ein Löschfahrzeug gilt laut Hohenthaner nach dem Verkauf auf den afrikanischen Kontinent als verloren.

Zum Bestand gehören außerdem historisches Löschzubehör, Spritzen, Schläuche, Atemschutzanzüge, handgezogene Feuerwehrkutschen ab etwa 1880 sowie eine handbetriebene, fahrzeugmontierte Drehleiter von 1901. Untergebracht sind die Exponate seit 2007 in einer Halle im Stadtteil Höckberg; ein Erweiterungsbau wurde im vergangenen Jahr fertiggestellt. Ab Mitte 2026 soll die volle Ausstellungsfläche von rund 300 Quadratmetern zur Verfügung stehen.

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Alle Museumsstücke sind nach Vereinsangaben fahrbereit, TÜV-geprüft sowie technisch und optisch aufbereitet. Gezeigt werden sie bei Oldtimertreffen; außerdem können die Fahrzeuge für Hochzeiten oder Veranstaltungen von Blaulicht-Organisationen gemietet werden. Besucherinnen und Besucher kommen laut Verein aus dem gesamten niederbayerischen Raum und dem Bäderdreieck.

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