Ergänzung zur Feuerwehr-Einsatzbekleidung

Kennzeichnungswesten erleichtern die Übersicht

Bei Großschadenslagen wimmelt es vor Ort nur so vor Funktionsträgern der Feuerwehr. Farbige Kennzeichnungswesten und Koller, die über der Feuerwehr-Einsatzkleidung getragen werden, können einen schnellen Überblick über Kompetenzen und Aufgaben verschaffen. Wir sagen, welche Farben und Muster verbreitet sind.

Beispiel für das Tragen von Kennzeichnungswesten bei einem Brand.
Beispiel für das Tragen von Kennzeichnungswesten bei einem Brand. (Bild: Timo Jann)

Ein Reisebus kollidiert auf der Autobahn mit einem Sattelzug und stürzt um. Mehrere Pkw rasen in die Unfallstelle hinein. Einige Insassen werden schwer verletzt, manche eingeklemmt. Der Lkw geht in Flammen auf.

Um genug Einsatzkräfte aufbieten zu können, alarmiert der Leitstellen-Disponent unter anderem mit den Stichworten “Verkehrsunfall”, “Mehrere Personen eingeklemmt” und “Massenanfall von Verletzten” nicht nur die für den Autobahnabschnitt zuständige Feuerwehr. Auch weitere Einheiten aus dem Nachbarlandkreis sowie ein Großaufgebote der Polizei, des öffentlichen Rettungsdienstes sowie Schnell-Einsatz-Gruppen der Hilfsorganisationen werden zum Unfallort entsandt.

Schnell sammeln sich vor Ort Führungskräfte und Funktionsträger: Einsatz- und Abschnittsleiter von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst, Zugführer und Gruppenführer, (Leitende) Notärzte, Fachberater, Pressesprecher sowie Notfallseelsorger. Für eine effektive Arbeit müssen alle Einsatzkräfte schnell erkennen können, wer mit welcher Aufgabe betraut ist. Dies lässt sich mit Kennzeichnungswesten und Kollern errreichen, die zusätzlich zur PSA Feuerwehr getragen wird.

Feuerwehrbekleidung: Farbcode zur Unterscheidung

„Spätestens bei Großschadenslagen ist eine durchgängige und einheitliche Kennzeichnung von Führungsstrukturen/Führungskräften wesentlicher Bestandteil für den Einsatzerfolg”, schreibt der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) in seiner Fachempfehlung Nr. 4/2004 „Kennzeichnung von Führungskräften“. Helmkennzeichnungen eignen sich laut DFV dafür nicht, da diese nur die Funktion innerhalb der Feuerwehr beziehungsweise der Kommune und des Kreises wiedergeben. 

Der Deutsche Feuerwehrverband empfiehlt daher einen vierteiligen Farbcode zur Unterscheidung der Funktionen, mit denen Kräfte bei einem Einsatz betraut werden: Gelb für den Einsatzleiter, Weiß für die Abschnittsleiter, Rot für die jeweiligen Zugführer und Grün für Pressesprecher und andere Fachberater.

Auswahl an Kennzeichnungswesten für die Feuerwehr.
Auswahl an Kennzeichnungswesten für die Feuerwehr. (Bild: Rescue-tec)

Die DFV-Fachempfehlung ist das einzige länderübergreifende Dokument zur Kennzeichnung. Eine Norm zu Kennzeichnungswesten für Führungskräfte/Funktionsträger bei Feuerwehren gibt es nicht. Feuerwehren in den einzelnen Bundesländern müssen sich daher bei der Beschaffung von Westen und Kollern an den jeweiligen Empfehlungen, Erlassen, Richtlinien und Verordnungen orientieren.

In vielen Ländern entspricht die Farbgebung in etwa der DFV-Empfehlung. Weit verbreitet sind außerdem blaue Westen für Staffel- und Gruppenführer, weiße Westen mit Schachbrettmuster für den Leiter der Atemschutzüberwachung sowie violette Westen für Notfallseelsorger beziehungsweise Kräfte der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV).

Zusätzlich zur Farbe können den Trägern mit Hilfe von Brust- und Rückenschildern beispielsweise Funktionen („Fahrzeugführer“), Einheiten („FF Musterstadt“) und Fahrzeuge („1/41/1“) im Klartext zugeordnet werden.

[5852]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: