Produkt: Sonderheft: Fahrzeuge Spezial 2017
Sonderheft: Fahrzeuge Spezial 2017
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Alter Schatz gerüstet für die Zukunft

Löschgruppenfahrzeug 8 auf Unimog U 1300 L mit neuem Aufbau

Bückeburg-Evesen (NI) – Das Erstangriffsfahrzeug der Ortsfeuerwehr Evesen der Freiwilligen Feuerwehr Bückeburg (Kreis Schaumburg) ist ein Löschgruppenfahrzeug (LF) 8 von 1985. Bei einer Grundüberholung hat der Unimog einen komplett neuen Aufbau bekommen.

Alter Schatz auf Unimog
Das LF 8 erhielt einen komplett neuen Aufbau samt Lichtmast von der Firma Meyer Feuerwehrbedarf. Foto: Sven Buchenau

Seit 2015 können die Kameraden der Ortsfeuerwehr Evesen der FF Bückeburg (Kreis Schaumburg) ihr Erstangriffsfahrzeug als Alten Schatz bezeichnen. Das bedeutet, es ist über 30 Jahre alt und noch im Einsatzdienst. Der ursprüngliche Aufbau des Löschgruppenfahrzeugs (LF) 8 mit Frontpumpe stammt von Schlingmann. Als Fahrgestell dient ein Mercedes Unimog U 1300 L von 1985 mit 124 kW (168 PS). Seine Gesamtmasse beträgt 7,49 Tonnen.

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Als eine Ersatzbeschaffung anstand, stellte sich die Feuerwehrführung die Frage, ob es sich eventuell lohne, den Oldtimer zu überholen und zu behalten. Ein Gutachter bescheinigte dem Einsatzfahrzeug mit einer Laufleistung von weniger als 40.000 Kilometern einen guten technischen Zustand. Also wägten die Verantwortlichen Pro und Contra gegeneinander ab. Für den Erhalt sprachen erstens die geringeren Überarbeitungskosten im Vergleich zu einer Neubeschaffung.

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Zweiter Vorteil: Der Unimog ist geländegängig. Ins Gelände müssen die Eveser häufig fahren, weil zu ihrem Einsatzgebiet große Acker- und Waldflächen gehören. Außerdem nutzen sie das LF 8 als Zugmaschine für den Trailer ihres Rettungsbootes (RTB) 2. Die Geländegängigkeit ist auch für das Wassern des Bootes an der steilen Slipanlage am Mittellandkanal, der durch Evesen verläuft, notwendig. Der dritte Vorteil besteht darin, dass die komplette LF 8-Beladung vorhanden ist.

Unimog LF 8 Alter Schatz
Der Unimog U 1300 L wurde 1985 von Schlingmann aufgebaut. Foto: Sven Buchenau

Einziger Nachteil: In dem Unimog kann kein Wassertank eingebaut werden. Das ist wegen der maximal zulässigen Achslast von jeweils 4 Tonnen technisch nicht umzusetzen. Das ist aber auch nicht nötig. Die Feuerwehr Evesen rückt zu Bränden nämlich nicht alleine aus. Gemeinsam mit den Nachbarwehren Röcke (Staffellöschfahrzeug) und Cammer (Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank) bilden sie einen Zugverband. Da diese beiden Einheiten jeweils mit 750-Liter-Wasser ausgestattet sind, ist für einen Erstangriff immer genügend Wasser vor Ort.

Nach der Entscheidung für eine Generalüberholung des Unimog und der offiziellen Ausschreibung erteilte die Stadt Bückeburg der Firma Heinz Meyer Feuerwehrbedarf aus Rehden (NI, Kreis Diepholz) den Auftrag für den Umbau. Der Alte Schatz bekam einen komplett neuen Koffer aus Edelstahl und Aluminium.

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Zusätzlich gestaltete Meyer die Mannschaftskabine neu. Die Anzahl der Sitze wurde von neun auf sechs reduziert. Dafür kann sich jetzt ein Trupp bereits während der Fahrt mit Pressluftatmern ausrüsten (entgegen der Fahrtrichtung). Zwei Sitze sind einem Gerätefach für Leinen, Atemschutzmasken, Verkehrssicherungsmaterial und einem großen Erste Hilfe-Koffer gewichen. Alle Sitze in der Kabine sind jetzt mit Sicherheitsgurten – die vorher fehlten – ausgestattet. Rotes Licht sorgt bei Dunkelheit für ausreichend Beleuchtung zum Ausrüsten, ohne den Fahrer von hinten zu blenden.

Die PFPN kann über einen hydraulischen Lift nach unten gefahren werden. Foto: Sven Buchenau

Neu ist ein hydraulischer Pumpenlift für die Rosenbauer-Pumpe Fox 3 im Heck. An diese lassen sich an der Motorseite Räder montieren, sodass die Einsatzkräfte sie wie eine Schubkarre schieben können. Links im Geräteraum Rückseite (GR) befindet sich ein Schubfach mit Armaturen und Werkzeug, rechts sind sechs B-Schläuche in Buchten untergebracht. Die 120 Meter lange Schlauchleitung kann so verlastet während der Fahrt verlegt werden. Neu ist auch die gesamte Beleuchtung in LED-Technik: Lichtmast (pneumatisch), Arbeitsscheinwerfer, Umfeldbeleuchtung, Geräteraumbeleuchtung, Blaulicht sowie Rückwarnanlage.

Dem Fahrer werden Einsatzort und -weg von der Integrierten Regionalleitstelle Schaumburg/Nienburg direkt aufs Navigationsgerät gespielt. Eine Rückfahrkamera sowie zusätzliche Weitwinkelspiegel mit Manövrierscheinwerfern machen das Rückwärtsfahren sicherer. Der Umbau kostete insgesamt 85.000 Euro. 

 

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ich denke der Umbau hat sich wirklich gelohnt.

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  2. Finde ich wirklich super gelungen.
    Tolles Fahrzeug !!!

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