AGBF, DFV & vfdb

Brandschutz in Omnibussen muss dringend verbessert werden

Berlin / Münster (NW) – Die Vorschriften für die Brandsicherheit von Omnibussen müssen nach Ansicht von Brandschutzexperten dringend verbessert werden. Gemeinsam empfehlen die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF), der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und die Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb) ein Gesamtkonzept für die Ausstattung der Fahrzeuge – ähnlich wie im Bahnverkehr, bei Schiffen und in Flugzeugen.

Insbesondere geht es um die für die Innenausstattung verwendeten Materialien. “Hier gehen die Vorschriften auf die 1960er-Jahre zurück”, lautet die Bewertung in einem gemeinsamen Positionspapier. “Damals war das Ziel, dass ein Fahrzeug nicht durch Rauchuntensilien in Brand gerät.”

In den vergangenen Jahren habe sich die Inneneinrichtung stark verändert. Größte Brandlast in den Bussen sei nicht mehr immer der mitgeführte Treibstoff. Stattdessen würden die verwendeten Innenraummaterialien zur Gefahr. “Gerade in Reisebussen ist auf Grund des gestiegenen Anspruchs an den Komfort der Anteil an brennbaren Kunststoffen besonders hoch”, wird in dem Positionspapier ausgeführt.

Die größten Busunfälle in Deutschland

Bei sehr vielen Busbränden zeigt sich, dass der Bus schon im Vollbrand steht, wenn Feuerwehren und Rettungsdienste wenige Minuten später zur Stelle sind. Es solle nicht hingenommen werden, dass trotz schneller Eingreifzeiten der Feuerwehren eine Fremdrettung auf Grund der heftigen Brandentwicklung nicht mehr möglich sei, sind sich die Verbände einig. Nach den Erfahrungen der Retter leben vor allem mobilitätseingeschränkte Menschen gefährlich. Denn die Zeiten, in denen sich die Businsassen selbst in Sicherheit bringen können, seien zu kurz.

AGBF, vfdb und DFV bedauern, dass sich die Brandschutzanforderungen an Busmaterialien auf einem geringeren Niveau befinden würden, als bei den anderen Transportmitteln. “Vergleicht man einen Linienbus mit einer Straßenbahn und einen Reisebus mit einem Fernzug, sind die Risiken vergleichbar; die Vorschriften hinsichtlich des Brandschutzes unterscheiden sich jedoch stark”, heißt es in der Mitteilung.

“An Materialien für Schienen- und Luftfahrzeuge werden sowohl an die Entflammbarkeit der Materialien als auch an die Wärme- und Rauchfreisetzung weit höhere Ansprüche gestellt.” Deshalb wird empfohlen: “Es sollte schon jetzt möglich sein, Innenraummaterialien, die nach der europäischen Norm EN 45545-2 für Schienenfahrzeuge zugelassen sind, ohne weitere Prüfung für die entsprechende Anwendung in Bussen einzuführen.”

“Ein Fortschritt wäre es auf jeden Fall, wenn die Vorschriften für Businnenraummaterialien schnellstens den Vorschriften für Bahnmaterialien angepasst würden”, erklärt vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner.

Ziel müsse es sein: Entflammbarkeit sowie Wärme- und Rauchfreisetzung der in Bussen eingesetzten Materialien zu begrenzen, um die sehr schnelle Brandausbreitung zu verlangsamen und damit die Zeit für die Selbstrettung der Passagiere im Brandfall zu erhöhen. Notwendig seien ebenso Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für die Fahrer – insbesondere in Bezug auf erforderlichen Räumungszeiten.

Nach einem Unfall zwischen Dinkelsbühl und Hardhof (Kreis Ansbach) am 20. Mai 2017 geht dieser Linienbus in Flammen auf. Foto: NEWS5 / Schmelzer

 

Ein Kommentar zu “Brandschutz in Omnibussen muss dringend verbessert werden”
  1. Das wird denke ich Mal Zeit, das sich dort was ändert. Bei einem Preis von 200.000 + für einen Bus dürften die paar tausend Euro mehr für einen besseren Brandschutz eigentlich kein Hindernis sein.

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