Paderborn (NW) – Die Feuerwehr Paderborn wurde am Dienstag um 9:38 Uhr zunächst wegen einer ausgelösten Brandmeldeanlage zur Realschule St. Michael alarmiert. Im Dachstuhl des Schulgebäudes stießen die Einsatzkräfte auf einen fortentwickelten Brand. Rund 130 Kräfte waren zeitweise vor Ort, drei Personen erlitten Kreislaufprobleme.
Das Feuer hatte sich unter der Dachhaut in der Dämmung ausgebreitet. Einsatzkräfte öffneten deshalb Teile der Dachfläche und bekämpften den Brand unter anderem über Drehleitern. (Bild: Feuerwehr Paderborn)
Hausmeister und Bauarbeiter meldeten beim Eintreffen der Feuerwehr eine Rauchentwicklung im Dachbereich. Sie hatten bereits Feuerlöscher eingesetzt. Obwohl von außen kein offenes Feuer zu erkennen war, erweiterte die Feuerwehr ihre Erkundung und bereitete einen Löschangriff vor.
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Im inneren Dachbereich des fünfgeschossigen Gebäudes stellten die Einsatzkräfte eine massive Rauchentwicklung fest. Im Bereich der obersten Dachkante, dem Firstbereich, lokalisierten sie Flammen und einen fortentwickelten Brand. Die Feuerwehr erhöhte daraufhin das Einsatzstichwort auf Dachstuhlbrand und forderte weitere Kräfte nach.
Für die Brandbekämpfung bildete die Einsatzleitung zwei Abschnitte an der Vorder- und Rückseite des Gebäudes, jeweils mit Unterabschnitten im Innen- und Außenbereich. Drei Drehleitern kamen gleichzeitig zum Einsatz, zwei auf der Vorder- und eine auf der Rückseite. Bis zu sechs Trupps arbeiteten im Innenangriff. Das Löschwasser entnahm die Feuerwehr aus dem Hydrantennetz.
Dachfläche muss an mehreren Stellen geöffnet werden
Nach Angaben der Feuerwehr breitete sich das Feuer schnell unterhalb der Dachhaut in der Dämmung aus. Einsatzkräfte mussten deshalb die Dachfläche auf mehreren Gebäudeteilen öffnen. Im weiteren Verlauf unterstützten dabei auch die Höhenretter der Feuerwehr Paderborn.
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Wegen der Gefährdung im Gebäude musste die Feuerwehr den Innenangriff mehrfach unterbrechen. Zusätzlich erschwerten starker Wind und die Verrauchung auf der Gebäuderückseite die Arbeiten. Weitere Einheiten wurden nachalarmiert, sodass die Zahl der Einsatzkräfte auf rund 130 anwuchs. Ein großer Teil arbeitete unter Atemschutz.
Im Laufe des Einsatzes waren die Atemschutzreserven in der Stadt und im Kreis Paderborn aufgebraucht. Am Nachmittag forderte die Feuerwehr deshalb einen Abrollbehälter Atemschutz aus dem Kreis Höxter an. Die BF Bielefeld rückte zudem mit dem Löschsystem Cobra an. Damit wollten die Kameraden von außen Zwischenräume und Hohlschichten erreichen. Und die Maßnahmen zeigten Wirkung.
Drohnen suchen Glutnester im Dachstuhl
Zur laufenden Kontrolle des Brandverlaufs setzte der Kreis Paderborn eine Drohne ein. Auch die Feuerwehr Hövelhof unterstützte mit Drohnentechnik. Bis in die Nacht nutzten die Einsatzkräfte deren Wärmebildtechnik, um Glutnester im Dachstuhl aufzuspüren und gezielt abzulöschen.
Einsatzkräfte nutzten Drohnenaufnahmen, um die Brandentwicklung zu überwachen und später Glutnester mit Wärmebildtechnik aufzuspüren. (Bild: Feuerwehr Paderborn)
Weil die Verrauchung auch in Richtung der westlichen Innenstadt deutlich wahrnehmbar war, warnte die Kreisleitstelle die Bevölkerung über Warn-Apps. Bewohner sollten Fenster und Türen schließen beziehungsweise geschlossen halten. Auch das angrenzende Kloster wurde evakuiert, da Brandrauch sich über den Dachstuhl bis in den Wohnbereich der Ordensschwestern ausgebreitet hatte.
Während des Einsatzes erlitten ein Mitarbeiter der St. Michaelschulen und zwei Einsatzkräfte Kreislaufprobleme. Der bereitstehende Rettungsdienst versorgte die drei Betroffenen. Zwei von ihnen wurden anschließend in örtliche Krankenhäuser gebracht.
Nach mehreren Stunden brachte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten über die Nacht an. Dabei suchten die Einsatzkräfte weiterhin nach Glutnestern in der Dämmung und löschten diese ab. Ein Großteil der Einsatzkräfte konnte bereits am Abend abrücken. Für die Arbeiten während der Nacht wurden frische Kräfte eingewiesen.
Zur Brandursache und zur Schadenhöhe machte die Feuerwehr keine Angaben. Die Polizei nahm Ermittlungen zur Ursache auf.