München (BY) – 171 bayerische Kommunen beteiligen sich an der Sammelbeschaffung von Löschgruppenfahrzeugen LF 10. Im Juni hatten noch rund 260 Städte und Gemeinden unverbindliches Interesse an dem Projekt bekundet.
Symbolfoto: Michael Rüffer
Der Landesfeuerwehrverband (LFV) Bayern hat die europaweite Ausschreibung am 6. August 2026 gestartet. Die Zuschlagserteilung ist für Oktober geplant.
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Bis zum Ende der Meldefrist am 31. Juli hatten sich die 171 Kommunen für die Sammelbeschaffung angemeldet. Im Juni waren neben den rund 260 Interessensbekundungen erst vier verbindliche Teilnahmen bekannt gewesen.
Für ein LF 10 hatte der LFV bereits damals Kosten von unter 500.000 Euro einschließlich Fahrzeug, Aufbau und Beladung als Orientierung genannt. Nach Angaben des CSU-Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab ist der Fahrzeugpreis bei der Sammelbestellung auf maximal 500.000 Euro gedeckelt. Bei einer eigenständigen Ausschreibung einer Kommune liege der Preis derzeit bei rund 600.000 Euro.
Hinzu kommen nach seinen Angaben ein erhöhter staatlicher Fördersatz für Sammelbestellungen sowie Einsparungen beim Vergabeverfahren. Bei Einzelbeschaffungen müssten Kommunen dafür regelmäßig externe Büros beauftragen. Insgesamt rechnet Schwab für die beteiligten Städte und Gemeinden mit einem Einsparpotenzial von rund 25 Millionen Euro. Wie hoch die tatsächliche Summe ausfällt, soll sich nach Abschluss der Ausschreibung zeigen.
Die Teilnahme bleibt freiwillig. Kommunen, die für ihre Feuerwehr eine individuelle Fahrzeuglösung benötigen, können weiterhin selbst beschaffen.
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Idee entstand nach Fahrzeugvergleich in Main-Spessart
Die Sammelbeschaffung geht auf einen Antrag der CSU-Landtagsfraktion zurück, den Schwab angestoßen hatte. Er ist neben seinem Landtagsmandat Erster Bürgermeister der Gemeinde Hafenlohr im Kreis Main-Spessart.
Als Ausgangspunkt nennt er eine Fahrzeugeinweihung im Juli 2018 in Aura im Sinngrund (Kreis Main-Spessart). Der damalige Kreisbrandrat Manfred Brust habe dort auf ein nahezu baugleiches Fahrzeug der Feuerwehr Jossgrund-Oberndorf im hessischen Main-Kinzig-Kreis hingewiesen. Das über eine Sammelbeschaffung des Landes Hessen beschaffte LF 10 KatS habe rund 100.000 Euro weniger gekostet als das einzeln beschaffte HLF 10 in Aura.
Produktion und schrittweise Auslieferung der bayerischen LF 10 sind für den Zeitraum von 2027 bis Anfang 2029 vorgesehen. Nach Schwabs Angaben sollen die Erfahrungen aus dem Verfahren anschließend auch in ein vereinfachtes Beschaffungs- und Fördersystem für weitere Fahrzeugtypen und Ausrüstungsgegenstände einfließen.
An dem bayerischen Projekt sind neben dem LFV Bayern und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration auch der Bayerische Gemeindetag und der Bayerische Städtetag beteiligt. Die juristische Beratung übernimmt die Mayburg Rechtsanwälte MbH, für die technische Beratung ist KBR Richard Schrank aus dem Kreis Rosenheim eingebunden.