Labenz (SH) – Ein Großbrand hat am frühen Mittwochmorgen (10. Juni) ein historisches Reetdachhaus in Labenz (Kreis Herzogtum Lauenburg) zerstört. Mehr als 150 Feuerwehrleute aus der Region waren im Einsatz, die Löscharbeiten sollten noch den Tag über andauern. Betroffen waren der Wohntrakt des Hofes und ein direkt angebautes Wirtschaftsgebäude. „Personenschaden gibt es nicht, das Haus war leerstehend“, sagte ein Sprecher der Einsatzleitstelle der Polizei in Lübeck.
Drei Löschzüge bekämpfen den Dachstuhlbrand eines reetgedeckten Hauses in Labenz (SH). Foto: Jann
Gegen 3:30 Uhr war der erste Notruf in der Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS-Süd) in Bad Oldesloe eingegangen – schnell folgten weitere. Gemeldet wurde ein Dachstuhlbrand an der Schmiedetwiete. Mit dem Stichwort „Feuer groß“ rückten die ersten Feuerwehren aus. Noch unterwegs ließ der Einsatzleiter das Stichwort auf „Feuer 3“ für drei Löschzüge erhöhen. Auch, um den hohen Bedarf an Löschwasser decken zu können.
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Aus zahlreichen Nachbargemeinden sowie den Städten Ratzeburg und Mölln rückten Feuerwehrleute an. Auf dem Weg zum Einsatzort wies ihnen im Morgengrauen eine kilometerweit sichtbare Rauchwolke den Weg. Das Reetdach brannte in voller Ausdehnung, der Brand griff schnell um sich. Für das zirka 200 Quadratmeter große Fachwerkhaus aus dem Jahr 1857 und den angebauten Wirtschaftsteil gab es keine Rettung. Frühzeitig stürzten große Teile der Gebäude ein.
Nach Informationen von feuerwehrmagazin.de hatte zuletzt ein Mann alleine das Haus bewohnt, es soll erst am Dienstag eine Zwangsräumung gegeben haben. Stunden später ging der Hof hinter den markanten Linden entlang der Schmiedetwiete in Flammen auf. Neben der Feuerwehr war auch das Technische Hilfswerk (THW) vor Ort, um einsturzgefährdete Gebäudeteile gezielt mithilfe eines Baggers einzureißen. Unter den Trümmern entdeckten die Einsatzkräfte zwei Pkw.
PDF-Download: Download Grafik-Paket Einsatz von Hubrettungsfahrzeugen
Gelöscht wurde auch von der Drehleiter der Ratzeburger Feuerwehr aus, die erst seit Montagabend einsatzbereit ist. „Unser Teleskopmastfahrzeug musste für eine Reparatur zum Hersteller. Vorübergehend haben wir nun dieses Leihfahrzeug. Dieser Einsatz zeigt, dass es richtig und wichtig war, eines anzumieten“, sagte Ratzeburgs Feuerwehrchef Christian Nimtz.
Beamte des Zentralen Kriminaldauerdienstes (ZKD) aus Lübeck waren noch während der ersten Einsatzphase vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Die Kriminalpolizei aus Ratzeburg wird die Ermittlungen zur noch ungeklärten Brandursache fortführen. Die Schadenshöhe konnte noch nicht beziffert werden.