Schäfer häufig bei Neonazi-Demos

Dortmunder Ex-Feuerwehrchef wegen Volksverhetzung vor Gericht

Dortmund (NW) – Der ehemalige Amtsleiter der Feuerwehr Dortmund, Klaus-Jürgen Schäfer, steht derzeit vor Gericht. Ihm wird Volksverhetzung vorgeworfen und er soll als Holocaust-Leugner auftreten. Zunächst hat Schäfer die Vorwürfe zurückgewiesen. Aber der Ex-Feuerwehrchef agiert seit 10 Jahren sehr auffällig in der Neo-Nazi-Szene.

Laut Medienberichten von “Zeit Online” und “WDR Nachrichten” habe Schäfer auf einer Neonazi-Webseite sehr fragwürdige Beiträge veröffentlicht, zum Teil auch seine fremdenfeindliche Gesinnung in Facebook-Postings dargestellt. Er beziehe sich teilweise auf Aussagen des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels.

Erste Unstimmigkeiten in Sachen Klaus-Jürgen Schäfer tauchten im Jahr 2008 auf. Zu dem Zeitpunkt wurde er vom Posten des Amtsleiters der Feuerwehr Dortmund abberufen und zum Leiter des Dortmunder Instituts für Feuerwehr- und Rettungstechnologie (IFR).

Dann war Schäfer 2010 bei einer Nazi-Demo vor dem Dortmunder Hauptbahnhof gesichtet worden. Journalisten hatten Schäfer, bis 2008 Amtsleiter der Dortmunder Feuerwehr, erkannt und fotografiert. Bereits wenige Stunden später wurde er suspendiert.

Die Feuerwehr Dortmund distanzierte sich damals deutlich von Schäfers öffentlichem Auftritt: “Selten kommt es durch Feuerwehrangehörige zu radikalen oder rassistischen Äußerungen oder zur Zustimmung einschlägiger Thesen. Jeder Fall ist jedoch einer zu viel”, hieß es in einer Pressemitteilung. Bei der Feuerwehr gäbe es keinen Platz für Radikale.

Immer wieder trat Schäfer als Rechtsradikaler in Erscheinung. Im Dezember 2016 wurde er von der Polizei auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt abgeführt, weil er sich an einer Neonazi-Aktion rund um die Reinoldi-Kirche beteiligte.

Der ehemalige Chef der Dortmunder Feuerwehr, Klaus Schäfer, bei der einer Nazi-Demo in Dortmund. Foto: Ruhr Nachrichten / Peter Bandermann
Der ehemalige Chef der Dortmunder Feuerwehr, Klaus Schäfer, bei einer Nazi-Demo am Freitag in Dortmund. Foto: Ruhr Nachrichten / Peter Bandermann

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Sehr gut! Ein gutes Beispiel für richtige und schnelle Reaktion seitens der Stadtverwaltung.

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  2. Rechtsradikale Präsenz hat in der Feuerwehr nichts zu suchen!

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  3. Ich hege keine Sympathie für irgendwelches rechte Gesocks. Dennoch bewegt man sich hier rechtlich auf sehr dünnem Eis. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, ist solch ein schnelles Vorgehen sicherlich zu begrüßen. Die bloße Teilnahme an einer noch so kritikwürdigen Demo allein kann aber nicht zum Verlust des Jobs führen.

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  4. @status3: Ich kann doch nur hoffen, dass hier entsprechende Verstöße vorliegen, die eine Fortführung des Jobs untersagen. Wer sich gegen unsere Freiheits- und Demokratiegrundsätze stellt und rassistische und menschenverachtende Ideologien befürwortet und unterstützt (und dazu gehört für mich schon der Beifall bei einer Nazi-Demo) kann nicht als Multiplikator einer neutralen Instanz tätig sein. Das beißt sich! Und da ist es fast schon egal, ob rechts, links, oder vielleicht religiös fanatisch…

    Und ich kann nicht verstehen, wie ein einst so hoch gestellter Feuerwehrbeamter so durchdrehen kann… 🙁

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  5. Auch als Ex-Chef einer FW muß einfach ein gewisses Maß an Bildung erwartet werden.
    Wenn eine Person, die öffentlich bekannt ist, sich zu Grenzdebilen samt ihren allseit bekannten Fahnen gesellt und Beifall klatscht, ist das für mich kein Zufall mehr.
    Beamte und Angestelle des öffentlichen Dienstes haben auch in ihrer freien Zeit dafür zu sorgen, die Freiheitlich-Demokratische Grundordnung zu unterstützen.
    Die politischen Ideen der politisch-extremen Rechten sind hinlänglich bekannt!

    Eine Stadt wie Dortmund hat einen hohen Anteil von BürgerInnen/Steuerzahler mit Migrationshintergrund.
    Um einen Vertrauensverlust für die Institution FW und die Stadt zu vermeiden, sind Konsequenzen unverzüglich notwendig gewesen.

