Kranenburg (NW) – Feuerwehren aus Deutschland und den Niederlanden haben im Reichswald, Kreis Kleve, ein gemeinsames Vorgehen für Waldbrände entwickelt und praktisch erprobt. Bestandteil des Konzepts war eine rund 1.500 Meter lange Wasserversorgung. Vor der Umsetzung verglichen die Einsatzkräfte ihre Fahrzeuge, Löschtechnik, Führungsstrukturen und Kommunikationswege.
Rund 75 Angehörige der Feuerwehren, des THW-Ortsverbandes Kleve sowie Vertreter von Wald und Holz NRW nahmen an der Veranstaltung im Reichswald teil. (Bild: Freiwillige Feuerwehr Kranenburg)
Die Ausbildungs- und Austauschveranstaltung gehörte zum europäischen Interreg-Projekt „Natu(u)rbrandmanagement“. Das Projekt soll die Zusammenarbeit bei Natur- und Vegetationsbränden über die Landesgrenze hinweg verbessern, Einsatzkräfte frühzeitig miteinander vernetzen und die Entwicklung gemeinsamer Standards unterstützen.
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Beteiligt waren die Brandweerposten Gennep und Mook, die Feuerwehren Kranenburg, Kleve und Goch, der THW-Ortsverband Kleve sowie Vertreter von Wald und Holz NRW.
Erst vergleichen, dann gemeinsam handeln
Im Unterschied zu einer klassischen Waldbrandübung mussten die Teilnehmer nicht sofort ein vorbereitetes Einsatzszenario abarbeiten. Nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Kranenburg stand zunächst der fachliche Austausch im Mittelpunkt.
In gemischten deutsch-niederländischen Gruppen stellten die Einsatzkräfte ihre Fahrzeuge, Löschtechnik und weitere Einsatzmittel vor. Dabei erläuterten sie die Besonderheiten ihrer jeweiligen Ausstattung und verglichen die unterschiedlichen Fahrzeugkonzepte.
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Parallel befassten sich die Führungskräfte mit den Führungsstrukturen, Kommunikationswegen und taktischen Vorgehensweisen beider Länder. Auch die Funkkommunikation, die taktische Kennzeichnung und die technische Kompatibilität der Ausrüstung waren Bestandteil des Austauschs.
Auf dieser Grundlage entwickelten die Beteiligten gemeinsam einen Einsatzplan für einen angenommenen Waldbrand. Dazu gehörte die Planung einer rund 1.500 Meter langen Wasserversorgung. Erst nachdem das Vorgehen abgestimmt war, setzten die Einsatzkräfte den Plan praktisch um.
Kräfte aus Deutschland und den Niederlanden besprechen unterschiedliche Vorgehensweisen bei Vegetationsbränden. (Bild: Freiwillige Feuerwehr Kranenburg)
Zusammenarbeit bereits im Einsatz gefordert
Wie wichtig abgestimmte Strukturen über Landesgrenzen hinweg sind, zeigte Anfang Mai 2026 ein Vegetationsbrandeinsatz in der niederländischen Provinz Limburg. Nach einem Hilfeersuchen über das EU-Katastrophenschutzverfahren rückte das in Nordrhein-Westfalen stationierte Waldbrandmodul GFFF-V DE1 mit 53 Kräften, 18 Fahrzeugen und drei Anhängern in die Niederlande aus.
Bei Weert arbeiteten die Kräfte aus Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit niederländischen Feuerwehren und einem französischen Modul. Die ausländischen Einheiten erhielten jeweils ortskundige Feuerwehrkräfte als Ansprechpartner. Parallel zum Einsatz tauschten sich die Beteiligten über Technik und Vorgehensweisen aus.
Die Veranstaltung im Reichswald setzte damit an Punkten an, die bereits im Einsatz eine Rolle gespielt hatten: unterschiedliche Organisationsstrukturen, die Verständigung zwischen den Einheiten und die Abstimmung gemeinsamer Maßnahmen.
Auch die Europäische Kommission setzt in ihrer Waldbrandstrategie auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Vorgesehen sind unter anderem der Austausch von Fachleuten, gemeinsame Übungen, die Vorpositionierung von Einsatzkräften und der Ausbau europäischer Löschkapazitäten.
Kontakte vor dem gemeinsamen Einsatz aufbauen
Neben der Technik spielte das persönliche Kennenlernen eine zentrale Rolle. Die Einsatzkräfte sollten die Arbeitsweise der jeweils anderen Organisation verstehen und bereits vor einer gemeinsamen Schadenslage persönliche Kontakte aufbauen.
Mitarbeiter von Wald und Holz NRW informieren sich über die Leistungsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten der beteiligten Feuerwehren. (Bild: Freiwillige Feuerwehr Kranenburg)
Gerade bei Vegetations- und Waldbränden kann eine Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg erforderlich werden. Unterschiedliche Führungsorganisationen, Funkwege, Kennzeichnungen und technische Systeme müssen dann in ein gemeinsames Vorgehen eingebunden werden.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine gemeinsame Auswertung. Dabei besprachen die Teilnehmer sowohl positive Erfahrungen als auch Verbesserungspotenziale für künftige grenzüberschreitende Einsätze. Auch die Brandweer Gennep zog eine positive Bilanz. Durch den gemeinsamen Ausbildungsabend hätten die Einsatzkräfte voneinander gelernt. Wenn sie einander benötigten, wüssten sie, wie sie zusammenfinden könnten.