Ehrenmitglied investiert mehr als 800.000 Euro seit Jahrzehnten

Gönner spendet Feuerwehr zwei Einsatzfahrzeuge

Windischleuba-Pöppschen (TH) – Die Löschgruppe im Ortsteil Pöppschen der Gemeindefeuerwehr Windischleuba (Kreis Altenburger Land) konnte vergangenen Samstag zwei neue Einsatzfahrzeuge in Dienst stellen: ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) sowie einen Mannschaftstransportwagen (MTW). So weit, so normal. Wie die beiden Fahrzeuge allerdings ihren Weg zu den Kameraden des 150-Einwohner-Ortes gefunden haben, ist alles andere als alltäglich. Siegmar Neuhaus, ein in Pöppschen geborener ehemaliger Kapitän spendete sie den Kameraden aus eigener Tasche.

„Es ist wie im Märchen. Man kann sich gar nicht vorstellen, was hier gerade uns als Feuerwehr und damit der Gemeinde Gutes geschieht“, beschreibt Ronny Reißky die Situation gegenüber feuerwehrmagazin.de noch etwas sprachlos. Der Wehrleiter im Dienstrang eines Oberbrandmeister und seine 14 Kameraden in Pöppschen sind mehr als glücklich über diese großzügige Spende. Auf einen Schlag konnten sie so ihren überalterten, 24 Jahre alten Fahrzeugbestand aus Klein-Löschfahrzeug-Thüringen sowie MTW komplett austauschen. Die beiden Neufahrzeuge, die nun seit Samstag in der Fahrzeughalle ihren Platz einnehmen, haben einen Gesamtwert von 370.000 Euro. Zu Ehren des Spenders tragen Sie auf den Türen die Beschriftung „Sponsored by Siegmar Neuhaus“.

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In ihrer Gemeinde sei das Geld leider knapp, wie Reißky erklärt. Aus diesem Grund mussten die in die Jahre gekommenen Fahrzeuge auch bis jetzt aushalten. „Siegmar Neuhaus besucht seinen Heimatort zwei-, dreimal im Jahr und schaut, wo er helfen kann. Als er Ende 2021 hier war, fragte er, was er tun könne. Wir erzählten von unserem Fahrzeugbestand und dass dieser nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspräche. Dann sagte er einfach: ‚Gut, dann schaut, was Ihr braucht.‘“ Das Geld habe Neuhaus seinem Geburtsort zur Verfügung gestellt, ein Anwalt unterstützte bei der Abwicklung. So war der Weg frei für die Beschaffung. Reißky klapperte zusammen mit Bürgermeister und Ortsbrandmeister die Fahrzeug-Hersteller ab. Im Februar 2022 löste die Gemeinde Aufträge für ein MLF auf MAN bei Ziegler in Mühlau (SN) sowie für ein MTW auf VW T6 bei Binz in Plauen (SN) aus.

„Mit den neuen Fahrzeugen und den darauf verlasteten Einsatzmitteln rücken wir in der Alarm- und Ausrückeordnung weiter nach oben. Unsere Verantwortung wächst gleichermaßen“, sagt Reißky. Im Zu ihren Einsatz-Schwerpunkten in der Gemeinde Windischleuba liegen Gewerbegebiete, diverse Schnellstraßen sowie der Flugplatz in der Nachbargemeinde. Vor allem mit dem modernen MLF sind die Kameraden nun dafür gerüstet.

Die 14 Einsatzkräfte in Pöppschen freuen sich am 18. März über die Indienststellung von neuem Mittleren Löschfahrzeug sowie Mannschaftstransportwagen. Zum offiziellen Termin sind auch der Bürgermeister der Gemeinde Windischleuba, Gerd Reinboth (rechts), sowie der stellvertretende Bürgermeister Rüdiger Ruge (links) erschienen. Foto: © FF Pöppschen

Schon mehrfach Spenden durch Neuhaus

Bereits in den 90er Jahren hatte Neuhaus schon das marode Gemeindehaus sanieren lassen. Für 160.000 Euro. Auch eine Fahrzeughalle spendierte er im Jahr 2020. Insgesamt mehr als 800.000 Euro hat der Spender, der auf Teneriffa lebt, nun schon für seinen Heimatort Pöppschen ausgegeben. Nicht erst seit der neuesten großzügigen Spendenaktion ist er daher Ehrenmitglied bei der Feuerwehr Pöppschen. 2019 verlieh ihm der Kreis die „Medaille für besondere Verdienste“. Laut dem MDR erhält Neuhaus nun drei weitere Ehrungen: den Ehrenbrief des Freistaats Thüringen, das Verdienstkreuz des Altenburger Landes sowie vom Thüringer Feuerwehrverband die Ehrenmedaille.

Mannschaftstransportwagen auf VW T6, aufgebaut durch Binz, sowie ein Klein-Löschfahrzeug auf mit Ziegler-Aufbau spendete Siegmar Neuhaus an die Feuerwehr Pöppschen in seinem Heimatort. Foto: © FF Pöppschen

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Nun, ich frage mich, was sein Sohn in Schweden darüber denkt.

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  2. Nett. Ersetzt aber kein gerechtes Steuersystem.

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  3. für die besten nur das Beste
    solange das noch Spender sehen
    und jeder gibt was er kann ist noch nicht alles verloren.

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  4. Die Summe die jeder spenden kann gibt auch was Großes.
    Vor Jahren wurde in Pforzheim ein Notarztfahrzeug durch freiwillige Spenden bezahlt. Also jeder das was er kann. Natürlich ist dieser Spender ein großes Licht am Horizont. Gott segne ihn.

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  5. Durch solche Menschen ist noch nicht alles verloren.

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  6. Kann ich nur befürworten. Mehr kann man nicht sagen. Einfach super!!!!!

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  7. Eine wirklich sinnvolle und klasse Geste dieses Mannes. Hätten wir soviel Geld, hätten wir selbiges gemacht. Von daher Chapeau für den Spender..denn ein guter Feuerschutz ist das a und O für eine Stadt bzw. Gemeinde..

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