    Leider kann ich nur vermuten, daß jetzt aus der Krankmeldung eine pseudomedizinische dauerhafte Dienstunfähigkeit wird – mit frühzeitiger Pensionierung bei vollen Bezügen.
    Aber dann kann sich Hr. Schäfer künftig ein Bier im braunen Stammlokal leisten.

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  6. Die Stadt Dortmund teilt in einer Pressemitteilung vom 4. Mai 2010 mit:

    “Mit Schrecken haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Feuerwehr- und Rettungstechnologie (IFR) der Stadt Dortmund die Nachricht über die Teilnahme des Institutsleiters an einer Neonazi-Demonstration am Freitag, 30. April 2010, zur Kenntnis nehmen müssen.

    Das Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie ist an verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteiligt, die die Optimierung des Schutzes und der Rettung von Menschen zum Ziel haben. Die Arbeitsgebiete liegen dabei überwiegend im Bereich der Informationsbereitstellung und Entscheidungsunterstützung im Einsatz; zusätzlich ist das IFR an der Entwicklung von Assistenzrobotern beteiligt. Weitere Forschungsprojekte sind in Vorbereitung. Diese anwendungsorientierten Forschungsarbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Dortmund und anderen Behörden, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Deutschland und Europa. Das Institut und seine Beiträge zur Forschung werden allgemein anerkannt und hoch geschätzt.

    Das Auftreten des inzwischen suspendierten Institutsleiters bei der Demonstration von Extremisten hat dem Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie einen erheblichen Imageschaden bereitet, gleichwohl werden die Beschäftigten im IFR die erfolgreich begonnen Projekte in der Sicherheitsforschung weiterführen und den Ausbau des IFR im Interesse der Stadt Dortmund vorantreiben.

    Der Schutz und die Rettung von Menschen und auch Projekte zur Optimierung der zugehörigen Schutz- und Informationssysteme sind wesentliche Bestandteile der staatlichen Daseinsfürsorge in demokratischen Gesellschaften. Extremismus und nicht-demokratischen Tendenzen haben in diesem Institut wie bei der Feuerwehr keinen Raum.

    Auch im Hinblick auf die vertrauensvolle und sensible Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Organisationen, u. a. der Polizei ist hier eine einwandfreie Positionierung des Instituts unverzichtbar.
    Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts unterstützen deshalb nachdrücklich und uneingeschränkt alle Maßnahmen, die zur Aufklärung des Vorfalls am 30. April 2010 beitragen.”

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  7. Wie gross wohl die Pension ausfallen wird?
    Bestimmt reicht sie für braunen Gerstensaft in einem ebenso braunen Lokal.

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  8. Herr Schäfer ist ein freier Bürger dieses Landes und kann in seiner Freizeit – insbesondere nach seiner Pensionierung – tun und lassen was er will. Solange er sich auf dem Boden der Gesetze und damit der freien-demokratischen Grundordnung bewegt.
    Leider wird nicht unterschieden zwischen dem Amtsträger und dem Privatmann. Hat er als Amtsleiter irgendwelche Äußerungen, Gesetzesübertretungen begangen, die Migranten bzw. andere Personen mit Migrationshintergrund benachteiligt oder ihnen geschadet haben? Vermutlich nicht, sonst würde gegen ihn ganz anders ermittelt.
    Hat er als Privatier Maßnahmen durchgeführt, die gesetzeswidrig waren? Hat er an einem Rednerpult gestanden, und rechte Ideologien verbreitet? Auch nein. Er ist nur dabei und hat mal Beifall geklatscht.

    Und nun Hand aufs Herz bei der stillen Mehrheit der Bevölkerung, wer denkt mittlerweile nicht öfter mal wie er? Insbesondere vor den Folgen der Migrationspolitik für unser Land, Stichworte Altersfinanzierung contra Finanzierung der hier lebenden Migranten sowie der hohen Anzahl an bereits gefolgten und noch folgenden Familienangehörigen, Parallelwelten zur deutschen Justiz, de fakto zu einem Großteil nicht erfolgte und auch nicht gewollte Integration, Anerkennung der Gesetze, Straftaten, Gettobildung, etc. Bei einer ehrlichen und wirklich emotionslosen politischen Diskussion würden auch diese wichtigen Themen angegangen und nicht schön geredet bzw. “Augen vor der Realität schließen und totschweigen). Mein Kommentar soll bitte nicht als Fremdenfeindliche Parteirede oder ähnliches betrachtet werden, aber wenn vieles falsch läuft im Staat, muß man darauf auch mal aufmerksam machen dürfen. Aber mir kommt es mittlerweile so vor, das nur noch linksgerichtete Themen angesprochen werden dürfen. Ob die Art und Weise, wie Herr Schäfer vorgeht, richtig ist, ist etwas anderes. Aber bitte, nicht immer nur auf die eine Seite schauen und die andere Seite ignorieren!

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  9. Offerbar darf man in Deutschland links, kommunistisch oder auch linksextrem sein. Dies wird alles unkritisch hingenommen.
    Aber wehe, jemand denk bei uns mal anders als der vorherschende “Mainstream” es voergibt.

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