München (BY) – Nach einem Brand auf einem Flüssiggastanker vor der libyschen Küste unterstützt ein Experte der Feuerwehr München ein internationales Team im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens. Im Fokus steht die Bewertung der Brand- und Explosionsgefahr an Bord.
Nach Schiffsbrand im Mittelmeer: Münchner Feuerwehr in EU-Einsatz eingebunden (Bild: Europäische Union)
Am 3. März war es an Bord des Flüssiggastankers „Arctic Metagaz“ vor der libyschen Küste zu einem Brand gekommen. Die Besatzung konnte das Schiff verlassen, der Tanker treibt seither führerlos im Mittelmeer. Nach Angaben aus dem Einsatzkontext befinden sich noch rund 450 Tonnen Schweröl, 250 Tonnen Diesel sowie die ursprüngliche Ladung an Bord.
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Die libyschen Behörden baten die Europäische Union um Unterstützung. Daraufhin wurde über das EU-Katastrophenschutzverfahren ein sechsköpfiges Expertenteam zur Remote-Unterstützung zusammengestellt. Seit dem 1. April 2026 gehört auch ein Experte der Feuerwehr München zu diesem Team, das gemeinsam mit Kräften aus Italien, Slowenien und Deutschland arbeitet.
Der Schwerpunkt des Münchner Feuerwehrangehörigen liegt auf der Einschätzung der Brand- und Explosionsgefahr der beschädigten Flüssiggastanks. Auf dieser Grundlage erarbeitet das Team Handlungsempfehlungen für das weitere Vorgehen.
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Für die Feuerwehr München ist dies der erste aktive Einsatz im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens. Wie lange die Unterstützung andauern wird, ist derzeit noch offen.
Das EU-Katastrophenschutzverfahren wurde 2001 eingerichtet, um die Zusammenarbeit im Katastrophenschutz zwischen EU-Staaten und weiteren Ländern zu koordinieren. Staaten weltweit können darüber Hilfe anfordern, während die Europäische Kommission die Maßnahmen bündelt und abstimmt. Seit der Einführung wurde der Mechanismus nach Angaben aus dem Kontext mehr als 830 Mal aktiviert.