Hilfe für Winnyzja

Kreis Karlsruhe übergibt drei Feuerwehrfahrzeuge an die Ukraine

Bruchsal (BW) – Im Kreis Karlsruhe sind am 23. Juli 2026 zwei Löschfahrzeuge der Feuerwehr Bruchsal und ein Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr Eggenstein-Leopoldshafen in Richtung Ukraine verabschiedet worden. Die Fahrzeuge sind für die Region Winnyzja bestimmt und sollen nach Angaben der ukrainischen Delegation teilweise auch in frontnahen Gebieten eingesetzt werden.

Vertreter des Kreises Karlsruhe, der beteiligten Kommunen und der ukrainischen Delegation bei der symbolischen Schlüsselübergabe vor den beiden Bruchsaler Löschfahrzeugen. Die Einsatzfahrzeuge gehen an die Region Winnyzja. (Bild: Feuerwehr Bruchsal)

Bei der symbolischen Schlüsselübergabe wurden das TLF 16/25 Bruchsal 4/23, das LF 24 Bruchsal 7/46-2 und der Mannschaftstransportwagen Eggenstein-Leopoldshafen 1/19 offiziell in Richtung Ukraine verabschiedet.

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Die Übergabe gehört zu einem Projekt, das Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördert. Mithilfe der Fördermittel erwarb der Kreis Karlsruhe die drei außer Dienst gestellten Fahrzeuge zum Restwert und ermöglicht damit ihre Weitergabe in die Ukraine.

Zuvor hatten sich Vertreter des Kreises und eine Delegation aus der Region Winnyzja über den Bedarf ausgetauscht und vorhandene Fahrzeugbestände geprüft. Als Übersetzerin war Stefaniya Ptashnyk beteiligt. Ausgemusterte, aber weiterhin leistungsfähige Einsatzfahrzeuge sollten auf diese Weise einer neuen Verwendung zugeführt werden.

Drei Einsatzfahrzeuge für Winnyzja

Beim Bruchsal 4/23 handelt es sich um ein TLF 16/25 aus dem Baujahr 1987. Das Fahrzeug basiert auf einem allradgetriebenen Mercedes-Benz 1222 AF und besitzt einen Auf- und Ausbau von Ziegler. Es ist für eine Besatzung von 1/5 ausgelegt, verfügt über ein 6-Gang-Getriebe und hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 12.000 Kilogramm.

Das zweite Bruchsaler Fahrzeug trägt den Funkrufnamen Bruchsal 7/46-2. Das LF 24 wurde 1992 gebaut und basiert auf einem Iveco 120-25 AW mit Allradantrieb. Aufbau und Ausbau stammen von Magirus. Das Löschgruppenfahrzeug verfügt über ein 6-Gang-Getriebe, ist für eine Besatzung von 1/8 ausgelegt und hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 15.000 Kilogramm.

Der Mannschaftstransportwagen Eggenstein-Leopoldshafen 1/19 stammt aus dem Baujahr 1999. Grundlage ist ein Mercedes-Benz Sprinter 210D mit einem Aufbau von Weschenfelder. Der Motor leistet 100 PS, das Fahrzeug wiegt 3,5 Tonnen und bietet Platz für eine Besatzung von 1/7. Die Feuerwehr nutzte den MTW hauptsächlich, um nachrückende Einsatzkräfte und weiteres Material an Einsatzstellen zu transportieren.

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Weitere Feuerwehren geben Fahrzeuge ab

Die Übergabe aus dem Kreis Karlsruhe steht in einer Reihe weiterer Fahrzeughilfen deutscher Feuerwehren und Kommunen. So ging im April 2026 ein ausgemustertes LF 20 der Feuerwehr Olpe an die Delbrücker Ukraine-Hilfe. Drei Führungskräfte der Feuerwehr überführten es gemeinsam mit ausgemusterten Geräten aus dem Kreis Olpe in die Ukraine.

Im September 2025 wiederum hatte die Stadt Osnabrück den Feuerwehrkran „Jumbo“ für die ukrainische Stadt Krywyj Rih bereitgestellt. Auch aus Melle und der Samtgemeinde Tostedt waren zuvor Lösch-, Rüst- und Mannschaftstransportfahrzeuge in die Ukraine abgegeben worden.

Über den Bedarf berichteten Melanie und Markus Gras im Dezember 2025 in der Online-Fortbildung „DFV direkt“. In der Ukraine fehlten vielerorts Einsatzkräfte. Fahrzeuge seien stark beansprucht, Gerätehäuser zerstört und die Löschwasserversorgung schwierig. Deshalb würden besonders Fahrzeuge mit großen Wassertanks benötigt.

Verzicht auf Verkauf

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel dankte den beteiligten Städten und Gemeinden dafür, auf einen Verkauf der drei Fahrzeuge auf dem freien Markt verzichtet zu haben. Damit leisteten sie einen Beitrag zum Schutz der ukrainischen Bevölkerung und setzten ein Zeichen der Solidarität.

Bruchsals Oberbürgermeister Sven Weigt verwies auf die Bedeutung kommunaler Partnerschaften. Freundschaften auf kommunaler Ebene könnten Frieden und gegenseitiges Verständnis langfristig stärken. Zugleich dankte er allen Beteiligten für die zügige und unbürokratische Umsetzung des Projekts.

Andreas Glaser, Bürgermeister und Feuerwehrdezernent der Stadt Bruchsal, erinnerte an den langjährigen Einsatz der beiden Löschfahrzeuge. Sie hätten zuverlässig zum Schutz der Menschen in Bruchsal beigetragen und könnten nun an anderer Stelle Leben retten.

Igor Shutak, Bezirksratsvorsitzender der Oblast Winnyzja, und die Übersetzerin Stefaniya Ptashnyk vor dem LF 24 Bruchsal 7/46-2. (Bild: Feuerwehr Bruchsal)

Besonders hob Glaser die ehrenamtliche Arbeit am Bruchsal 7/46-2 hervor. Vor seiner Indienststellung hatten Ehrenamtliche das LF 24 an die Anforderungen der Feuerwehr Bruchsal angepasst.

Auch Lukas Lang, Bürgermeister von Eggenstein-Leopoldshafen, stellte den internationalen Zusammenhalt der Feuerwehren heraus. Angesichts vergleichbarer Herausforderungen im Bevölkerungsschutz könnten die Beteiligten voneinander lernen.

An der Übergabe nahm von ukrainischer Seite unter anderem Igor Shutak, Bezirksratsvorsitzender der Oblast Winnyzja, teil. Die Delegation wertete das Projekt als Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen der Region Winnyzja und dem Kreis Karlsruhe.

Ein „Letter of Intent“ soll künftig den fachlichen Austausch zu Krisenschutz und Resilienz fördern und die partnerschaftlichen Beziehungen weiter vertiefen.


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