Verkehrsmanagement

Optimierte grüne Welle für die FF Marburg

Marburg (HE) – Die Universitätsstadt Marburg rüstet ihre Ampeltechnik für die Freiwillige Feuerwehr um. Künftig sollen Einsatzfahrzeuge mithilfe der Stream-Technik und des städtischen Verkehrsrechners an immer mehr Kreuzungen eine grüne Welle erhalten, um schneller und sicherer zur Einsatzstelle zu kommen.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (v.l.), Marc-Phillip Preiß (Fachdienst Brandschutz), Dorte Hitz (Tiefbau), Christian Ackermann und Fachdienstleiter Michael Hagenbring (Straßenverkehr) sowie Marco Adler (Firma Yunex) stellten in Marburg die neue Vorrangschaltung für die Feuerwehr vor. Das System soll Einsatzfahrzeugen an Ampeln schneller freie Fahrt verschaffen und Kreuzungsbereiche im Alarmfall sicherer machen. (Bild: Stadt Marburg | Grähling)

Bislang arbeitete die Stadt nach eigenen Angaben mit einer speziellen Ampelschaltung, die im Einsatzfall nach zuvor festgelegten Zeitintervallen umschaltete. Je weiter das Ziel von der Hauptwache entfernt lag, desto ungenauer funktionierte dieses System.

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Mit der nun begonnenen Umrüstung ändert sich das Verfahren: Die Ampeln schalten auf Grün, wenn sich ein Feuerwehrfahrzeug im Einsatz nähert. Laut Stadt ist die neue Technik satellitengestützt und deshalb deutlich präziser. Christian Ackermann vom Fachdienst Straßenverkehr erklärt, das System berücksichtige die Verkehrsverhältnisse ebenso wie die Geschwindigkeit der Einsatzkräfte. Dadurch komme die Feuerwehr im Einsatzfall noch schneller und sicherer voran.

Nach Angaben der Stadt sind bereits sieben Ampeln und fünf Feuerwehrfahrzeuge mit der neuen Technik ausgestattet. Die Stream-Technologie ist demnach schon von der Hauptfeuerwache über die Universitätsstraße in Richtung Wilhelmsplatz sowie vom Rudolphsplatz in Richtung Elisabethkirche im Einsatz. Noch in diesem Jahr sollen außerdem die Korridore Lahnberge sowie Bahnhof und Ketzerbach umgerüstet werden. Für die Schwanallee ist die Umstellung 2027 vorgesehen.

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Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies verweist vor allem auf die Gefahr an Kreuzungen. Für Einsatzkräfte und andere Verkehrsteilnehmer sei es sicherer, wenn die Feuerwehr im Einsatz nicht erst eine rote Ampel queren müsse. Die Stadt investiere deshalb weiter in die Sicherheit der Bürger sowie in Ausrüstung und Sicherheit der Rettungskräfte.

Marburg ist nicht die erste Stadt mit einer solchen Lösung: Auch in Ludwigsburg, Freiburg und Soest laufen bereits Systeme, die Einsatzfahrzeugen an Ampeln Vorrang geben. Hinzu kommen Forschungs- und Testprojekte in Braunschweig und Berlin, die die digitale Blaulicht-Priorisierung erproben.

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