Mülheim an der Ruhr (NW) – Ein Brand von gepressten Altpapierballen hat die Feuerwehr Mülheim von Dienstag auf Mittwoch 24 Stunden gefordert. Über 100 Einsatzkräfte verhinderten mit Riegelstellung, massivem Löschangriff und aufwendigen Nachlöscharbeiten ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude.
Drehleiter und mehrere Strahlrohre kommen beim Großbrand an der Ruhrorter Straße zum Schutz angrenzender Gebäude zum Einsatz. Früh richtete die Feuerwehr eine Riegelstellung gegen ein Übergreifen der Flammen ein. (Bild: Feuerwehr Mülheim an der Ruhr)
Schon auf der Anfahrt führte eine weithin sichtbare Rauchsäule die Feuerwehr zur Einsatzstelle an der Ruhrorter Straße. Im Außenbereich eines Gewerbebetriebs brannten gepresste Altpapierballen auf rund 2.000 Quadratmetern nahezu vollständig.
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Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr hatten Mitarbeitende erste Löschversuche unternommen. Ein Betriebsangehöriger verletzte sich dabei und kam nach der Erstversorgung ins Krankenhaus. Im weiteren Einsatzverlauf wurde zudem eine Einsatzkraft verletzt.
Um angrenzende Werkshallen zu schützen, richteten die Einsatzkräfte früh eine Riegelstellung ein. Dieser Schutz zeigte Wirkung: Trotz erheblicher Brandentwicklung konnte die Feuerwehr eine Ausbreitung des Feuers verhindern.
In der Spitze arbeiteten mehr als 100 Kräfte von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr, Hilfsorganisationen und unterstützenden Einheiten aus Oberhausen an der Einsatzstelle. Zur Wasserversorgung über längere Strecken kam ein Hytrans Fire System zum Einsatz. Zusätzlich speiste die Feuerwehr die Brandbekämpfung über Hydranten sowie zwei Entnahmestellen aus der Ruhr.
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Mit einem umfangreichen Löschangriff über mehrere Einsatzabschnitte setzte die Feuerwehr zeitweise drei Drehleitern, vier Wasserwerfer und rund 15 handgeführte Strahlrohre ein. Nach Angaben der Feuerwehr lag die Wasserabgabe in Spitzenzeiten bei rund 15.000 Litern pro Minute.
Besonders aufwendig gestaltete sich die Bekämpfung tief sitzender Glutnester in den verdichteten Papierballen. Mit Räumgeräten wurden die Ballen auseinandergezogen und umgeschichtet, um verbliebene Brandherde gezielt ablöschen zu können. Auch der Betreiber unterstützte diese Arbeiten mit seiner Belegschaft.
Über eine Saugstelle an der Ruhr stellte die Feuerwehr zusätzlich zur Hydrantenversorgung die Löschwasserversorgung sicher. Unterstützt wurde der Einsatz unter anderem durch leistungsstarke Wasserfördertechnik. (Bild: Feuerwehr Mülheim an der Ruhr)
Zur Lageerkundung und Kontrolle verbliebener Glutnester nutzten die Einsatzkräfte außerdem eine Drohne. Fachkräfte des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen sowie des Umweltamts überprüften mögliche Umweltbelastungen. Auffälligkeiten stellten sie nach Angaben der Feuerwehr nicht fest.
Während der intensiven Brandbekämpfung blieb die Ruhrorter Straße zeitweise gesperrt. Erst nach rund 24 Stunden konnte die Feuerwehr den Einsatz beenden und die Einsatzstelle an den Betreiber übergeben.