Norden (NI) – Für die Bekämpfung von Schadstoffunfällen im Norddeicher Hafen hat die Freiwillige Feuerwehr Norden, Kreis Aurich, ein neues Spezialboot erhalten. Der NLWKN und die Feuerwehr wollen damit Einsätze auf den Wasserflächen im Hafen gezielter abarbeiten.
Neben der Feuerwehr Norden testeten auch Vertreter der Wehren von Baltrum und Dornum den Prototyp der Boote für die Schadstoffunfallbekämpfung in Küstenhäfen. (Bild: NLWKN)
Mit der Übergabe des Bootes am Dienstag (10. März) im Norddeicher Osthafen baut das Land Niedersachsen die Ausstattung für Schadstoffunfälle an der Küste aus. Nach Angaben des NLWKN sollen weitere Boote bald auch in anderen Häfen in Niedersachsen in Dienst gehen.
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Bei der Übergabe dankte Thilo Lutter von der Direktion des NLWKN in Norden Stadtbrandmeister Thomas Kettler für die bisherige Zusammenarbeit. Seit Ende 2021 ist der Landesbetrieb nicht nur für die Schadstoffunfallbekämpfung im Küstengewässer zuständig, sondern auch für entsprechende Lagen in Insel- und Küstenhäfen. Für diese Aufgabe hat der NLWKN eine zusätzliche Rufbereitschaft in allen drei zuständigen Betriebsstellen eingerichtet. Die technische Bekämpfung vor Ort erfolgt gemeinsam mit den örtlichen Kräften. Zwischen dem NLWKN und der Feuerwehr Norden regelt eine 2023 unterzeichnete Verwaltungsvereinbarung die Zusammenarbeit.
Nach Angaben von Stadtbrandmeister Kettler schließt das neue Boot eine Lücke im Fuhrpark der Feuerwehr. Um Schadstoffe im Hafenbecken wirksam bekämpfen zu können, müssten Einsatzkräfte auch vom Wasser aus arbeiten. Das bisher vorhandene Boot, das eigentlich für die Personenrettung vorgesehen war, habe dafür nur eingeschränkt gepasst.
Bei dem neuen Fahrzeug handelt es sich um ein Spezialboot der Kategorie RTB 2. Es ist knapp sechs Meter lang, 2,30 Meter breit und als Leichtmetallboot mit Katamaranrumpf sowie seewasserbeständiger Aluminiumlegierung gebaut. Die Nutzlast liegt bei mehr als 1.000 Kilogramm, bis zu acht Personen können mitfahren.
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Für die Feuerwehr ist vor allem die Beladung entscheidend: Das Boot kann Pumpen, Skimmer zur Reinigung der Wasseroberfläche und Ölsperren aufnehmen. Letztere lassen sich über eine Vorrichtung am Boot befestigen und ziehen. Auch dieses Spezialgerät sowie zusätzliche Schutzausrüstung will der NLWKN für die Feuerwehr beschaffen. Finanziert wird die Ausstattung durch das Land Niedersachsen.
Über die Schadstoffbekämpfung hinaus kann das Boot nach Angaben des NLWKN auch im küstennahen Bereich und auf Binnengewässern für Menschen- und Tierrettung eingesetzt werden. Ein Einsatz bei größeren Schadstoffunfällen im Zusammenhang mit einer Havarie auf See ist dagegen nicht vorgesehen. Laut Kettler beschränkt sich der Auftrag klar auf den unmittelbaren Hafen- und deichnahen Küstenbereich. Für Großlagen bestehen bereits Strukturen unter Leitung des Havariekommandos in Cuxhaven und des NLWKN in Zusammenarbeit mit THW und den Landkreisen.
In den kommenden Monaten möchte die Einsatzabteilung der Feuerwehr Norden das neue Equipment erproben. Dass dafür Bedarf besteht, zeigen die Einsätze in Norddeich: Im vergangenen Jahr rückten Feuerwehr und NLWKN dort sechs Mal zu kleineren Schadstoffunfällen aus. Mit Baltrum und Dornum hat der Landesbetrieb bereits weitere Vereinbarungen abgeschlossen, zwei zusätzliche Boote sind nach seinen Angaben derzeit in Fertigung. Weitere Verwaltungsvereinbarungen mit Partnern an der Küste sollen folgen, um die Reaktionsfähigkeit in den Häfen zu verbessern.