Fahrzeug mutwillig beschädigt

Betrunkener klaut MTF

Hofheim-Wallau (HE) – Ein 35-Jähriger entwendet in der Nacht zu Dienstag ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) der Feuerwehr Wallau. Anschließend dreht er eine Runde im Ortsteil der Kreisstadt Hofheim am Taunus und bringt es beschädigt zurück. Der Mann steht dabei unter der Einwirkung von Alkohol und Drogen, bedrängt zuvor einen Kameraden. Es ist nicht die erste Auffälligkeit, die er sich in dieser Nacht leistet.

3.54 Uhr wird die Freiwillige Feuerwehr Wallau (Main-Taunus-Kreis) ins benachbarte Diedenbergen alarmiert. Die gemeldete Rauchentwicklung aus einem Gebäude stellt sich als ein gesprengter Geldautomat heraus. Wie Wehrführer Sven Diels auf Nachfrage des Feuerwehr-Magazin erklärt, verschafft sich in der Zeit des Einsatzes ein stark blutender und augenscheinlich unter Alkohol und Drogen stehender Mann Zugang zum Feuerwehrhaus in der Steingasse. „Dort traf er gegen 4.30 Uhr auf einen unserer Kameraden, der nach der Alarmierung im Feuerwehrhaus verblieb. Der Mann schrie laut herum und stand neben sich. Er trug nur eine kurze Hose, blutete stark an Füßen und Schienbeinen. Außerdem trat er gegen das MTF. Als mich der Kamerad anrief und von dem Vorfall berichtete, sagte ich ihm: Bring Dich in Sicherheit!“

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Das tut der Bedrohte dann auch. Er zieht sich in den Sozialraum zurück. Plötzlich entwendet der Mann das MTF, einen VW T6, und fährt damit rund 1,5 Kilometer durch Wallau. Mit kaputtem linkem Außenspiegel kehrt er kurze Zeit später zurück. Laut Diels zieht er sogar den Zündschlüssel und wirft ihn in den Briefkasten. Bevor er allerdings flüchten kann, trifft die Polizei ein. Sie nimmt den Mann in Gewahrsam, legt ihm Handschellen an und bringt ihn für weitere polizeiliche Maßnahmen, darunter eine Blutentnahme, auf die Polizeiwache.

„Unserem Kameraden geht es gut. Der Vorfall hat ihn aber schon mitgenommen, sodass er im Anschluss psychologisch betreut wurde“, so Diels. Das MTF ist mit Status 6 in der Werkstatt. Die Ladeerhaltung wurde bei dem Vorfall herausgerissen, auch der Spiegel muss erneut werden. Diels spricht auch von einer Menge Blut auf dem Fahrersitz.

Blaulicht
Ein 35-jähriger Mann entwendet unter Alkohol- und Drogeneinfluss ein Mannschaftstransportfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Waldau (HE) und unternimmt damit eine Spritztour. © Symbolbild: Buchenau

Nicht der erste Zwischenfall des Mannes in dieser Nacht

Bereits 1,5 Stunden vor seinem Intermezzo bei der Feuerwehr war der spärlich bekleidete Mann Polizisten in der Wiesbadener Straße aufgefallen. Dort hatte er lautstark herumgeschrien, ebenfalls ein Fahrzeug beschädigt und einen verwirrten Eindruck gemacht, so die Polizei in einer Pressemitteilung. Beamte hatten ihn daraufhin angesprochen, woraufhin er sein Verhalten mit der Einnahme von Alkohol und Drogen begründete.

Nach Aufnahme der Personalien schickten sie den Mann zu seiner nahegelegenen Wohnung. Wo er dann aber scheinbar in Richtung Feuerwehrhaus in der Steingasse abbog. Gegen den Mann sind nun mehrere Ermittlungsverfahren anhängig. Aufgrund seines auch psychisch auffälligen Verhaltens wurde der 35-Jährige in einer Fachklinik vorgestellt und aufgenommen.

 

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Wichtig ist, dass es dem zumindest dem betroffenen Kameraden einigermaßen gut geht, der Schaden am MTF sich in Grenzen hält. Leider natürlich bis auf die Sauerei mit dem Blut auf dem Sitz, das ja höchstwahrscheinlich sehr schlecht zu beseitigen sein dürfte.

    Traurig ist dabei natürlich, dass es leider in diesem Land üblich ist, solche Spinner, die Sachbestätigungen begehen, immer wieder auf freien Fuß gesetzt werden (müssen).

    Würde man solche Typen, wurden Sie überhaupt einmal bei solche Taten erwischt, sofort für mindestens eine Nacht bis zur Ausnüchterung, bzw dem Ende des Drogenrausches aus dem Verkehr ziehen und einsperren, wäre manche Straftat erst gar nicht passiert.

    Damit wäre schon manche (folgende) Straftat, manches schwere Leid und mancher große Sachschaden verhindert worden. Aber im Sinne der Kuscheljustiz in diesem Land, ist das Wohl der Täter ja immer wichtiger, als das Leid der Betroffenen. Das obwohl in den meisten solcher Fällen, von dem Verursacher dann eh nichts zu holen ist, die Betroffenen auf den oft hohen Kosten solcher Sachbeschädigungen sitzen bleiben.

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