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Essener Spezialität

Lösch-Rettungsfahrzeug der dritten Generation

Essen (NW) – Die Berufsfeuerwehr Essen ist für einige Fahrzeug-Besonderheiten bekannt. Neben dem Großtanklöschfahrzeug (GTLF) mit Löscharm sind das vor allem die Lösch-Rettungsfahrzeuge (LRF) zu nennen. Eine Kombination aus Rettungswagen und Löschfahrzeug. Dieser Tage wurde die dritte Generation in Dienst gestellt. 

Ein LRF der dritten Generation: Aufbau Fahrtec/Schlingmann, DAF-Fahrgestell. Foto: BF Essen/Filzen (Bild: yes)

Bereits 1999 überraschte die BF Essen mit dem Prototyp eines neuartigen Feuerwehrfahrzeugs. Als Fahrgestell diente ein Mercedes Benz Vario Kastenwagen 814 D. Der Aufbau stammte von Ziegler und Binz. Acht sogenannte Lösch-Rettungsfahrzeuge stellte Essen in Dienst. Sieben Jahre zuvor waren bei einem Verkehrsunfall im Süden des Stadtgebietes zwei Pkw zusammengestoßen. Vier Insassen waren eingeklemmt. Kurz bevor der erste Rettungswagen (RTW) an der Unfallstelle eintraf, brach ein Feuer aus. Mit dem Feuerlöscher des RTW ließ sich der Entstehungsbrand schon nicht mehr löschen. Die Eingeklemmten verbrannten vor den Augen der hilflosen Feuerwehrleute. “So etwas wird in Essen nicht wieder passieren”, versprach der damalige Leiter der Feuerwehr, Henning Patzke, hinterher. Und er hielt Wort. Die Abteilung Technik erhielt den Auftrag, ein entsprechendes Fahrzeugkonzept zu entwickeln.  

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Die ersten beiden Generationen Lösch-Rettungsfahrzeuge in Essen: links das LRF auf Mercedes Vario Kastenwagen mit Ausbau von Binz und Ziegler. Rechts die Nachfolgegeneration, die Schlingmann und Fahrtec auf einem Mercedes Atego 924 realisiert hatten. Foto: Hegemann

Beim LRF handelt es sich im Prinzip um einen Rettungswagen, der um einen Geräteraum mit feuerwehrtechnischer Beladung Hochdrucklöschanlage und 100-Liter-Löschmitteltank erweitert ist. Nach dem Prototyp beschaffte die BF bis März 2001 weitere fünf LRF. Hier wurde als Fahrgestell der Vario 815 D gewählt. Bier LRF standen an den Zugwachen Stadtmitte, Borbeck, Altenessen und Rüttenscheid. Die beiden anderen Fahrzeuge gingen an die FF-Standorte Kettwig und Burgaltendorf. Besetzt waren sie im 24-Stunden-Dienst von Berufsfeuerwehrleuten. 2003 kaufte Essen zwei weitere LRF als Reserve. So wuchs die Flotte auf acht LRF.

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Zwischen 2009 und 2011 ging die zweite Generation in Essen in Dienst. Die Bezeichnung blieb – wie auch die ungewöhnliche Kombination auf Patientenraum und Geräteraum. Ansonsten unterschieden sich die Mercedes Atego 924 mit Kofferaufbauten von Fahrtec ganz gravierend von den Varios. Den Feuerwehrteil steuerte Schlingmann bei. Auf die Hochdrucklöschanlage verzichteten die Essener, dafür wurde eine Tragkraftspritze von Ziegler mitgeführt. Der Löschmitteltank fasste 400 Liter. Von dieser Serie beschaffte Essen insgesamt fünf Fahrzeuge.

Der Patientenraum beim LRF ist ausgestattet wie bei den Essener RTW. Foto: BF Essen / Filzen (Bild: yes)

Vor wenigen Tagen stellte die BF die Nachfolgegeneration vor. Den Feuerwehraufbau fertigte wieder Schlingmann, der neue Koffer stammt ebenfalls von Fahrtec. Als Fahrgestell werden nun aber DAF L1 EN2 verwendet. Essen beschaffte in den vergangenen Jahren bereits mehrere Fahrzeuge auf DAF. Zur feuerwehrtechnischen Beladung gehören inzwischen nur noch Feuerlöscher, Schere und Spreizer. Einen Löschmitteltank gibt es nicht mehr. Die beiden LRF Sind in Burgaltendorf und Kettwig stationiert. Besatzung: 1/2/3.    

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Fűr mich klingt es wieder nach “Das haben wir nie gebraucht, dann lassen wir es weg, das spart”… Ganz Ehrlich, dann hätte man anstatt des klobigen KastenLKW lieber ein Ducato mit Kofferaufbau nehmen sollen… Eigentlich macht solch ein Fahrzeug für mich in stark befahrenen Regionen űberall Sinn und es sollte gerne auch anderwo zu finden sein(ab in die Normung!!) … Das hier wieder nur noch auf Feuerlöscher als Löschmittel gesetzt wird, macht es zwar gűnstiger, aber auch knapper,, was die Ressourcen angeht… Einen Schritt zurück wäre ja zu verstehen gewesen, aber nun so weit zurück in der Technik zu gehen, halte ich für bedenklich…

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  2. Ganz schlimm, was damals die Essener Kollegen bei dem VU mit vier eingeklemmten Personen des brennenden PKW
    erlebt haben. Ein Trauma fürs Leben – denn es gibt nichts
    Schlimmeres als dabei zu stehn und hilflos zusehen zu
    müssen, wie die Insassen im PKW verbrennen oder auch
    wenn ein Kollege im Einsatz schwer verunglückt.
    Hoffen wir nur, das die verbrannten Personen durch den VU
    oder durch das einatmen der Rauchgase bewusstlos waren
    und nicht bei vollem Bewusstsein verbrannt sind.

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  3. Was so in einem halben Nebensatz untergeht: Nur noch Feuerlöscher. Was hat den Konzeptwechsel ausgelöst? Welche und wie viele Feuerlöscher sind verlastet?
    Ob nun eine 100l HD-Anlage oder eine TS mit 400l, der Wechsel “zurück” zu Feuerlöschern (die ja beim auslösenden Ereignis nicht ausreichten) hätte etwas mehr Text verdient.

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  4. Schade, dass in Deutschland das “Ei” immer neu erfunden werden muß. Mit dem Premier Secours Evacuation (PS) de la Brigade des Sapeurs-Pompiers de Paris, der drittgrößten Feuerwehr der Welt, gibt es diese LRFs schon jahrzehntelang. Und das in kompakterer Bauweise, als dieser LKW mit Kofferaufbau.

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