Mehr Praxis, weniger Schriftliches

Prüfung im Gruppenführer-Lehrgang umgestellt

Celle (NI) – Ab dem 1. Februar 2026 verändert das Niedersächsische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) die Prüfung im Lehrgang Gruppenführer. Künftig bewertet die Feuerwehr-Ausbildung die praktischen Leistungen stärker, ein Ausgleich über schriftliche Prüfungen ist nicht mehr möglich.

Eine nicht beherrschte Gefährdung in den praktischen Einsatzübungen führt automatisch zum Nichtbestehen des Gruppenführer-Lehrgangs. Ein Ausgleich durch schriftliche Prüfungen entfällt. (Bild: NLBK)

Mit der Anpassung der Prüfungsformate richtet das NLBK den Fokus gezielt auf die Kompetenzen, die Gruppenführende im Einsatz und an ihren Standorten benötigen. Nach Angaben des Landesamtes sollen die Teilnehmenden dadurch praxisnäher auf ihre Aufgaben vorbereitet werden.

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Erzielen die Lehrgangsteilnehmenden in den Einsatzübungen kein akzeptables Ergebnis und bleibt eine Gefährdung für Einsatzkräfte oder Betroffene unbeherrscht, gilt der Lehrgang als nicht bestanden. Ein Ausgleich durch schriftliche Prüfungen ist in diesen Fällen künftig ausgeschlossen. Das NLBK begründet diesen Schritt damit, dass schriftliche Prüfungen unter den Bedingungen von Künstlicher Intelligenz und digitalen Hilfsmitteln in der bisherigen Form nicht mehr ausreichend aussagekräftig für den Lernerfolg seien.

Am Ende von Gruppenführer Teil 1 steht den Teilnehmenden ein Selbsttest zur Verfügung. Dieser dient der Reflexion und dem Aufdecken von Wissenslücken, die bis zur Teilnahme an Teil 2 selbstständig nachgearbeitet und vertieft werden sollen. Zu Beginn von Gruppenführer Teil 2 ist ein weiterer Selbsttest vorgesehen, um eine erneute Rückmeldung zum aktuellen Wissensstand zu erhalten.

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Während der Lehrgangswoche von Gruppenführer Teil 2 absolviert jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer drei individuelle Einsatzlagen in der Funktion als Gruppenführer. Die erste Übung am Dienstag bleibt unbewertet und dient dem Kennenlernen der Gegebenheiten, des Fahrzeugs und der Gruppe. Die beiden folgenden Einsatzübungen am Mittwoch und Donnerstag werden bewertet und bilden gemeinsam das praktische Ergebnis.

Den Abschluss der Lehrgangsbewertung bildet am Freitag eine kurze mündliche Abfrage. Inhalte sind unter anderem das Absetzen einer Lagerückmeldung, das Formulieren eines Einsatzbefehls oder die Beschreibung des Vorgehens bei dargestellten Problemen. Die Leistungen aus dem praktischen und mündlichen Teil entscheiden abschließend über „bestanden“ oder „nicht bestanden“ im Lehrgang Gruppenführer.

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Einordnung

Mit der Neuausrichtung folgt das NLBK einer Entwicklung, die sich in der Feuerwehr-Ausbildung seit Längerem abzeichnet: Entscheidend ist künftig weniger das reine Abfragen von Theorie, sondern ob die Geprüften ihr Wissen in realitätsnahen Einsatzlagen sicher anwenden können und Gefährdungen beherrschen.

Die Entscheidung, praktische Leistungen nicht mehr durch schriftliche Prüfungen ausgleichen zu lassen, unterstreicht den Stellenwert von Führungskompetenz, Entscheidungsfähigkeit und Handlungssicherheit unter Einsatzbedingungen. Für Feuerwehren bedeutet das zugleich, dass die praktische Vorbereitung angehender Gruppenführerinnen und Gruppenführer vor dem Lehrgang weiter an Bedeutung gewinnt.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Eine sehr gute Lösung, finde ich. Hoffentlich nimmt das auch in NRW Einzug.
    Das rein theoretisch geprüft wird bzw die Lage anhand von vorgegebenen Erkundungsergebnissen ausgearbeitet wird ist meiner Meinung nach nicht das, was ein GF tun sollte.

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