10.000 Liter Löschwasser

Zweiter Fire Fighter für Waldbrände in NRW einsatzbereit

Düren (NW) – Im Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde ist ab sofort der zweite Fire Fighter Nordrhein-Westfalens stationiert. Das geländegängige Spezialfahrzeug soll Feuerwehren bei Waldbränden unterstützen und führt dafür 10.000 Liter Wasser mit.

Der neue Fire Fighter des Regionalforstamtes Rureifel-Jülicher Börde ist auf einem geländegängigen Forwarder aufgebaut und führt 10.000 Liter Löschwasser mit. (Bild: Kreis Düren)

Ministerin Silke Gorißen stellte die neue Brandbekämpfungseinheit bereits am Freitag, 17. Juli 2026, gemeinsam mit Beschäftigten des Regionalforstamtes und den örtlichen Feuerwehren vor. Das Fahrzeug ist für Löscharbeiten in unwegsamem Gelände, an Steilhängen und in dichtem Baumbestand vorgesehen.

Anzeige

Als Trägerfahrzeug dient ein Forwarder, ein Tragschlepper für den Holztransport. Darauf ist der 10.000-Liter-Wassertank montiert. Nach Angaben der Landesregierung lässt sich der Tank innerhalb von sieben Minuten befüllen.

Der fernsteuerbare Wasserwerfer gibt bis zu 900 Liter Wasser pro Minute ab und erreicht eine Wurfweite von bis zu 50 Metern. Er lässt sich aus bis zu 100 Metern Entfernung bedienen und ist um 360 Grad einsetzbar. Das Forstfahrzeug ist zudem in der Lage, abseits der Waldwege zu fahren.

Mit dem Fire Fighter soll das Forstpersonal des Regionalforstamtes künftig die örtlichen Feuerwehren bei Löscharbeiten im Wald unterstützen. Feuerwehren können das Fahrzeug jedoch in ganz Nordrhein-Westfalen anfordern. Perspektivisch ist auch ein grenzüberschreitender Einsatz im Aachener Dreiländereck vorgesehen.

Ein weiterer Fire Fighter ist seit rund drei Jahren im Arnsberger Wald im Einsatz. Mit den Stationierungen im Arnsberger Wald und in der Eifel sollen die beiden größten zusammenhängenden Waldgebiete Nordrhein-Westfalens bei einem Waldbrand schneller mit einem solchen Spezialfahrzeug erreicht werden können.

Silke Gorißen verwies bei der Vorstellung auf das nach ihrer Aussage gestiegene Risiko für Wald- und Vegetationsbrände in Nordrhein-Westfalen. Neben leistungsfähiger Technik sei im Einsatzfall insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Forstfachleuten und Feuerwehren von Bedeutung.

Auch Thomas Kämmerling, Leiter von Wald und Holz NRW, betonte die Verbindung von Waldbrandprävention, technischer Ausstattung und gemeinsamer Einsatzbewältigung. Längere Trockenphasen und häufiger auftretende Extremwetter belasteten die Wälder und erhöhten das Waldbrandrisiko.

Sonderhefte-Paket: Einsatzwissen Naturgefahren & Fahrzeuge

Vier Sonderhefte mit 448 Seiten Praxiswissen für Vegetationsbrand, Hochwasser und Unwetter plus Fahrzeugtechnik für den Waldbrand. Nur 19,90 € statt 44,30 €, limitiert bis 30.08.2026.

19,90 €
Lieferzeit: 2-3 Werktage
AGB

Gemeinsame Übungen und digitale Einsatzkarten

Das Waldbrandschutzkonzept der Landesregierung bündelt seit 2022 verschiedene Maßnahmen zur Vorsorge und Brandbekämpfung. Dazu gehören gemeinsame praktische Übungen von Forstämtern und Feuerwehren sowie eine verstärkte Ausbildung im Bereich Vegetationsbrandbekämpfung.

Seit Beginn der Waldbrandsaison 2024 ist außerdem das Waldbrand-Früherkennungssystem „Fire Watch“ in der Region Niederrhein aktiv. Bei dem Pilotprojekt überwachen Kamerasysteme die Waldgebiete halbautomatisch. Eine Erweiterung des Systems einschließlich einer internationalen Zusammenarbeit befindet sich nach Angaben der Landesregierung in konkreter Planung.

Über das Portal waldinfo.nrw stehen Feuerwehren digitale Karten für die Einsatzplanung zur Verfügung. Sie enthalten unter anderem Angaben zu befahrbaren Waldwegen und vorhandenen Löschwasserstellen.

Nach Angaben des Landes werden die meisten Waldbrände durch menschliche Unachtsamkeit ausgelöst. Als mögliche Ursachen werden weggeworfene Zigarettenkippen, Grill- und Lagerfeuer sowie auf trockener Vegetation abgestellte Fahrzeuge genannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert